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Toter Feuerwehrmann in Coburg: Politiker verteidigt Gaffer und kritisiert Fahrer scharf

Nach dem tödlichen Unfall in Coburg springt ein Politiker den Gaffern zur Seite. Schon früher war der Mann mit verbalen Entgleisungen aufgefallen.
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Nach dem tödlichen Unfall in Coburg springt ein Politiker den Gaffern zur Seite. Schon früher war der Mann mit verbalen Entgleisungen aufgefallen. Foto: News5
Nach dem tödlichen Unfall in Coburg springt ein Politiker den Gaffern zur Seite. Schon früher war der Mann mit verbalen Entgleisungen aufgefallen. Foto: News5
Nach dem schweren Unfall am Montag in Coburg, bei dem ein 20-jähriger Feuerwehrmann starb, macht ein sächsischer FDP-Politiker negative Schlagzeilen. Er springt den Gaffern zur Seite und erhebt schwere Vorwürfe gegenüber dem Fahrer und Vater des toten Feuerwehrmanns.
Am 7. August stürzte ein 18 Tonnen schweres Löschfahrzeug in einer Kurve um und prallte gegen eine Mauer. Der 20-Jährige, der auf der Beifahrerseite saß, wurde bei dem Unfall tödlich verletzt. Der Unfall machte viele Menschen betroffen - weit über Coburg und die Region hinaus. Besonders tragisch sind die Geschehnisse, weil der Vater des 20-Jährigen am Steuer des Unglückswagens saß.
Vor Ort sorgten zudem Gaffer für Probleme. Ein 43-Jähriger hatte zusammen mit seinem 15-jährigen Sohn versucht, Foto- und Videoaufnahmen vom Unfallort zu machen. Außerdem drohte der 43-Jährige einem Feuerwehrmann Schläge an. Wörtlich soll er, wie die Polizei mitteilt, gesagt haben: "Was willst du denn von mir? Ich hau dir eine auf's Maul!" Die Polizei ermittelt gegen den Mann.


Politiker macht Fahrer Vorwürfe

Während das Verhalten der Gaffer für Empörung sorgt, stellt sich ein sächsischer Politiker demonstrativ auf die Seite der Schaulustigen. Der FDP-Politiker Christoph Gaitzsch sieht laut übereinstimmenden Medienberichten unter anderem von Tag24 und Nordbayerischem Kurier keine Behinderung durch die Gaffer.

Wortwörtlich hatte er auf seiner Facebook-Seite geschrieben: "Da hat kein "Gaffer" jemanden gefährdet. Wer jemanden nicht nur gefährdete, sondern letztlich tötete, war ein sogenannter "Maschinist", also der Feuerwehrmann, der den Wagen lenkte." Mittlerweile ist das Zitat nicht mehr online: Der Facebook-Auftritt des Politikers wurde gelöscht.

Schon im Februar hatte der Chemnitzer Lokalpolitiker laut Bericht von "Bild" und "Stern" Feuerwehrmänner als "Arschkrampen" bezeichnet, weil sie ihn mit dem Martinshorn aus dem Schlaf gerissen hatten. Nach seiner neuen Spitze gegen die Feuerwehr und vor allem gegen den Unfallfahrer droht Gaitzsch nun aber wohl der Partei-Ausschuss. So berichtet "Tag24", dass die FDP bereits ein Parteiausschlussverfahren eingeleitet habe.

Unterdessen hat am Freitag Joachim Herrmann ein neues Projekt gegen Schaulustige vorgestellt: Mit Sichtschutzwänden soll allzu neugierigen Menschen in Zukunft der Blick auf den Unfallort versperrt werden.
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