Heilgersdorf
Fussball-Kreisliga

"Die Charaktere haben sich verändert"

Seit 20 Jahren ist Detlef Meißner im Trainergeschäft. Der Coach des SV Heilgersdorf verrät, was sich seitdem gewandelt hat und was seinen Klub auszeichnet.
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Detlef Meißner zu seiner aktiven Zeit beim TSV Meeder vor zehn Jahren: Mit Meeder schaffte der heute 52-Jährige als Spielertrainer den Durchmarsch von der Kreisklasse in die Bezirksliga.  Foto: CT-Archiv
Detlef Meißner zu seiner aktiven Zeit beim TSV Meeder vor zehn Jahren: Mit Meeder schaffte der heute 52-Jährige als Spielertrainer den Durchmarsch von der Kreisklasse in die Bezirksliga. Foto: CT-Archiv
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Vor dem 18. Spieltag in der Kreisliga Coburg klafft die Schere zwischen den vier Aufstiegsaspiranten und dem Rest der Liga weiter auseinander. Aber auch der SV Ketschendorf hinkt schon etwas hinterher. Am Sonntag sind die Top 4 haushohe Favoriten und werden wohl endgültig das Titelrennen unter sich ausmachen, während der Ligafünfte, aktuell die Coburg Locals, dauerhaft zum ersten Relegationsplatz (13. Rang) schielen wird.
Auch der SV Heilgersdorf ist ein Team, das im breiten Mittelfeld platziert ist. Der verletzte Goalgetter Tobias Schramm meinte nach dem Sieg in Wildenheid: "Wir schauen jetzt nach vorne." Aber vermutlich war diese Aussage in der "dritten Halbzeit" eher scherzhaft gemeint. SVH-Trainer Detlef Meißner spricht im Tageblatt dagegen völlig ernsthaft über seine Ambitionen.

Herr Meißner, nach 17 Spielen rangiert der SV Heilgersdorf mit 24 Punkten auf Platz 6. In Anbetracht der Vorsaison sicher sehr zufriedenstellend, oder?
Detlef Meißner: Auf jeden Fall ist es eine Steigerung, denn im Vorjahr standen wir vor Weihnachten mit zehn Punkten aus 18 Spielen schon mit einem Bein in der Kreisklasse. Aber auch in diesem Jahr kann es schnell wieder nach hinten gehen, daher ist die Platzierung im Moment sekundär.

Der verletzte SVH-Goalgetter Tobias Schramm erklärte nach dem Sieg in Wildenheid selbstbewusst, dass sein Team nun in der Tabelle nach vorne schaut. Teilen Sie diese Meinung?
Es ist eine geile Liga, in welcher der Tabellenfünfte nicht weit vom Relegationsplatz entfernt ist. Insofern ist der Blick nach vorne schon ein bisschen übertrieben, aber natürlich streben wir an, den bestmöglichsten Platz am Ende der Saison zu erreichen. Leider wissen wir nicht, wie es bei Tobias Schramm selbst weitergeht. Er ist aktuell mit seinem Knorpelschaden in Behandlung und ich hoffe, dass er nach dem Winter wieder eingreift. "Schoko" ist keinesfalls ebenbürtig zu ersetzen, und er war in der Vorsaison mit seinen Toren in der Relegation der Garant der für den Klassenerhalt.

Was war in Ihren Augen das beste Spiel der bisherigen Saison und was das schlechteste?
Vor knapp 14 Tage zu Hause gegen Ahorn beim 1:1 war es fußballerisch eine Katastrophe. Zu unseren besten Spielen zähle ich die 1:2-Pleite auf dem Nebenplatz gegen Ebersdorf. Hier hatten wir den Spitzenreiter phasenweise am Rande einer Niederlage. Nur die Cleverness fehlte uns. Auch der Sieg auf dem Kunstrasen auswärts gegen Ketschendorf ist noch hervorzuheben.

Vor der Winterpause geht es noch gegen Staffelstein und Bad Rodach: Sind die 30 Punkte ein Wunsch oder Pflicht?
Wir haben gerade zu Hause was gutzumachen und wollen uns zudem für die beiden Hinspielniederlagen revanchieren. In Neustadt zeigten wir eine deutliche bessere Leistung als zuvor. Wenn wir da anknüpfen, ist schon was möglich. Unser Ziel ist es, so viele Punkte wie möglich vor der Winterpause zu sammeln und wir wollen auf keinen Fall verlieren, um den Abstand auf diese Gegner zu wahren.

Heilgersdorf ist bekannt für Kameradschaft und Teamgeist. Ist das Ihr größter Vorteil?
Schon vor 17 oder 18 Jahren, als ich erstmals Trainer beim SVH war, waren für die beiden Aufstiege die beiden genannten Faktoren entscheidend. Die Zeit und die Typen haben sich geändert, aber die Mentalität in Heilgersdorf ist noch intakt. Der Klassenerhalt letzte Saison war ein Sinnbild für Wille und Entschlossenheit.

Sie sprechen es an: Sie sind bereits über 20 Jahre in dem Geschäft tätig. Was hat sich in Ihren Augen grundlegend verändert?
Die Charaktere und die Mentalität haben sich schon ein Stück weit verändert. Früher waren 95 Prozent und mehr beim Training, heutzutage hingegen kommen schon einige komische Ausreden. Dieses Problem gibt es aber wohl bei allen Vereinen.

Die Fragen stellte
Bastian Bieberbach.
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