Coburg
Basketball ProB

Jetzt beginnt für den BBC Coburg der Abstiegskampf

Nach der knappen Niederlage in Rhöndorf sind die Chancen auf die Play-offs nur noch theoretischer Natur. Ein alter Bekannter könnte sein Comeback geben.
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Kevin Eichelsdörfer (Mitte) gibt die Richtung vor: Ihm und seinen Teamkollegen stehen harte Wochen im Abstiegskampf bevor.  Foto: Jens Gundermann
Kevin Eichelsdörfer (Mitte) gibt die Richtung vor: Ihm und seinen Teamkollegen stehen harte Wochen im Abstiegskampf bevor. Foto: Jens Gundermann
Was auch immer der BBC Coburg am Samstag in Rhöndorf in der Defensive versuchte, gegen einen Mann war einfach kein Kraut gewachsen: Der 23-jährige US-Amerikaner Kameron Taylor erledigte die Coburger mit einem sogenannten "Triple-Double" (35 Punkte, 12 Rebounds und 10 Assists) beim 89:86-Erfolg seiner Dragons fast im Alleingang. Auch im Hinspiel im November schnupperten die Coburger an einem Sieg gegen Rhöndorf, auch damals hieß der Spielverderber bei der 65:68-Heimniederlage (32 Punkte) Kameron Taylor.

Eindrucksvolle Leistungen, die für Matthias Haufer, den Sportlichen Leiter des BBC Coburg, eine gewisse Brisanz bergen. Denn Haufer, der vor seiner Zeit beim BBC als Spielervermittler tätig war, war es, der Taylor an einer kleinen Universität in Pennsylvania entdeckte und ihm im Sommer 2016 seinen ersten Profivertrag bei Ehingen Urspring in der ProA verschaffte. Konnte sich der flexibel einsetzbare Guard in der vergangenen Saison in der 2. Liga noch nicht wirklich durchsetzen, startet er in dieser Spielzeit als bester Punktesammler der ProB so richtig durch. "Die Partie am Samstag war ja nicht sein erstes Monster-Spiel in dieser Saison, er ist einfach zu gut für diese Liga", sagt Haufer.

Für den BBC Coburg wäre die Verpflichtung Taylors nicht machbar gewesen. "Zu dem Zeitpunkt, als wir unsere Verpflichtungen tätigten, war nicht abzusehen, dass Taylor in der ProB landet, sonst hätten wir zumindest versucht, alles an Geld zusammenzukratzen", erklärt Haufer.

An individueller Qualität mangelt es aber natürlich auch den Coburgern nicht, und seitdem Derrick Taylor das Traineramt übernommen hat, präsentiert sich das US-Duo Byron Sanford und Jordan Burris offensiv von seiner besten Seite. In Rhöndorf hat der BBC allerdings das erste Viertel völlig verschlafen (27:9), die Aufholjagd kam zu spät. "Wir spielen insgesamt viel besser als zu Beginn der Saison, werden von den Gegnern gelobt, aber davon können wir uns auch nichts kaufen", so Haufer. "Wir orientieren uns nach unten. Ziel muss es jetzt sein, den Klassenerhalt zu sichern." Das ursprüngliche Saisonziel "Play-offs" ist nur noch theoretisch zu erreichen, vermutlich müsste die Mannschaft von Trainer Derrick Taylor dazu alle restlichen sieben Hauptrundenspiele gewinnen.


Würzburg lässt aufhorchen

Die Luft nach unten wird dagegen immer dünner, vor allem da die anderen Kellerkinder personell aufrüsten. Die 2. Mannschaft des Bundesligisten s. Oliver Würzburg hat sich am Wochenende mit dem Letten Karlis Apsitis verstärkt, der in baltischen Ligen und im Europapokal bereits Erfahrungen auf höchstem Niveau sammelte. Sein Einfluss machte sich bereits am Sonntag beim überraschenden 86:55-Heimerfolg gegen den Tabellendritten Iserlohn bemerkbar. Die Unterfranken stehen nach ihrem dritten Saisonsieg (Platz 11, 6:24 Punkte) nur noch einen Sieg hinter den Coburgern (Platz 10, 8:22), die aktuell den letzten Nichtabstiegsrang einnehmen. "Würzburg scheint es mit aller Macht zu wollen. Und ich habe die Befürchtung, dass auch die Bayern noch etwas planen, das wird ein Hauen und Stechen", vermutet Haufer.

Die 2. Mannschaft des FC Bayern liegt mit 12:18 Punkten derzeit einen Platz vor den Coburgern, die ihrerseits auf eine große Shopping-Tour im "Schlussverkauf" - die ProB-Transferfrist endet an diesem Mittwoch - verzichten wollen. "Die ganz große Nachverpflichtung wird nicht kommen, da hat Würzburg auch andere Mittel. Unser Kader ist gut genug, um die Klasse zu halten", sagt Haufer und verrät aber auch, dass zumindest noch eine Ergänzung im Raum steht. Die Coburger verhandeln mit einem ProA-erprobten deutschen Flügelspieler, der seine Stärken vor allem in der Verteidigung hat, und bereits mit Trainer Derrick Taylor zusammengearbeitet hat.

Eine weitere Option ist ein Comeback des Rödentalers Fabian Franke, der seine Sneakers im letzten Sommer berufsbedingt an den Nagel hängte. Der 29-Jährige, der in der Region in einem Unternehmen im Gesundheitswesen arbeitet, habe seine Bereitschaft signalisiert, "im Notfall einzuspringen", so Haufer.


Wolf und Özdil vor Rückkehr

Das BBC-Lazarett lichtet sich derweil. Christopher Wolf soll nach seiner Daumenverletzung in dieser Woche wieder ins Mannschaftstraining einsteigen, und auch Sinan Özdil ist nach seiner Knieverletzung wieder belastbar. Einzig Flügelspieler Matthias Fichtner wird den Coburgern mit einer Meniskusverletzung wohl für sechs bis acht Wochen fehlen.
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