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Wahlkampf

Wolfgang Schäuble in Coburg: Hier lebt einer Politik

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) beeindruckt am Freitag bei seinem Besuch in Coburg.
Wolfgang Schäuble (links) bei seiner Rede im Coburger Kongresshaus. Rechts der Coburger CSU-Bundestagsabgeordnete Hans Michelbach. Foto: Oliver Schmidt
 
von OLIVER SCHMIDT
Wer hätte das gedacht: Wolfgang Schäuble, den doch irgendwie jeder aus zig Talkshows oder Bundestagsdebatten schon bestens zu kennen glaubt, kann noch immer überraschen. Zum Beispiel dann, wenn er eine Selbstironie an den Tag legt, die einen regelrecht aufschrecken lässt. So bezeichnet er sich selbst in seiner Rede doch tatsächlich als "den alten Rollstuhlfahrer". Oder er sagt: "Ich muss damit leben, dass in Europa immer auf diesen sturen deutschen Finanzminister geschimpft wird."


Noch lange nicht amtsmüde

Wolfgang Schäuble kann mit vielen Rahmenbedingungen, die nicht gerade leicht sind, bemerkenswert gut leben. Bei der sehr gut besuchten Veranstaltung am Freitag im Kongresshaus zeigt er außerdem, dass er mit seinen bald 75 Jahren noch lange nicht amtsmüde ist. Er wirft sich voll hinein in den Wahlkampf und wirbt natürlich auch für den Coburger CSU-Bundestagsabgeordneten Hans Michelbach. Denn: "Hans Michelbach hat mich in den vergangenen Jahren in besonderer Weise unterstützt und auch kritisch begleitet." Und Schäuble legt noch nach: "Einfach ist Hans Michelbach nicht. Aber wir haben immer zusammengehalten."

Wolfgang Schäuble spricht 45 Minuten und lässt im Anschluss noch Fragen aus dem Publikum zu. Er hat lediglich ein paar handschriftliche Notizen vor sich liegen und redet ansonsten frei. Immer wieder gestikuliert er mit seinen Händen. Er verändert oft seine Tonlage, er zeigt viele verschiedene Mienen. Nein, es ist nicht zu übersehen: Hier lebt einer Politik.

Leise wird der Minister etwa, wenn er die schwierige Situation von Kindern in Afrika beschreibt. Im nächsten Moment wird er laut, wenn er von der SPD fordert, endlich mitzuhelfen, dass auch die nordafrikanischen Staaten zu sicheren Herkunftsländern erklärt werden. Ein anderes Mal, als er sich erneut über die SPD ärgert, haut er sogar auf den Tisch.

Schäuble reißt die Augen weit auf, als er von den USA als immer noch wichtigstem Verbündeten spricht. Schäuble schließt die Augen, während er über die Bedrohung des Friedens durch den Terrorismus nachdenkt. Seine Augen funkeln, wenn er sich an die Fußball-WM von 1954 erinnert und in diesem Zusammenhang, bezogen auf die Lebensverhältnisse, feststellt: "Die, die sagen, dass früher alles besser war, leiden an Demenz."

Apropos: Nicht vergessen hat ihm das Coburger Land, dass er als Innenminister 1990 in Neustadt den Vertrag über die Abschaffung der Kontrollen an der innerdeutschen Grenze unterzeichnete. Auch das Tageblatt hatte in seiner gestrigen Ausgabe noch einmal an dieses Ereignis erinnert. Nun lobt Schäuble, wie sich das "wunderschöne Oberfranken" seitdem entwickelt hat - und bekommt als Geschenk eine Collage überreicht. Auf ihr zu sehen sind viele Fotos von jener Vertragsunterzeichnung.


Zitate

"Wolfgang Schäuble hat Großartiges für unser Vaterland geleistet. Ich übertreibe nicht, wenn ich sage: Mittlerweile ist er für alle Finanzminister der freien Welt eine Leitfigur!"
Hans Michelbach

"Wir haben viel erreicht. Und zwar - auch wenn das altmodisch klingt - mit Gottes Hilfe."
Wolfgang Schäuble über den Frieden in Mitteleuropa

"Deutschland hat die Ehre Europas gerettet. Wir können noch in Jahrzehnten stolz sein auf die Bilder von München."
Wolfgang Schäuble zur Aufnahme von Flüchtlingen

"Ich weiß gar nicht, warum der Außenminister werden wollte. Dieses Amt hat doch etwas mit Diplomatie zu tun."
Schäuble über Gabriel (SPD)

"Ein früherer Bundeskanzler sollte schauen, ob er sein Geld nicht bisschen auf eine andere Weise verdienen kann."
Wolfgang Schäuble über Gerhard Schröders Tätigkeit für russische Unternehmen
"Bei den Linken muss man sich immer entschuldigen, wenn man keine Schulden macht. Schuldenmachen scheint eine sozialistische Krankheit in Europa zu sein."
Wolfgang Schäuble zu seiner Finanzpolitik

"Der ICE-Halt für Coburg ist eine großartige Finanzleistung, für die Coburg ,Danke' sagt. Aber wir kämpfen natürlich noch für weitere Verbesserungen."
Hans Michelbach

"Niemand soll die Region wegen unattraktiver Angebote den Rücken kehren müssen. Die Fachkräfte, die in unserer Region an sehr guten Schulen ausgebildet worden sind, müssen wir möglichst in der Heimat halten."
Hans Michelbach über Coburg/Kronach als "Innovationsregion"

zum Thema "Bundestagswahl 2017"

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