Coburg
Handball-Bezirksoberliga

Hut/Ahorn gelingt Comeback

Die HG erkämpft sich mit einem Schlussspurt im Derby gegen Weidhausen ein Remis. Die HSG Rödental/Neustadt verliert in Bayreuth.
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Stefan Döbereiner (mit Ball) zeigte mit seinen Ahornern im Derby gegen Weidhausen viel Moral.  Foto: Iris Bilek
Stefan Döbereiner (mit Ball) zeigte mit seinen Ahornern im Derby gegen Weidhausen viel Moral. Foto: Iris Bilek
Ein möglicher Wiederaufstieg ist für die HSG Rödental/Neustadt nach der 24:29-Niederlage bei HaSpo Bayreuth II in weite Ferne gerückt. Immer besser in Fahrt kommt der Titelkandidat Nummer eins, die HG Kunstadt. Trotz einer guten Vorstellung der 3. HSC-Mannschaft setzte sich der Tabellenführer am Ende souverän mit 31:19 durch. Direkt vor den Coburgern in der Tabelle sind die HG Hut/Ahorn und der TV Weidhausen platziert, die sich im Derby 21:21 trennten. Weiter auf ihren ersten Saisonerfolg wartet die ersatzgeschwächte SG Bad Rodach/Großwalbur.

HG Hut/Ahorn -
TV Weidhausen 21:21 (8:14)

Beide Mannschaften gingen personell angeschlagen in das Spiel. Kurz vor dem Anpfiff musste das HG-Trainerduo Stefan Bartelmeß und Dominik Harbecke auf spontane Änderungen im Kader reagieren. Bei Weidhausen fehlten wie bereits seit vielen Wochen einige Stammspieler. Trainer Frank Steinberger standen neben dem Ersatztorwart nur vier Auswechselspieler zur Verfügung.
Die ersten fünf Minuten gestalteten die Gastgeber noch ausgeglichen. Dann verlor die HG aber ihren Rhythmus, was sich vor allem durch Hektik und unnötige Ballverluste äußerte. So zogen die Gäste Tor um Tor davon. Zur Halbzeit setzte sich Weidhausen mit sechs Toren ab.

In der zweiten Halbzeit sollte sich den Zuschauern jedoch ein komplett anderes Bild bieten. Die Ahorner zeigten nun Charakter und arbeiteten als Team. Ab der 40. Minute fruchteten die Bemühungen schließlich auch. Der Rückstand konnte auf drei Tore reduziert werden. Beispielhaft für den Willen der Coburger Spielgemeinschaft waren aber vor allem die letzten zehn Spielminuten. Die Abwehr um Recken Friedrich musste kein Gegentor mehr hinnehmen und Ahorn war selbst mehrmals erfolgreich. Das Comeback wurde mit dem Ausgleichstreffer 40 Sekunden vor dem Ende von Dominik Birkner gekrönt. Das 21:21-Unentschieden beschert der HG Hut/Ahorn weiter ein ausgeglichenes Punkteverhältnis, mit dem man sich im Mittelfeld der Tabelle wiederfindet.

Zu Recht unzufrieden war Gästetrainer Frank Steinberger nach der Partie. "Wir schießen in den letzten acht Spielminuten kein Tor mehr. Machen in dieser Zeit auf dem Weg in den Angriff zu viele technische Fehler und vergeben gleich drei hundertprozentige Einwurfmöglichkeiten, und müssen uns auch noch den Vorwurf gefallen lassen, dass wir im zweiten Spielabschnitt drei Siebenmeter verwerfen."
HG Hut/Ahorn: Lesch, Ponsel; Balkan (2), Birkner (4/2), Döbereiner (5), Engelhardt, Friedrich, Hanke, Harbecke (5/1), Mundt (2), Schulze (2), Straub, Weikard (1). - TV Weidhausen: Zapf, Faber; Werner (5), Büttner (5), Bauer (4/1), Reichel (3/1), Pechauf (1), Haischberger (1), Staude (1/1), Querfeld (1), Freitag, Goller.

HG Kunstadt -
HSC Coburg III 31:19 (16:11)

Trotz des relativ klaren Endergebnisses lieferten sich beide Mannschaften am Samstagabend ein absolut unterhaltsames Duell, was zum einen an der Kunstadter Spielfreude, aber auch am nicht zu übersehenden Talent des jungen Coburger Kaders lag. HSC-Coach Andreas Gahn war mit seiner Truppe ganz sicher nicht an den Obermain gereist, um ohne große Gegenwehr beide Punkte zu überreichen. Dagegen sprach bereits die Aufstellung mit sechs Spielern der eigenen Bundesliga-A-Jugend, zum anderen aber auch ein klar erkennbarer Plan des Coburger Trainers. Der nahm nämlich von Beginn an mit Hajck Karapetjan und Johan Andersson den Kunstadter Rückraum mittels direkter Manndeckung aus dem Spiel.

