Wohlbach
3. Tischtennis-Bundesliga Süd

TTC Wohlbach hofft in der Rückrunde auf die Wende

Mit nur einem Sieg liegen die ambitionierten Wohlbacher auf dem letzten Tabellenplatz. Mit einer neuen Aufstellung soll der Sprung aus dem Keller gelingen.
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Yevgeniy Christ war in der Vorrunde eine feste Größe für die Wohlbacher im hinteren Paarkreuz. Nun spielt er an Position 2.  Foto: Horst Marr
Yevgeniy Christ war in der Vorrunde eine feste Größe für die Wohlbacher im hinteren Paarkreuz. Nun spielt er an Position 2. Foto: Horst Marr
Am Abend des 14. Oktobers schien es so, als hätten die Tischtennis-Herren des TTC Wohlbach die sportliche Wende in der 3. Bundesliga Süd geschafft: Nach vier Niederlagen zu Saisonbeginn gelang den Wohlbachern an jenem Samstagabend ausgerechnet gegen den "Angstgegner" FC Bayern München, gegen den man zuvor drei Spielzeiten nicht gewinnen konnte, ein befreiender 6:1-Heimerfolg. Da auch Leistungsträger G. C. Foerster nach seiner Verletzung zum ersten Mal wieder an der Platte stand, schienen die Aussichten für die vier restlichen Rückrundenspiele rosig.
Doch entgegen der Erwartungen der Vereinsverantwortlichen blieb die Signalwirkung aus, denn auch in diesen vier Partien gab es für den TTC wenig zu holen. Einem 5:5-Remis gegen Leiselheim folgten Niederlagen gegen Effeltrich, Grünwettersbach und Mühlhausen. Während die Wohlbacher bei den ersten vier Saisonpleiten meist chancenlos waren, legen in den letzten Spielen Siege immer in Reichweite.

Das Problem: die fehlende Nervenstärke in den Entscheidungssätzen. In den vergangenen vier Spielen mit Wohlbacher Beteiligung ging es elfmal in den entscheidenden fünften Satz - zehnmal mit negativem Ende für den TTC. "So ist das eben im Tischtennis. Insbesondere in dieser Liga kann jeder jeden schlagen, man muss in jedem Spiel in bester physischer wie psychischer Verfassung sein", erklärt Hubert Becker, 1. Vorsitzender des TTC Wohlbach.

Diese erhoffte Bestform erreichten in der Vorrunde nicht alle Wohlbacher Akteure. G. C. Foerster verpasste die ersten vier Partien aufgrund eines Muskelfaserrisses im Oberschenkel. Dazu fehlte er im wichtigen Heimspiel gegen den ASV Grünwettersbach II, da er an diesem Wochenende selbst Topspieler bei einem Turnier in Korea betreute.


Grozdanov unter den Erwartungen

Als zuverlässiger Punktegarant war auch Grozdan Grozdanov eingeplant, der nach der Verpflichtung des Tschechen Richard Vyborny im Sommer auf die zweite Position rückte. Die Einzelbilanz des Bulgaren liest sich mit zwei Siegen und 13 Niederlagen allerdings ernüchternd. "Grozdan hat erst gegen Ende der Vorrunde annährend Normalform erreicht", sagt Becker. Da der 33-Jährige Anfang November den Bund fürs Leben schloss, sei sein Fokus in dieser Zeit nicht ganz so stark auf das Tischtennis ausgerichtet gewesen, meint Becker und hofft auf eine deutliche Leistungssteigerung in der Rückrunde.


Hinteres Paarkreuz gestärkt

Die Rolle von Grozdanov wird dabei eine neue sein. Denn durch seine überschaubare Bilanz hat er beim QTTR-Wert, der die Spielstärke eines Akteurs aufzeigt und anhand dessen quartalsweise die Mannschaftsaufstellungen festgelegt werden, gegenüber seinen Teamkollegen an Boden verloren. Der Bulgare rutscht deshalb ins hintere Paarkreuz an Position 3, Yevgeniy Christ, der mit fünf Einzelsiegen und sechs Niederlagen eine solide Hinserie spielte, ist nun an zweiter Position gesetzt. "Das hintere Paarkreuz mit Grozdanov und Foerster ist unsere neue Stärke und müsste uns normalerweise Punkte einbringen", sagt Becker. Dass es beim Tischtennis selten "normal" läuft, weiß Becker aus seiner langjährigen Erfahrung als Tischtennis-Funktionär nur allzu gut. Bereits vor der Saison warnte der 1. Vorsitzende vor der hohen Qualität der Mannschaften und der Ausgeglichenheit der Liga.

Doch vor allem aufgrund des Transfercoups Vyborny, der vom Erstliga-Aufsteiger Bad Königshofen gekommen war, gab sich Becker optimistisch und rief einen Platz in der oberen Tabellenhälfte als Saisonziel aus. Eine Vorgabe, die nach der enttäuschenden Vorrunde und dem aktuell letzten Tabellenplatz kaum mehr zu erreichen ist. An der Qualität der Mannschaft zweifelt Becker nicht, am sportlichen Klassenerhalt (mindestens Platz 8) ebensowenig. "Unser Ziel ist es, noch einige Plätze nach oben zu kommen." Die nächste Chance für die Wende gibt es für den TTC Wohlbach zum Rückrunden-Auftakt am Sonntag, 14. Januar, beim Tabellendritten TTC Weinheim.



Vorrundenbilanz des TTC Wohlbach


Bilanz Mit 3:15 Punkten belegt der TTC Wohlbach nach der Vorrunde den 10. und letzten Platz der 3. Bundesliga-Süd. Den einzigen Sieg gab es am 5. Spieltag beim deutlichen 6:1 gegen den FC Bayern München. Gegen Neckarsulm und Weinheim gab es mit dem 0:6 die Höchststrafe.

Einzel Gesamtbilanz: 19 Siege und 35 Niederlagen. Vorderes Paarkreuz: Richard Vyborny 10:6, Grozdan Grozdanov 2:13; hinteres Paarkreuz: G. C. Foerster 2:4, Yevgeniy Christ 5:6, Patrick Forkel 0:3, Marc Seidler 0:3.

Doppel Gesamtbilanz: 5 Siege und 13 Niederlagen. Foerster/Vyborny 4:2, Christ/Grozdanov 1:5, Christ/Vyborny 0:3, Grozdanov/Seidler 0:2, Forkel/Grozdanov 0:1.
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