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Handwerk

Aischer Bäcker Galster macht den Ofen aus

Mit dem Aischer Familienbetrieb schließt aus privaten Gründen an Weihnachten eine der letzten Bäckereien der Gemeinde Adelsdorf. Ein Nachmieter ist allerdings bereits gefunden.
Jochen Galster und seine Mutter Cilly haben in diesen Tagen zum letzten Mal Lebkuchen gemacht. Foto: Johanna Blum
 
von JOHANNA BLUM
Die Öfen der Bäckerei Galster in Aisch arbeiten am Heiligen Abend zum letzten Mal auf Hochtouren. Die Backstube wird am Nachmittag noch einmal gesäubert - und dann ist Schluss. Ende für einen Lehrling, eine Konditorin, drei Bäckereifachverkäuferinnen, Jochen Galster und den Seniorchef Hubert Galster.
"Dass unser Bäcker Galster aufhört, finde ich traurig und schlecht", meint ein betrübter Kunde. "Er ist einer der letzten Bäcker in der Gemeinde. Seine leckeren Backwaren sind einfach nicht zu vergleichen mit den Waren aus einer Großbäckerei", betont er. In Adelsdorf und Aisch gab es vor Jahren noch vier Bäcker-Handwerksbetriebe. Ab Januar wird es dann nur noch eine handwerkliche Bäckerei im Zentrum Adelsdorfs geben. "Mir werden die guten Mehrkorncroissants vom Jochen am meisten fehlen", sagt eine Kundin, die gerade den Laden betritt.
Die Entscheidung, aufzuhören, ist dem jungen Bäckermeister und Betriebswirt des Handwerks nicht leicht gefallen. Sie wurde schon lange im Familienkreis ausgiebig diskutiert und hat rein private Gründe. Jochen Galster hat den Betrieb seiner Eltern vor sechs Jahren übernommen. "Ich bin in die Bäckerei hineingeboren, und es war für mich gar keine Frage, dass ich sie einmal übernehmen werde", erklärt Galster. "Das mit dem Aufhören war wirklich ein längerer und zum Teil etwas schmerzhafter Prozess", fährt er fort.
Die Kinder Loris (zwei Jahre) und Matheo (geboren im Oktober) werden sich freuen, dass ihr Papa nun mehr Zeit für sie hat und dass sie am Nachmittag auch herumtoben können, während das bisher bei den ungewöhnlichen Schlafenszeiten ihres Vaters nicht möglich war. Ein Bäcker muss ja bekanntlich tagsüber schlafen, damit er nachts um drei Uhr fit ist. Auch für Ehefrau Katrin, die bis zur Geburt des zweiten Kindes in der Bäckerei mitgearbeitet hat, wird es nun etwas leichter sein. Was die beiden in Zukunft machen, ist noch offen.

Ruhestand für die Eltern

Jochen Galsters Eltern Hubert und Cilly freuen sich auch, nun etwas mehr Zeit für sich und die Enkelkinder zu haben und nicht nur in der Backstube oder im Laden zu stehen. "Sie haben ihren Ruhestand redlich verdient", meint Sohn Jochen und zwinkert seinem Vater liebevoll zu, der immer noch gerne in der Backstube mit anpackt.
Die Aischer Bäckerei ist jedoch nicht der einzige Handwerksbetrieb, der in Adelsdorf in den letzten Jahren geschlossen hat oder schließt. Es gab mitten im Dorf ein Schuhgeschäft mit Schusterwerkstatt sowie weitere Bäckereien und Metzgereien, die aufgehört haben. Sei es, weil kein Nachfolger in Sicht war, sei es, weil die Kunden ausgeblieben sind. Es heißt nicht umsonst, dass die Verbraucher mit den Füßen abstimmen. Und sie gehen lieber den einfacheren und billigeren Weg.

Metzgerei schließt auch

Dieses Problem kennt auch die Metzgerei Goß. Am 1. März 2015 schließt der alteingesessene Familienbetrieb ebenfalls seine Pforten. Nicht nur schwerwiegende gesundheitliche Gründe sind hierfür ausschlaggebend. "Mein Mann Karl hat Probleme mit der Hüfte und ich mit dem Knie - und unser Sohn Stephan leidet unter einer unheilbaren Augenkrankheit und verliert langsam sein Augenlicht", erklärt Margit Goß. Es fehle aber auch ein geeigneter Nachfolger sowie die Kundschaft von früher. Ab März gibt es dann in der ganzen Gemeinde neben den Metzgereien in den Supermärkten nur noch eine Metzgerei, und zwar in Aisch.
Ein kleiner Trost für die Aischer und alle Kunden der Bäckerei Galster aus dem Umkreis bleibt dennoch: Ab 7. Januar eröffnet der Höchstadter Bäcker Werner Fumy eine Filiale in den bisherigen Geschäftsräumen der Bäckerei Galster. Ein Lebensmittelhandwerker, dessen Backwaren seit 1960 in Höchstadt bekannt und beliebt sind.


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