Die HGK brauchte einige Zeit, um sich darauf einzustellen. Und auch die Kunstadter Abwehrreihe ließ dem wurfgewaltigen Christopher Härtl anfangs zu viel Freiraum. Coburg ging folgerichtig mit 4:2 (10.) beziehungsweise mit 6:4 (12.) in Front. Im Stile eines Tabellenführers ließ sich die HGK davon aber nicht aus dem Konzept bringen und stellte der jugendlichen Unbekümmertheit des Gegners die eigene Erfahrung und eine geschlossene Mannschaftsleistung entgegen.

Die Kunstadter waren in der Lage, das Spiel in die Breite zu ziehen, wovon vor allem Oliver Oester auf dem Flügel profitierte. Auch dank seiner Treffer zogen die Hausherren Tor um Tor davon und sorgten mit dem Halbzeitpfiff (16:11) für relativ klare Verhältnisse. Nach dem Wiederanpfiff blieb die HG mit einem weiterhin starken Alex Kießling zwischen den Pfosten hellwach und versuchte immer wieder, das Spieltempo hochzutreiben. Da auch die jungen Gäste aus der Vestestadt durchweg mit offenem Visier agierten, entwickelte sich ein hoch unterhaltsamer Schlagabtausch, den die Gahn-Truppe aber auch deshalb verlieren musste, weil das eigene Zielfernrohr nicht mehr scharf genug gestellt war.
HG Kunstadt: Kießling, Swoboda; O. Oester (6), N. Oester (5/1), Karapetjan (4/1), Brungs (4), Andersson (3), Petersen (3), Stirbati (2), Jung (2), Deuber (1), Maile (1), Lakiza.
HSC 2000 Coburg III: Apfel; Härtl (4), Leon Korn (4), Carl (3/2), Gahn (2/1), Merkwirth (2), Pernet (1/1), Louis Korn (1), Baucke (1), Wolter (1), Bühler.

Marktleuthen/Niederlamitz - Bad Rodach/G. 30:23 (15:10)
Die SG Bad Rodach/Großwalbur musste, wie schon in den vergangenen Spielen, verletzungsbedingt nicht nur auf Wagner sondern auch auf Kuhn, Kretschmer, B. Wutschka, Putz und Torhüter Weiß verzichten. Da auch noch Kräußlich beruflich verhindert war, reiste man mit nur zwei Auswechselspielern nach Marktleuthen.
Die Heimmannschaft konnte sich schnell absetzen und ging zunächst mit 6:2 in Führung. In der 22. Minute erhöhte Marktleuthen auf 12:7. Bad Rodach kämpfte aber und verkürzte in der 28. Minute auf 10:13. Ein Pfostenschuss von Lutz und der darauf folgende Konter brachte das 15:10 zur Halbzeit.
Die SG Bad Rodach/Großwalbur kam besser aus der Kabine und verkürzte mit schön herausgespielten Treffern auf 17:20 (39.). Mit etwas Glück hätten die Gäste noch näher herankommen können, aber oftmals stand das Aluminium im Weg. Mit zunehmender Spieldauer merkte man den Badstädtern den Kräfteverschleiß an und so fiel der Sieg der Hausherren etwas zu hoch aus.
SG Bad Rodach/Großwalbur: Habermann; Rottenbach (7), Lutz (6), L. Wutschka (5/2), Tendera (2), Schlund (1), Ellis (1), Franzl (1), Gräßel.

HaSpo Bayreuth II -
Rödental/Neust. 29:24 (8:12)

Aufgrund eines Leistungseinbruchs in der zweiten Halbzeit musste sich die HSG im Spitzenspiel in Bayreuth geschlagen geben. Im ersten Abschnitt lief noch alles nach Plan für die Schützlinge von Niels Greiner. Die HSG-Deckung packte hart zu und ließ die Bayreuther nicht zur Entfaltung kommen. Und im Angriff war vor allem auf Bastian Göpfert Verlass, der in den ersten 30 Minuten sechsmal erfolgreich war.
Bis zur 37. Minute hatte die Führung der Gäste Bestand, dann ging Bayreuth zum ersten Mal in der Partie in Front (15:14) und sollte diese auch nicht mehr abgeben. Anders als in der ersten Halbzeit hatte Rödental nun in der Abwehr überhaupt keinen Zugriff mehr und kassierte 21 Treffer. Die Bayreuther nutzten einige Zeitstrafen der Gäste eiskalt aus, kamen am Ende noch zu einem ungefährdeten Erfolg und untermauerten ihre Aufstiegsambitionen.
HSG Rödental/Neustadt: Florian Cichon, De Rooij; Anthofer (1), Metz (4), Jäckel, Krauß, Göpfert (9), Schuhmann (1), Legat, Günther (3), Heil, Kirchner (3/1), Fabian Cichon (3/2).
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