Sonnefeld
Landesliga-Auftakt

TSV Sonnefeld verliert sein Landesliga-Debüt

Der TSV Sonnefeld macht vor 450 Zuschauern zweimal einen Rückstand wett - doch in der Schlussphase fehlt die Cleverness. Bittere 2:4-Niederlage.
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So sehr sich der große Betreuerstab um Co-Trainer Benjamin Demel (weiße Hose) am Spielfeldrand auch engagierte, die bittere 2:4-Auftaktniederlage des TSV Sonnefeld konnte niemand vor 450 Zuschauern gegen den letztjährigen Tabellenfünften der Landesliga Nordost, dem FSV Bayreuth, verhindern. Fotos: Timo Geldner
So sehr sich der große Betreuerstab um Co-Trainer Benjamin Demel (weiße Hose) am Spielfeldrand auch engagierte, die bittere 2:4-Auftaktniederlage des TSV Sonnefeld konnte niemand vor 450 Zuschauern gegen den letztjährigen Tabellenfünften der Landesliga Nordost, dem FSV Bayreuth, verhindern. Fotos: Timo Geldner
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Das erste Landesligaspiel des TSV Sonnefeld entwickelte sich zu einer Partie auf Augenhöhe. Doch der FSV Bayreuth gewann am Ende dank zweier Tore in der Schlussphase mit 4:2 (2:1). Bayreuth begann sehr energisch und schon in der ersten Spielminute nutzte Schwarz eine Unachtsamkeit der Sonnefelder Abwehr aus und erzielte das 0:1.
Allmählich kam Sonnefeld auch besser ins Spiel und die rund 450 Zuschauer sahen eine ausgeglichene Landesligapartie. Der TSV Sonnefeld hatte nach zehn Minuten eine gute Möglichkeit durch Renk, der den Ball übers Tor köpfte. Schon acht Minuten später zeigte der Bayreuther Torhüter zum ersten mal seine Klasse. Eine gute Flanke von Tayfun Özdemir auf Renk schloss dieser per Kopf ab und Patrovic reagierte glänzend.
Gegen einen Freistoß von Renk in der 23. Minute war er aber machtlos, denn der Spielertrainer zirkelte den Ball gekonnt zum 1:1-Ausgleich ins Bayreuther Gehäuse. Doch die Freude hielt nicht lange, denn schon in der 31. Spielminute köpfte Bayreuths großer Kapitän Koßmann einen scharf herein geschossenen Eckball zur erneuten Führungstreffer ein. Genau davor hatte Renk seine Männer im Vorfeld noch gewarnt!
In der 43. Minute hatte Toni Graf noch eine Möglichkeit für den TSV Sonnefeld, knallte den Ball aber an die Latte und so gingen die Platzherren mit einem 1:2-Rückstand in die Halbzeit.
Drei Minuten nach der Pause hatte der TSV seine erste Ausgleichschance und es folgten noch mehrere: Immer wieder war es Bastian Renk, der am starken Bayreuther Torwart verzweifelte. Zweimal per Kopf und einmal direkt aufs kurze Eck (53., 55., 63.).
In der 69. Minute zielte auch Neuzugang Tayfun Özdemir knapp am Tor vorbei. Doch dann kam der große Auftritt von Renk: Der Spielertrainer gewann ein Sprintduell am rechten Flügel, bog in die Mitte ein und zog mit seinem vermeintlich schwächeren linken Fuß ab. Das war meisterlich: 2:2!
Nach der unten geschilderten Großchance kam es in der 82. Minute zur Schrecksekunde für den TSV: Torwart Jauch wollte einen Ball im Strafraum klären, kam einen Schritt zu spät und säbelte einen Bayreuther Stürmer von den Beinen. Den berechtigten Elfer verwandelte der Schuberth unten links sicher. Der TSV Sonnefeld bemühte sich danach um das 3:3, kassierte aber in der 91. Minute wieder durch Schubarth das vierte Gegentor zum 2:4-Endstand.
Die TSV offenbarte vor allem in der Abwehr seine Schwächen, holte keine zweiten Bälle. Der Gegner hatte mehr vom Spiel und vor allem einen glänzend aufgelegten Schlussmann im Kasten. Vom Gesamtbild aber waren es zwei Mannschaften, die sich durchaus auf Augenhöhe bewegten.


