Ahorn
Handball-Bezirksoberliga Männer

Kunstadt überrollt HSG Rödental/Neustadt

Die Rödentaler waren gegen Primus HG Kunstadt überfordert. SG Bad Rodach/Großwalbur machte in der Schlussphase einen Vier-Tore-Rückstand wett.
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Mit einem 29:22-Auswärtssieg wurde die HG Kunstadt ihrer Favoritenrolle in der Handball-Bezirksoberliga bei Verfolger SG Rödental gerecht. Das Team von Spielertrainer Johan Andersson untermauerte eindrucksvoll seine Aufstiegsambitionen. Im Bild bremsen die beiden Ex-Coburger Hajck Karapetjan und Anton Lakiza (rechts) den Rödentaler Mike Weißbrodt, der auch schon für den HSC Coburg spielte und erst letzte Woche mit einem Blitztransfer aus Sonneberg nach Rödental wechselte. Foto: Iris Bilek
Mit einem 29:22-Auswärtssieg wurde die HG Kunstadt ihrer Favoritenrolle in der Handball-Bezirksoberliga bei Verfolger SG Rödental gerecht. Das Team von Spielertrainer Johan Andersson untermauerte eindrucksvoll seine Aufstiegsambitionen. Im Bild bremsen die beiden Ex-Coburger Hajck Karapetjan und Anton Lakiza (rechts) den Rödentaler Mike Weißbrodt, der auch schon für den HSC Coburg spielte und erst letzte Woche mit einem Blitztransfer aus Sonneberg nach Rödental wechselte. Foto: Iris Bilek
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Zwei lange Jahre mussten Spieler und Fans der ersten Handball-Mannschaft der HG Kunstadt auf diesen Moment warten. Nach vier "Endspielen" ohne Sieg im Kampf um den Aufstieg in die Landesliga platzte nun beim erneuten Gipfeltreffen mit der HSG Rödental/Neustadt der Knoten: Mit 29:22 (15:7) besiegte die Truppe von HGK-Spielertrainer Johan Andersson überraschend deutlich die Rödentaler und bleiben damit in der Männer-Bezirksoberliga ungeschlagen an der Tabellenspitze.

Mit solchen Leistungen könnte es in dieser Saison mit der Meisterschaft klappen. Ganz anders sieht hingegen die Situation beim Team von HSG-Coach Niels Greiner aus. Mit der Heimniederlage und nun fünf Minuspunkten verabschiedet sich der Absteiger zunächst aus dem Titelrennen. HaSpo Bayreuth II bleibt mit zwei Minuspunkten und zuletzt herausragenden Leistungen der Verfolger Nummer Eins der HGK. Diese feierte am Sonntagabend mit dem obligatorischen Freudentanz in der Franz-Goebel-Halle. Vielleicht das erste Mal in dieser Saison trat die Andersson-Truppe als echtes Team auf.


HSG Rödental/Neustadt gegen
HG Kunstadt 22:29 (7:15)

Die 6:0-Formation der Kunstadter stand so gut, dass sich die Zuschauer in der 25. Minute ungläubig die Augen rieben, als ein 3:13 auf der Anzeigetafel stand. HSG-Trainer Greiner verzweifelte an der Einfallslosigkeit seiner Mannschaft, die trotz schnellen Spiels an der gut gestaffelten HG-Abwehr um einen bärenstarken Toni Lakiza als Fels in der Brandung kaum eine Lücke fand - und falls doch, stand da ein Alexander Kießling im HGK-Tor, der den Gastgebern nicht nur dank drei gehaltener Strafwürfe den Zahn zog.

Erst als Rödentals Marcel Heil in der Offensive alles oder nichts spielte, kam der Tabellendritte noch zu einer akzeptablen Trefferquote und verkürzte zur Pause auf 7:15. Den Kunstadtern war klar, dass die HSG eine derart miserable erste Halbzeit nicht unbeantwortet lassen würde. Bis zur 45. Minute folgte auch in Ansätzen der Rödentaler Sturmlauf, der weiter von Marcel Heil, aber auch von Rechtsaußen Mike Weißbrodt, der wenige Tage vor dem Spitzenspiel vom Sonneberger HV zur HSG gewechselt war, angeführt wurde.

Beim 13:18 (43.) keimte beim Heimpublikum noch einmal Hoffnung auf, doch diese wurde von Kunstadts überragendem Angriffstrio erstickt: Hajck Karapetjan, Nicklas Oester und allen voran Spielertrainer Johan Andersson machten kaum einen Fehler und sorgten für die Treffer zum 14:25 (51.).

Rödental gab sich zu keiner Zeit geschlagen, musste aber volles Risiko gehen und wurde dafür auch zunehmend mit Zeitstrafen versehen. Dank des weiterhin starken Heil verkürzte die HSG noch bis zum 22:29, musste aber auch eingestehen, dass man mit einer Offensivkraft allein ein solches Spitzenspiel nicht gewinnen kann. Ohne ein einziges Tor von Kirchner, Metz, Günther und Jäckel scheiterte die HSG auch individuell an der Entschlossenheit und der besseren Physis der HGK.

