Neustadt
Kultur

Zwischen den Buchdeckeln

Beim Tag des Buchs gab es für Kinder viel zu erleben im Museum der Deutschen Spielzeugindustrie und in der Neustadter Stadtbücherei.
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Joleen und Kilian, beide sechs Jahre alt, und der siebenjährige Julian lesen in ihrer Freizeit so richtig gern. Am Sonntagnachmittag machten sie einen Ausflug ins Museum der Deutschen Spielzeugindustrie, denn da gibt es für Leseratten und Bücherwürmer viel Spannendes zu entdecken: Weil am Sonntag Tag des Buches war, bot das Museum in Kooperation mit der Stadtbücherei ein buntes Programm rund ums Lesen an.

Der abenteuerliche Nachmittag beginnt für die drei Bücherfreunde im Erdgeschoss. Hier liest ihnen Brigitte Rößler-Reuß, Bibliotheksleiterin der Stadtbücherei Neustadt, aus einem Buch vor. Dann geht es weiter ins obere Stockwerk, wo sie sich "Als die Raben noch bunt waren" im Kamishibai-Theater ansehen. Bei diesem japanischen Papiertheater besteht die Bühne aus einem Schaukasten, in dem die Handlung mit Bildern gezeigt wird. Ergänzend dazu erzählt Brigitte Rößler-Reuß die Geschichte.


Kooperationsbereit

"Als das Museum nach einer Zusammenarbeit gefragt hat, habe ich sofort ja gesagt", erzählt sie. Schließlich biete das Museum mehr Platz als die Stadtbücherei: "Auch in unseren neuen Räumen wäre es mit dem Platz für so eine Aktion recht eng geworden." Neben dem Vorlesen und dem Erzähltheater hat die Bibliotheksleiterin auch einen großen Bücherkoffer im Gepäck. Für Joleen, Kilian und Julian ist der das absolute Highlight: Mit leuchtenden Augen blättern sie durch die Bücher - und linsen neugierig in das Buch des Nebenmanns.


Alles ausprobieren

Danach knobeln Julian und Kilian bei den Scherzfragen und erfahren am Ende, dass ein Skelett am Toten Meer Urlaub macht und ein "Tag der offenen Tür" im U-Boot ganz schön gefährlich sein kann. Währenddessen löst Joleen ein Kinderkreu zworträtsel und schaut sich die Buchstaben des Alphabets genauer an. Bei der nächsten Station gehen die Träume von großen und kleinen Suppenliebhabern in Erfüllung: Sie wühlen in einer großen Schüssel voll Buchstabennudeln, um am Ende ihren Namen aus den Nudeln zu legen.

Diese Aktionen hat Museumsmitarbeiterin Mandy Dollas-Brandner auf die Beine gestellt. Sie sei auf die meisten Ideen im Internet gestoßen.

Ein ereignisreicher Nachmittag neigt sich für Kilian, Julian und Joleen dem Ende zu. "Ich hatte heute richtig viel Spaß", erzählt Joleen, Julian und Kilian nicken. Die drei sind sich einig: Das Stöbern in der Bücherkiste hat ihnen am meisten Spaß gemacht.

Und nun warten ihre Lieblingsbücher zu Hause auf sie. "Mein Lieblingsbuch ist ‚Mia and Me und die Einhörner‘, weil ich Einhörner so gern habe", erklärt Joleen. Kilian und Julian bevorzugen mehr Action in ihren Büchern. "In meinem Lieblingsbuch gibt es ein Lava-Monster, das total gut kämpfen kann", erzählt Julian. Aber das Lava-Monster sei auch ein bisschen böse. "Und dann gibt es noch Stein-Monster, die sind richtig stark. Die können Tornados machen", fügt er hinzu.

Kilian mag die Ninjago-Bücher besonders. "In meinem Lieblingsbuch muss ein Ninja im Kampf der Elemente antreten und eine grüne Klinge finden", erklärt er. Und da er Ninja-Bücher so mag, hat er auch die dazu passenden Spielfiguren: "Mit denen spiele ich die Geschichten aus den Büchern nach."
"Das Bücherlesen und das Spielen mit Spielzeugen regen die Fantasie an und sind so ganz wichtig für die Entwicklung der Kinder", weiß Udo Leidner-Haber, Museumsleiter des Museums der Deutschen Spielzeugindustrie. Deshalb sei es naheliegend gewesen, zum Tag des Buches auch eine Aktion im Museum zu planen.


Zurück zum Lesen

"Wir wollten Kinder und Erwachsene dazu anregen, wieder mehr Zeit zum Lesen zu finden, deswegen haben wir uns Aktionen vom Bilderbuch bis hin zu Büchern für Erwachsene überlegt", erklärt er. Denn das Lesen fördere neben der Fantasie auch andere bedeutsame Fähigkeiten.

"Die Sprache und der Umgang mit Wörtern nehmen eine wichtige Rolle im Leben jedes Menschen ein", betont Udo Leidner-Haber. Schlussendlich seien aber durch das kalt-nasse Wetter weniger Besucher gekommen, als er sich erhofft hatte. "Aber wir sind trotzdem zufrieden, denn für den ersten Versuch war es doch ganz passabel und wir waren nicht ganz allein im Museum", sagt er. Die ersten Überlegungen fürs nächste Jahr gebe es schon: "Die Aktion hat das Potenzial, modifiziert und damit noch größer zu werden."

Nun stehen aber erst einmal andere Planungen im Vordergrund, denn zur kommenden Sonderausstellung "Augen auf im Straßenverkehr" wolle er sich mit der Museumspädagogik dem Thema Sicherheit im Straßenverkehr nähern. "Die Termine stehen zwar noch nicht genau fest, aber wir haben geplant, dass spezielle Führungen auch gemeinsam mit einem Polizisten betreut werden."
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