Erlangen
Gift in Weihnachtsgebäck

Acrylamid: Krebserregender Stoff in Lebkuchen entdeckt

Das Landesamt für Gesundheit hat vor Weihnachten in mehreren Lebkuchen Acrylamid gefunden. Der Stoff gilt als krebserregend.
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Eine Auswahl verschiedener Sorten von Lebkuchen Foto: Ronald Wittek dpa
Eine Auswahl verschiedener Sorten von Lebkuchen Foto: Ronald Wittek dpa
Das bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) hat vor Weihnachten in mehreren Lebkuchen erneut höhere Mengen Acrylamid festgestellt. Kritik gab es, weil die Ergebnisse erst jetzt veröffentlicht wurden.

Die Untersuchung des LGL

In etwa jeder zehnten der 132 untersuchten Proben sei der Richtwert von einem Milligramm Acrylamid pro Kilogramm überschritten worden, teilte das LGL am Mittwoch auf seiner Internetseite mit.


Acrylamid könnte Krebs auslösen

Acrylamid steht im Verdacht, das Krebsrisiko zu erhöhen. Alle Lebkuchen, in denen der Richtwert überschritten wurde, stammten aus handwerklicher Herstellung. In den industriell gefertigten Lebkuchen war der Gehalt des Stoffs geringer.

Dass Acrylamid bei der Herstellung von Lebkuchen und anderen Lebensmitteln entstehe, sei nicht vollständig zu vermeiden, hieß es vom LGL. "Durch geeignete Maßnahmen kann der Hersteller jedoch die sich bildenden Mengen reduzieren."

Bei Lebkuchen sei das Backtriebmittel für die Entstehung von Acrylamid entscheidend. Statt des traditionellen Hirschhornsalzes, das die Acrylamid-Bildung sehr stark fördere, sei Backpulver zu empfehlen. Acrylamid entsteht beim starken Erhitzen in zahlreichen kohlenhydratreichen Lebensmitteln, wie etwa Backwaren oder Pommes frites.

Die Verbraucherorganisation Foodwatch kritisierte, dass die Ergebnisse erst jetzt veröffentlicht werden - sieben Wochen nach Weihnachten. Foodwatch habe beim LGL bereits im November die Herausgabe der Messergebnisse beantragt. "Die Produkte sind längst aufgegessen. Das ist ein Schildbürgerstreich, über den niemand lachen kann - mit Ausnahme der Hersteller von acrylamidbelasteten Lebkuchen", sagte Johannes Heeg von Foodwatch.
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