Coburg
2. Handball-Bundesliga

Gelingt den Coburgern im zehnten Anlauf ein Sieg?

Die Vorzeichen für einen Derby-Erfolg bei den Rimpar Wölfen standen für den personell geschwächten HSC 2000 Coburg allerdings wohl nie schlechter.
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Derbys gegen Rimpar waren für den HSC 2000 Coburg um Florian Billek (mit Ball, hier gegen Sebastian Kraus) in den vergangenen Jahren kein Spaß. Bei insgesamt neun Vergleichen gab es keinen einzigen Sieg und nur drei Remis für die Coburger.  Foto: CT-Archiv
Derbys gegen Rimpar waren für den HSC 2000 Coburg um Florian Billek (mit Ball, hier gegen Sebastian Kraus) in den vergangenen Jahren kein Spaß. Bei insgesamt neun Vergleichen gab es keinen einzigen Sieg und nur drei Remis für die Coburger. Foto: CT-Archiv
"Winterzaubernacht" in Coburg oder "Handballzauber" in Würzburg: Das ist wohl für so manchen Coburger die Frage, wenn es um die Gestaltung des kommenden Samstagabends geht. Wobei zwischen den DJK Rimpar Wölfen und dem HSC 2000 Coburg (s.Oliver-Arena, ehemals Carl-Diem-Halle, in Würzburg um 19.30 Uhr) wohl weniger der Handballzauber und spielerische Elemente im Vordergrund stehen werden, sondern eher der Kampf überwiegen wird - wie in so vielen Duellen zuvor. "Derby halt", wie viele Fans schon am vergangenen Wochenende äußerten. Doch die meisten Anhänger sind eher skeptisch, was den ersten Sieg gegen die Unterfranken überhaupt betrifft.


Fingerspitzengefühl bei Verletzten

Auch Coburgs Spielführer Till Riehn weiß das: "Schönes Spiel, schöne Atmosphäre, das macht von alleine noch mehr Motivation, man geht einen Schritt mehr als sowieso schon. Aber jedes Spiel ist derzeit aufgrund der fehlenden Alternativen sehr schwer für uns. Wenn jemand eine Pause braucht, sieht es eng aus für uns."

Trotzdem soll nicht überhastet agiert werden, um die Verletzten Petr Linhart, Marko Neloski, Jan Kulhanek, Philipp Barsties, Girts Lilienfelds und Tom Wetzel wieder zurück aufs Spielfeld zu bringen. "Alle Verletzten schuften für ihr Comeback. Wir werden aber nicht den Fehler machen, einen zu frühen Einsatz zu riskieren, da ist Fingerspitzengefühl gefragt", sagt Jan Gorr. Um die personellen Probleme des HSC weiß auch Wölfe-Coach Matthias Obinger, so dass sein Team ordentlich aufs Tempo drücken wird. Rimpar, die vor dem Sieg in Dresden letzte Woche drei Mal in Serie remis spielten, und dem Aufsteiger aus der Sachsen-Metropole die erst zweite Heimniederlage überhaupt beibrachten, werden gerade gegen den HSC einmal mehr hoch motiviert sein.


Respekt vor Rimpars Tormann

Besonders Max Brustmann im Tor, der die HSC-Angreifer zur Verzweiflung brachte, als er noch in Bad Neustadt aktiv war. "Doch es ist nicht nur Brustmann, sondern dazu gehört auch die aggressive Deckung vor ihm. Das wird für den Angriff, wo ,Kiwi' und Stefan, die seit Wochen die Hauptlast tragen, nicht einfach", so Gorr.

Die Wölfe, die neben einer defensiven Deckung auch variabel eine 5:1-Abwehr und eine auf die Halbposition versetzte 5:1-Variante spielen, werden auch bemerkt haben, dass dem HSC eine offensive Variante oft nicht bekommt. Da wird sich Gorr etwas einfallen lassen müssen.
In der eigenen Abwehr weiß Gorr "um die Routine des Gegners, der seit inzwischen vielen Jahren fast unverändert zusammenspielt. Dieser Einspielfaktor ist deren großes Plus."

Vor allem die Rückraumachse mit Steffen Kaufmann, meist nur im Angriff eingesetzt, Routinier Benjamin Herth und Shooter Patrick Schmidt. Dieser war mit 244 Treffern Zweiter der letztjährigen Torjägerliste, Kaufmann stand in dieser Saison bereits viermal im Team der Woche des Fachmagazins "Handballwoche". Das Trio hat vergangene Saison 629 der 1046 Treffer für Rimpar erzielt. Viel spricht derzeit angesichts der personellen Situation nicht für den ersten Coburger Derby-Erfolg gegen Rimpar.

Kapitän Till Riehn sieht es trotzdem positiv: "Wir hatten bis vor drei Wochen auch in Eisenach nicht gewonnen, vielleicht ist das ja ein gutes Omen."

Stefan Lex, vergangene Woche achtmal erfolgreich, geht ebenfalls mit einer optimistischen Einstellung in die Partie: "Für mich ist es das erste Derby in Rimpar. Ich habe natürlich schon gehört, dass Coburg noch nie gegen Rimpar gewonnen hat. Aber ich persönlich habe noch nie in Rimpar verloren. Das kann so bleiben und ich freue mich auf dieses Super-Duell." Immerhin ein gutes Vorzeichen für einen möglichen Coburger Premierensieg. Trotzdem: Unter den derzeitigen Voraussetzungen und den durchwachsenen letzten beiden Auftritten in Hildesheim und gegen Aue, werden die Coburger wohl einmal mehr die Punkte gegen die Unterfranken abgeben müssen - so wie wohl viele ihr Bares, sollten sie sich am Samstagabend statt für das Derby für die Einkaufstour anlässlich der Winterzaubernacht in der Coburger Innenstadt entschieden haben.



Samstag, 19.30 Uhr: Rimpar Wölfe - HSC Coburg


HSC 2000 Coburg: Patryk Foluszny, Oliver Krechel; Markus Hagelin, Lukas Wucherpfennig, Felix Sproß, Dominic Kelm, Petr Linhart, Sebastian Weber, Stefan Lex, Benedikt Kellner, Florian Billek, Till Riehn, Jakob Knauer (?), Tobias Varvne, Romas Kirveliavicius
Trainer: Jan Gorr

DJK Rimpar Wölfe:
Max Brustmann, Andreas Wieser; Sebastian Kraus, Stefan Schmitt, Dominik Schömig, Lukas Bohm, Patrick Gempp, Jan Schäfer, Patrick Schmidt, Steffen Kaufmann, Lukas Siegler, Philipp Meyer, Benjamin Herth, Julian Sauer
Trainer: Matthias Obinger

Schiedsrichter:
Tolga Karamuk / Nikos Seliger
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