Weißenbrunn vorm Wald
Rätsel

50 Jahre Aktenzeichen XY: Rätsel um Skelett im Kreis Coburg gibt weitere Rätsel auf

Noch immer gibt es keine Erkenntnisse, woher die sterblichen Überreste in Weißenbrunn stammen. Dafür gibt es zwei Varianten der Geschichte.
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Hinter dem Gärtnerhaus des Weißenbrunner Schlosses wurden Überreste einer Leiche gefunden.Rainer Lutz
Hinter dem Gärtnerhaus des Weißenbrunner Schlosses wurden Überreste einer Leiche gefunden.Rainer Lutz
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Bald ein Jahr ist es her, dass ein Anwohner im Rödentaler Stadtteil bei der Arbeit im Garten auf ein menschliches Skelett stieß. Knochen, die bis heute Rätsel aufgeben. Rechtsmediziner sind nach Auskunft des Polizeipräsidiums Oberfranken in Bayreuth noch immer mit aufwendigen Untersuchungen der sterblichen Überreste beschäftigt.

Sie wollen herausfinden, wie lange die geheimnisvollen Knochen schon in der Erde liegen. "Dazu liegt noch kein abschließendes Ergebnis vor", bestätigt Pressesprecher des Präsidiums, Jürgen Stadter, auch aktuell auf Anfrage. Solche Untersuchungen seien eben sehr zeitintensiv.


Zwei Varianten der Geschichte

Fast noch mehr Rätsel als die Knochen selbst gibt der Umstand auf, dass sich hartnäckig zwei Varianten der Geschichte dieser Überreste halten. Die Version der Behörden ist rasch erzählt. Bei der Gartenarbeit entdeckt, wurden die Knochen - nach einer witterungsbedingten Wartezeit - von der Spurensicherung ausgegraben. Die Untersuchung in der Rechtsmedizin läuft. Fertig. Eines allerdings stellt Jürgen Stadter klar: "Es gibt bislang keinen Zusammenhang mit einem polizeilichen Vermisstenfall." Damit, meint er, werde allen Gerüchten der Boden entzogen.


Alte Knochen

Weit gefehlt. Auch, dass die Staatsanwaltschaft in Coburg bereits im Juli anklingen ließ, man gehe mit hoher Wahrscheinlichkeit davon aus, dass die Knochen 100 Jahre oder länger in der Erde lagen, was Ermittlungen überflüssig macht, lässt die Geschichten nicht verstummen, die im Ort kursieren.

Eine junge Frau, Studentin aus Südosteuropa, soll es sein, die hinter dem einstigen Gärtnerhäuschen des Weißenbrunner Schlosses gefunden wurde. Seit 2000 sei sie vermisst gemeldet gewesen. Ihre Identität sei geklärt und die Mutter als Angehörige, die im Westen Deutschlands lebt, sei bereits in Kenntnis gesetzt. Eine Geschichte, für die der Stand der Ermittlungen keine Grundlage bietet.

Dass also der Fall der geheimnisvollen Toten, denn eine Frau ist es wohl schon gewesen, demnächst in der Fernsehsendung "Aktenzeichen XY ungelöst" auftaucht, ist eher nicht zu erwarten.
Für wahrscheinlicher halten Polizei und Staatsanwaltschaft, dass die Untersuchungen am Ende ergeben, dass es sich um die Überreste einer Frau handelt, die vor langer Zeit in die Erde kam. Dabei spielt schon jetzt die Überlegung eine Rolle, dass unweit der Fundstelle die Weißenbrunner Kirche steht. Dort wurden früher die Verstorbenen beigesetzt. "Aber nicht jeder wurde damals auf dem Friedhof begraben", sagt Jürgen Stadter.
Wer sich selbst das Leben genommen hatte, wurde oft außerhalb des geweihten Bodens begraben. So verbirgt sich vielleicht tatsächlich eine schlimme Geschichte hinter dem Fund im Garten des Gärtnerhauses, aber eine, die heute wohl kaum noch wirklich aufgeklärt werden kann.
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