HSG Rödental: Cichon, De Rooij - Heil (11/2), Weißbrodt (6), Göpfert (4), Fladt (1), Kirchner, Metz, Günther, Jäckel, Krauß, Bernecker, Anthofer, Schuhmann.
HG Kunstadt: Kießling, Swoboda - Andersson (9/2), Karapetjan (9/4), N. Oester (6), Maile (3/1), Brungs (1), Jung (1), Lakiza, O. Oester, Stirbati / SR: Langner, Liebsch (beide Hammelburg). mts


HC 03 Bamberg gegen
HG Hut/Ahorn 30:22 (11:9)

Mit zwei Niederlagen im Rücken und ohne Leistungsträger Stefan Döbereiner war der Druck auf die Ahorner Mannschaft bereits vor dem Anpfiff spürbar. Dass es dann auch noch gegen eine der besten Offensivmannschaften der Liga ging, machte die Sache nicht besser. Das Spiel startet aber anders als wohl von allen erwartet. Dank eines unüberwindbaren Marius Lesch im Ahorner Tor, gelang es den Hausherren, dem Bamberger Angriff den Zahn zu ziehen. Erst nach sieben Minuten mussten die HG den ersten Gegentreffer hinnehmen. Mit der starken Abwehr im Rücken konnte die Spielgemeinschaft die ersten Minuten schnell von hinten herausspielen und sich so nach 15 Minuten mit 5:3 absetzen. Diese Defensivleistung wurde aber nicht länger aufrechterhalten. Lesch lieferte im Tor zwar immer noch ein beachtliches Spiel ab, aber die Abwehr begann zu bröckeln. Die HG Hut/Ahorn zeigte vor allem in der ersten Halbzeit einen guten Kampf, doch das 8:8 in der 25. Minute sollte der letzte Treffer zu einem Gleichstand sein. Mit 11:9 für die Gastgeber ging es dann in Pause.

Die starke Abwehrleistung des Anfangs schien der HG ihrer Kräfte beraubt zu haben. Dies wurde in der zweiten Halbzeit sichtbar. Es wurden leichtsinnig Bälle weggeworfen und eine Großzahl an technischen Fehler produziert. Wenigstens war noch auf die Angriffskünste Deniz Balkans Verlass. Mit zehn Treffern und starken Einzelaktionen konnte er immer wieder Nadelstiche setzen und Ahorn anfangs noch in Schlagdistanz halten.

Nach 45 Minuten schien dann aber der Tank komplett leer zu sein. Die technischen Fehler häuften sich und die Bamberger kamen zu leichten Torerfolgen. Das logische Resultat bekam man so mit dem 30:22-Endstand serviert. Diese Acht-Tore-Niederlage war dem Spielverlauf entsprechend, allerdings nicht dem Potenzial, dass die HG Hut/Ahorn in den ersten Minuten der Partie offenbart hatte. Der Spielplan sieht jetzt zwei Wochen Pause für die Mannschaft aus dem Coburger Vorort vor. Diese soll intensiv genutzt werden, um im Spiel gegen den TV Gefrees über 60 Minuten attraktiven Handball zu zeigen.

HG Hut/Ahorn: Lesch, Ponsel - Balkan (10/3), Beetz (4), Birkner (1), Engelhardt, Friedrich, Harbecke (2), Hoffmann (1), Mundt, Schulze (2), Straub, Weikard (2) . jb


SG Bad Rodach/Großwalbur -
SG 12 Bamberg/H.28:28 (16:18)

Nachdem die SG aufgrund des Rückzugs der HSC-Dritten am vergangenen Wochenende spielfrei war und am "Grünen Tisch" den letzten Tabellenplatz verließ, wollte man nun endlich auch den ersten Saisonsieg einfahren. Doch zu Anfang schaffte es die SG nicht, an die gute Leistung des letzten Heimspiels anzuknüpfen. Das Offensivspiel bot Licht und Schatten - ansehnliche Kombinationen standen im Wechsel mit fahrigen Ballverlusten.

In der Defensive ließ man Agilität und Aggressivität vermissen und die Gäste zu einfachen Toren kommen. Trotzdem entwickelte sich ein ausgeglichenes Spiel (7:7, 10.). Die nach einem Drei-Tore-Lauf der Gäste aufkommende Nervosität unterband das Trainergespann mit einer Auszeit und man blieb getreu dem Motto "Wenn nichts mehr geht, geht Rottenbach" agierend über den Zwischenstand von 11:13 in der 20. Minute bis zur Pause in Schlagdistanz (16:18).

Ab Wiederanpfiff zeigte sich die Rodacher Abwehr stark verbessert, und zu Beginn der 34. Minute glich man erstmals wieder aus (18:18). Weitere vier Minuten später netzte Franzl zur zu diesem Zeitpunkt verdienten 21:20-Führung ein, und die verletzten, zum Zuschauen verdammten Spieler auf der Tribüne, standen Kopf. Doch anstatt das Spiel an sich zu reißen, besann man sich nun defensiv auf die Leistung zu Beginn des Spiels und offensiv darauf, den Pfosten zu treffen. So ließen die Rodacher die Hallstadter davonziehen (21:25, 47.).
Nachdem sich neben dem nur vorübergehend wieder genesenen Wagner auch noch Lutz ins Rodacher Lazarett begab, sahen die Hausherren beim Stand von 24:28 in der 54. Minute schon wie die sicheren Verlierer aus. Doch nun schlug die Stunde der Badstädter Nachwuchstalente. Lippold wuchs im Tor über sich hinaus, Ellis verwandelte auf Außen eiskalt und als Martin 90 Sekunden vor Schluss zum 28:28 ausglich, war das Momentum auf Seiten der SG. Auch wenn man die sich nun bietende Chance zum Sieg vergab, kann man angesichts der personellen Situation und des Spielverlaufs mit dem Remis zufrieden sein. Zwar sahen die Zuschauern einen nicht immer technisch hochklassigen Handball, aber der gebotene Kampfeswillen und das spannungsgeladene Spiel machten den Besuch in der Bayernhalle allemal lohnenswert.

SG Bad Rodach/Großwalbur: Schlund, Lippold - L. Wutschka (4), Franzl (1), Lutz (5), Rottenbach (10/1), Wagner (2), Tendera (2), Ellis (3), Martin (1), Kräußlich. wut
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