Trainerstimme

Bastian Renk (TSV Sonnefeld): "Schade, wenn wir das 3:2 machen, dann gewinnen wir wahrscheinlich das Spiel. Aber wir haben es nicht gemacht! Da fehlt einfach noch die Cleverness - das ist der Unterschied. Bayreuth schießt sechs Mal aufs Tor und macht vier Kisten. Gegen Frohnlach müssen wir cleverer spielen und einen Punkt erzwingen. Wenn wir aus dem Spiel heute lernen, dann war es ja gar nicht so verkehrt.


Die Statistik


TSV Sonnefeld - FSV Bayreuth 2:4 (1:2)

TSV Sonnefeld: Jauch - Kunick, Pawellek, Kappenberger L., E. Özdemir, Graf, Rödel, Renk, Beland (ab 70. Beland), T. Özdemir, Scheler (ab 80. Jakob).

FSV Bayreuth: Petrovic - Röthlingshöfer, Leykauf, Menzel, Graf (ab 72. Angerer), Schuberth, Koßmann, Sesselmann (ab 88. Hendel-Diaz), Schmidt-Hofmann, Konradi (ab 80. Ollet), Schwarzer.

SR: Dominik Fober (Herrieden). Zuschauer: 450.
Tore: 0:1 Christopher Schwarzer (1.), 1:1 Bastian Renk (24.), 1:2 Alexander Koßmann (35.), 2:2 Bastian Renk (76.), 2:3 Florian Schuberth (82./Foulelfmeter), 2:4 Florian Schuberth (90. + 1).




Kommentar
von Christoph Böger
Auftakt macht Lust auf mehr

Das macht Lust auf mehr! Ein Elfer, drei Alu-Treffer, sechs Tore, 93 unterhaltsame Minuten und 450 Zuschauer - das sind die wichtigsten Zahlen des historischen Landesliga-Debüts gestern beim TSV Sonnefeld.
Dass die Gäste aus Bayreuth dabei zwei "Kisten" mehr machten als die tapferen Lokalmatadoren war aus Sicht des Neulings zwar ärgerlich, doch kann das Ergebnis nicht über die Tatsache hinwegtäuschen, dass der Premieren-Auftritt des Aufsteigers Lust auf mehr Fußball in der Max-Schultz-Anlage gemacht hat!
Es lief exakt die 78. Spielminute, als allen Beteiligten der Atem stockte: Innerhalb von elf Sekunden klärten die Bayreuther mit vereinten Kräften im eigenen Fünfmeterraum. Gleich dreimal zielten die Sonnefelder "Scharfschützen" Steiner, Graf und Renk etwas zu ungenau und schossen die Verteidiger wie weiße Hülsen in der Kirmesbude ab, anstatt das Plastikkugel eiskalt zu versenken. Als schließlich kaum noch ein Gegner stand und der Weg ins erste große Landesliga-Glück frei schien, traf der überragende Bastian Renk nur das Lattenkreuz.
Schade aus Sicht der Platzherren, denn das wäre die 3:2-Führung und der dritte Treffer des Sonnefelder Spielertrainers bei diesem Schlagaustausch gewesen.
So aber zahlten die "Schwarz-Weißen" in der Schlussphase Lehrgeld. Bayreuths Taktgeber Florian Schuberth, bester Kicker auf dem grünen Rechteck, versenkte nämlich nur vier Minuten nach der atemberaubenden Tumult-Szene einen berechtigten Strafstoß zum 2:3 und machte in der Nachspielzeit mit dem 2:4 auch die letzten Hoffnungen auf den ersten Landesliga-Punkt in der Sonnefelder Historie zu nichte.
Der Sieg der Gäste war trotz der guten Möglichkeiten des TSV gerechtfertigt, da sie über die gesamte Spieldauer gesehen, die bessere Kugel schoben. Der Tabellenfünfte des Vorjahres war ruhiger am Ball und cleverer in den entscheidenden Phasen.
Die Renk-Elf kann dennoch auf dieser Leistung aufbauen und hat sicher noch viel Luft nach oben. Erst Recht wenn André Zapf, Manuel Friedlein und Ata Simitci drei Jungs wieder dabei sind, die vor allem der gestern doch recht unstabil wirkenden Defensive deutlich mehr Halt verleihen werden. Deshalb muss dieser Sonnefelder Mannschaft nicht Bange sein. Am Mittwoch im Derby beim VfL Frohnlach wollen sie sich aufs Papier schießen.
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