Coburg
2. Handball-Bundesliga

Lübeck-Spiel ein Fingerzeig für die Coburger Rückrunde?

Nach dem 24:21-Erfolg gehen die HSC-Profis mit einem guten Gefühl in den Urlaub. Auch Jan Gorr will einige Tage in der Heimat und in Österreich abschalten
Artikel einbetten Artikel drucken
HSC-Talent Benedikt Kellner (r.) machte nicht nur am Dienstag gegen den VfL Lübeck-Schwartau und Markus Hansen eine gute Figur.  Foto: Iris Bilek
HSC-Talent Benedikt Kellner (r.) machte nicht nur am Dienstag gegen den VfL Lübeck-Schwartau und Markus Hansen eine gute Figur. Foto: Iris Bilek
+1 Bild
Lang ist die Winterpause für die HSC-Handballer höchstens auf dem Papier: Denn auch wenn die Coburger erst wieder in sechs Wochen in Bietigheim aufgrund der EM-Pause in den Spielbetrieb einsteigen, haben die Akteure nach einer kräftezehrenden Vorrunde gerade einmal zehn Tage Urlaub. Am 8. Januar bittet Jan Gorr wieder zum Training. Der Coach selbst "gönnt" sich dabei noch weniger freie Tage.

Während sich seine Spieler am Mittwochmorgen in Richtung Heimat oder direkt in den Urlaub verabschiedeten, nahm der umtriebige Gorr schon wieder an seinem Schreibtisch in der Geschäftsstelle Platz. Die nächsten Tage wird der 39-Jährige die insgesamt mäßige Vorrunde seiner Mannschaft bis ins kleinste Detail analysieren und darüber hinaus die Ziele für die restlichen 18 Saisonpartien definieren. Erst über den Jahreswechsel nimmt sich Gorr eine viertägige Auszeit in seiner hessischen Heimat und bei einem Kurzurlaub in Österreich. "In diesen vier Tagen steht der Handball nicht ganz an erster Stelle, und das ist auch mal gut so", sagt Gorr, der am Tag nach dem überzeugenden 24:21-Sieg gegen den VfL Lübeck-Schwartau gelöst wirkt.

Es war eine der wenigen Coburger Partien, in denen der HSC über die nahezu komplette Spieldauer trotz der körperlichen Belastungen in den vergangenen Wochen eine konstant gute Leistung ablieferte. "In der zweiten Halbzeit hat man einigen Spielern die extrem lange Vorrunde angemerkt, aber im Vergleich zum Spiel gegen den Bergischen HC hatten wir mit ,Kiwi' eine Option mehr und konnten die Kräfte besser verteilen", so Gorr. Mit dem Einsatz des siebten Feldspielers und einer offensiven 5:1-Deckung hat Lübeck-Schwartau den Coburgern ab Mitte der zweiten Halbzeit nicht nur kräftetechnisch, sondern auch taktisch alles abverlangt. "Der siebte Feldspieler hat uns kurzzeitig Selbstvertrauen genommen und uns genervt, aber wir haben dann Mittel dagegen gefunden und unser Spiel durchgesetzt."


Gorr bescheinigt mentale Stärke

Zwar ist Gorr mit dem aktuellen sechsten Rang und der Bilanz von 24:16 Punkten nicht wirklich zufrieden, doch stellt er seiner oft dezimierten Mannschaft ein insgesamt gutes Vorrunden-Zeugnis aus. "In Anbetracht unserer personellen Probleme haben wir einen ordentlichen Job gemacht. Ich denke, viele andere Mannschaften hätten in solchen Situationen nicht mehr an sich geglaubt und gezweifelt, und das hat meine Mannschaft nicht."

Die Leistung gegen Lübeck-Schwartau, aber auch die drei Partien zuvor gegen den Bergischen HC, Emsdetten und Nordhorn-Lingen sehe der Coburger Trainer als Fingerzeig, wohin es gehen könnte, wenn er mal wieder eine "größere Runde" zur Verfügung hätte. Die Vorzeichen dafür scheinen für 2018 gar nicht schlecht zu stehen. Zum Rückrundenstart wird Jan Gorr wohl "nur" auf die Langzeitverletzten Tom Wetzel und Girts Lilienfelds verzichten müssen, denn Torhüter Oliver Krechel soll im Laufe des Januars nach seiner Sprunggelenksverletzung wieder ins Mannschaftstraining einsteigen.


"Kiwi" beim Nationalteam

Etwas später zum Team stößt auch Romas Kirveliavicius, den vor Weihnachten muskuläre Probleme in der Wade außer Gefecht setzten, aufgrund seiner EM-Nominierung für die österreichische Nationalmannschaft. Zwar macht Gorr keinen Hehl daraus, dass er seinen Rückraum-Kanonier gerne die komplette Vorbereitung dabei hätte, aber ist sich sicher, dass die positiven Seiten überwiegen. "Für das eigene Land zu spielen, ist immer etwas Besonderes und eine gute Möglichkeit, sich neues Selbstvertrauen zu holen."


So lief die Vorrunde des HSC 2000 Coburg


Bilanz Mit zehn Siegen, vier Remis und sechs Niederlagen (24:16) steht der HSC nach 20 Spieltagen auf Platz 6. Der Rückstand auf den zweiten Aufstiegsrang, den derzeit die SG BBM Bietigheim (31:9) innehat, ist bereits beträchtlich. Zum Vergleich: In der vergangenen Saison wurde der TV Hüttenberg noch mit 25 Minuszählern Tabellenzweiter. In der Heimtabelle belegen die Coburger Rang 4 (16:6), auswärts nur Rang 9 (8:10).

Spieler Mit 138 Toren (67 Siebenmeter) in 20 Partien liegt Florian Billek ligaweit auf Platz 4. Unterstützung erhält er vor allem von den Rückraumspielern Tobias Varvne (75) und Stefan Lex (68). Letzterer beweist zwar mit starken 38 Assists seine Übersicht, leistet sich dafür aber auch die drittmeisten technischen Fehler (43) in der 2. Liga. Die Leistungen der HSC-Torhüter waren in der Vorrunde gut. Mit 38 Prozent gehaltener Bälle liegt Jan Kulhanek auf Rang 2 hinter dem Lübecker Marino Mallwitz. Auch Oliver Krechel hat mit knapp 34 Prozent eine gute Quote (Platz 8).

Zuschauer Knapp 23 000 Zuschauer kamen zu den elf Heimspielen. Das macht 2084 pro Partie und Platz 3 hinter Nordhorn-Lingen und Balingen-Weilstetten. Zum Vergleich: In der letzten Zweitliga-Saison 2015/16 kamen noch 2671 Zuschauer pro Spiel in die Coburger HUK-Arena.
Verwandte Artikel
Verwandte Fotoserien
Noch keine Kommentare
Sie sind nicht angemeldet.
Sie müssen angemeldet sein, um Kommentieren zu können!
registrieren