Coburg
Innenstadt

Wohnbau zieht über Weihnachten um

Mitte Dezember soll der Umbau des ehemaligen Modehauses Matzer & Worsch abgeschlossen sein. Ab 8. Januar nimmt die Wohnbau dort ihren Betrieb auf.
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"Wir wissen noch nicht genau, wann wir öffnen - aber es wird pünktlich sein" verkündet ein Plakat an der Fassade des Hauses Mauer 12. Jetzt steht der Termin: Am 8. Januar nimmt die Wohnbau hier, im ehemaligen Modehaus, ihren Betrieb auf.Ulrike Nauer
"Wir wissen noch nicht genau, wann wir öffnen - aber es wird pünktlich sein" verkündet ein Plakat an der Fassade des Hauses Mauer 12. Jetzt steht der Termin: Am 8. Januar nimmt die Wohnbau hier, im ehemaligen Modehaus, ihren Betrieb auf.Ulrike Nauer
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Schlicht, funktionell und dennoch schön - dieses Urteil für die umgebauten Räume im Haus Mauer 12 gefällt Wohnbau-Geschäftsführer Christian Meyer besonders gut. Seit Februar wird das ehemalige Modehaus Matzer & Worsch für das Tochterunternehmen der Stadt Coburg zum Bürohaus umgebaut - und ebenso lange verkündet ein Plakat an der eingerüsteten Fassade: "Wir wissen noch nicht genau, wann wir öffnen - aber es wird pünktlich sein."
Pünktlich - zu diesem Begriff gibt es jetzt auch ein Datum: Der 22. Dezember wird für die Mitarbeiter der letzte Tag in ihrem alten Domizil in der Heiligkreuzstraße sein, wie Meyer berichtet. Vom 27. Dezember bis 4. Januar, also über Weihnachten, wird der Umzug der rund 60 Mitarbeiter auf die Mauer über die Bühne gehen. "Am 8. Januar werden wir dann hier unseren Betrieb wieder aufnehmen."


Treppe rückt ins Zentrum

Wer noch die Damenabteilung des einstigen Modehauses im Kopf hat, dem fällt gleich auf, dass die Treppe nicht mehr dort ist, wo sie früher war. "Wir haben das Gebäude komplett umgekrempelt", erklärt der Coburger Architekt Lutz Wallenstein vom Büro Archi Viva beim Besichtigungstermin am Montagmittag. "Wir brauchten die Außenfassade, um Tageslicht-Arbeitsplätze für die Mitarbeiter zu schaffen." Dafür rückte die Treppe in die Mitte des großen Raumes, wo sie keine Fensterplätze wegnimmt. Zum selben Zweck wurde der Hinterausgang zur Nägleinsgasse dicht gemacht.
Auch im ersten Stock sind die Büros rund um das offene Treppenhaus angeordnet. Ein Übergang führt ins Gebäude Mauer 14, das ebenfalls zu dem Komplex gehört. Hier wird im kommenden Jahr unter anderem die Wirtschaftsförderungsgesellschaft (Wifög) der Stadt Coburg als Mieter einziehen (siehe Bericht unten). Weitere Mieter sollen folgen. Meyer: "Wir sind noch am Überlegen, was geben wir ab, was nutzen wir selbst."


Großteil wird vermietet

Dass die Wohnbau sich für den ehemaligen Matzer & Worsch als Domizil entschieden hat und damit ein weitläufiges Modehaus in ein Bürogebäude umgewandelt werden musste, stellte die Planer vor eine ordentliche Herausforderung. Allzu leicht hätten die weitläufigen Flächen die Wohnbau verleiten können, sich komplett über die beiden Gebäude Mauer 12 und 14 auszubreiten, sagt Meyer. Stattdessen entschied man sich, den Großteil der Fläche zu vermieten. Um weitere Büros zu gewinnen, gingen die Architekten noch eine Etage höher und bauten die einstigen Lagerräume im Dach um.
Was die Kosten angeht, will Meyer derzeit noch keine Zahlen nennen. Nur soviel: "Wir halten den Rahmen ein, den wir uns gesteckt hatten. Und diese Lösung ist deutlich günstiger als wenn wir neu gebaut hätten." Mindestens 20 bis 25 Prozent, so schätzt er, bleibe man mit den Kosten unter denen für einen Neubau. Ganz abgesehen von der zentralen Lage in fußläufiger Nähe zum Rathaus. Auf die hätte die Wohnbau bei einem Neubau wohl verzichten müssen.


Kleine Bühne im Foyer

Apropos zentrale Lage: Diese soll so effektiv wie möglich genutzt werden, das ist den neuen Eigentümern wichtig. "Wir wollen die Innenstadt beleben", sagt Christian Meyer. Die große Eingangshalle der Mauer 12 sei dafür ideal. Links im Foyer werde eine Bühne eingebaut - "von der Rede bis zum kleinen Musikevent ist darauf alles möglich". Für bis zu 100 Leute könne der Raum bestuhlt werden, erläutert der Wohnbau-Chef. Lutz Wallenstein hat den Raum eigens multifunktionell ausgestattet: "Technisch und akustisch ist er so angelegt, dass er alles kann." Die knifflige Aufgabe habe eher darin bestanden, einen Weg zu finden, wie sich solche Veranstaltungen mit dem Büroablauf kombinieren lassen. Denn gleich hinter dem Empfangstresen im Foyer befinden sich schon Arbeitsplätze der Mitarbeiter. Eine Tür wird die beiden Bereiche voneinander trennen.
Auch für Ausstellungen sei das Foyer geeignet. Meyer kann sich zum Beispiel vorstellen, dass die Hochschule, etwa der Studiengang Architektur, das Angebot gerne nutzen werde. Der Bedarf sei da. "Wer einen kulturellen Beitrag leisten will, kann das hier gerne tun." Dabei gehe es ausdrücklich nicht um Veranstaltungen "mit Gewinnabsicht", betont Meyer. "Wir wollen keine Konkurrenz für das Kongresshaus sein."

Die Wifög zieht bei der Wohnbau mit ein

"Ja, wir werden dort mit einziehen!" Rolf Krebs, Projektmanager bei der Wirtschaftsförderungsgesellschaft (Wifög) der Stadt Coburg, klingt zuversichtlich und erfreut. Ziel sei es, am 1. Mai 2018 ebenfalls in das ehemalige Modehaus Matzer & Worsch auf der Mauer umzuziehen. "Wir werden unsere Büros in dem Gebäude haben, wo früher die Herrenabteilung untergebracht war", erklärt Rolf Krebs auf Tageblatt-Nachfrage. "Das kennen die Coburger!"
Mit acht Mitarbeitern werde die Wifög umziehen. Derzeit ist die städtische Tochtergesellschaft noch im dritten Stock des Rathauses untergebracht. Ideal sei das nicht, sagt Krebs. "Wenn uns jemand spontan besucht hat, hatten wir keinen Rückzugsort und auch keinen Empfangsbereich." Mit dem neuen Domizil gelingt es der Wifög, die Nähe zum Rathaus aufrecht zu erhalten, gleichzeitig werde sie endlich "eine eigene Haustür" bekommen. "Das ist wichtig für die Außenwirkung", so Krebs.
Im neuen Büro könne die Gesellschaft den Besprechungsraum mit der Wohnbau und dadurch "Synergieeffekte" nutzen. Raus aus der Innenstadt sei ohnehin nie der Wunsch der Wifög gewesen - für jeden Termin, etwa bei der Projektgruppe Güterbahnhof, nach Coburg fahren, dabei wäre zu viel Zeit verloren gegangen. "Zentraler als auf der Mauer geht's nicht!"
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