Coburg
Vorrundenbilanz

BBC Coburg droht die ungeliebte Abstiegsrunde

Drei Siege und acht Niederlagen: Die ProB-Vorrunde lief für die Coburger Basketballer mäßig. Eine Zwischenbilanz.
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Kevin Eichelsdörfer bringt bislang viel Energie von der Bank und zeigt sich sicher aus der Distanz (39 % Dreierquote).  Foto: Hagen Lehmann
Kevin Eichelsdörfer bringt bislang viel Energie von der Bank und zeigt sich sicher aus der Distanz (39 % Dreierquote). Foto: Hagen Lehmann
Während sich die Fußballer vor wenigen Tagen in eine rund dreimonatige Spielpause begeben haben, und auch die HSC-Handballer nach ihrem Mammutprogramm in den kommenden Wochen ab Ende Dezember für einige Wochen pausieren dürfen, gibt es für die Coburger Basketballer keine Zeit zum Durchschnaufen.

Nach einer insgesamt enttäuschenden Vorrunde würde dem BBC eine kurze Unterbrechung des Spielbetriebs zur Neujustierung allerdings gut zu Gesicht stehen. Das bleibt jedoch Wunschvorstellung, denn bereits am Sonntag beginnt für die Coburger mit dem Heimspiel gegen Iserlohn die Rückrunde.

Situation: Der BBC steht nach Abschluss der Vorrunde mit drei Siegen und acht Niederlagen auf Platz 10. Spätestens nach der 83:90-Heimniederlage am Sonntag gegen die Dresden Titans, einem direkten Konkurrenten um den Einzug in die Play-offs, ist der achte Platz in weite Ferne gerückt. Denn die Coburger haben bereits zwei Siege weniger auf dem Konto als der aktuell Achtplatzierte, die Bayer Giants Leverkusen. Entscheidend könnte da schon das direkte Duell mit den "Riesen vom Rhein" am 10. Dezember sein.

Überhaupt kommt es für den BBC in den nächsten Wochen knüppeldick. Nach den Partien gegen Iserlohn (3. Platz) und Leverkusen (8.), geht es nacheinander gegen die Topteams aus Elchingen (1.), Rhöndorf (2.) und Schwelm (4.). Der Play-off-Zug könnte somit schon Mitte Januar für die Coburger abgefahren sein. In der vergangenen Saison waren in der ProB Süd zehn Siege für den achten Platz vonnöten - das heißt der BBC müsste wohl mindestens sieben der elf Rückrunden-Partien (davon nur fünf Heimspiele) für sich entscheiden.

Gelingt das den Coburgern nicht, müssen sie im März und April in der Abstiegsrunde, den Play-downs (Plätze 9 bis 12), um den Klassenerhalt kämpfen.

Personal: Die Coburger verfügen zwar über einen der ausgeglichensten Kader der Liga, Ex-Trainer Simon Bertram hat es aber während der Vorrunde nur im Ansatz geschafft, eine sportliche Hierarchie herzustellen.

Auch wenn Aufstiegsheld Jordan Burris nicht der große Wortführer ist, bemühte er sich, auf dem Parkett den Ton anzugeben. Seine Zahlen lesen sich mit 14,3 Punkten, 5,7 Rebounds und 2,7 Vorlagen im Schnitt mehr als ordentlich, doch sind dem Coburger Kalifornier im Vergleich zur letzten Saison etwas die Lockerheit und Treffsicherheit abhandengekommen. Obwohl seine erfolgreichen Dreier vom "Parkplatz" die Fans in der HUK-Arena stets von den Sitzen reißen, muss der 25-Jährige seine Wurfauswahl überdenken. Kein Spieler der Liga feuert häufiger von der Dreierlinie (8,2 Versuche pro Spiel), die Ausbeute ist mit 32,2 Prozent (Zweier: 43,2 %) getroffener Würfe ausbaufähig.

Während Burris die Erwartungen in der Vorrunde zumindest teilweise erfüllte, trifft das auf den zweiten potenziellen Schlüsselakteur, dem neuen Aufbauspieler Byron Sanford, überhaupt nicht zu. Nach starken Auftritten in der Vorbereitung gegen höherklassige Vereine, ließ er sein Können im Ligabetrieb maximal aufblitzen. Der 1,83-Meter-Mann wirkt durch und durch verunsichert, und traut sich kaum, seine athletischen Fähigkeiten und Qualitäten im Eins-gegen-Eins auszuspielen.

Nachdem Sanford zwischenzeitlich komplett aus der Rotation gefallen war, meldete er sich in Iserlohn mit einem guten Spiel zurück, bevor er gegen Dresden wieder enttäuschte. Eine Achterbahnfahrt, die unter dem neuen Trainer Derrick Taylor ein gutes Ende finden soll. Eine positive Entwicklung in der Rückrunde erhoffen sich die BBC-Verantwortlichen auch bei Anell Alexis, der in der Offensive noch immer wie ein Fremdkörper wirkt, und seinen "Vorgänger" Fabian Franke bisher bei weitem nicht ersetzen konnte.

Ordentlich erfüllten die beiden deutschen Neuzugänge auf den großen Positionen, Max von der Wippel und Christopher Wolf, ihre Rollen in der Vorrunde. Letzterer konnte seine starken Leistungen der beiden Auftaktpartien aber nur noch punktuell bestätigen.

Auch dem vielversprechenden Talent auf dem Flügel, Matthias Fichtner (19 Jahre), der verletzungsbedingt große Teile der Vorbereitung verpasste, ist der Durchbruch in Coburg mit nur neun Minuten Spielzeit im Schnitt noch nicht geglückt.


Vorrunden-Statistiken des BBC Coburg


Beste Werfer: Burris 14,3 Punkte im Schnitt; Walde 11,9; Wolf 9,0; Molosciakas 7,5; Stawowski 6,8; Eichelsdörfer 5,6; Alexis 5,5; von der Wippel 5,5; Sanford 5,1; Turan 3,6; Fichtner 3,3.

Rebounder: Burris 5,7 Rebounds; Wolf 4,6; von der Wippel 4,5; Stawowski 2,9; Walde 2,8; Sanford 2,7; Alexis 2,6.

Vorlagengeber: Burris 2,7 Assists; Molosciakas 2,3; Walde 2,1; Turan 1,9; Sanford 1,6; Wolf 1,6; Eichelsdörfer 1,5.
Effektivitätswert: Burris 14,5; Wolf 11,5; Walde 9,6; von der Wippel 7,7; Stawowski 6,9; Molosciakas 5,5; Eichelsdörfer 5,1; Alexis 5,0; Sanford 4,9; Turan 3,4; Fichtner 2,9.

Teamstatistiken: Zweierquote: 50,7 % (Platz 7 von 12); Dreierquote: 31,3 % (Platz 8); Freiwurfquote; 69,4% (Platz 6); Punkte pro Spiel: 74,2 (Platz 9); Rebounds: 32,0 (Platz 12); Assists: 15,9 (Platz 7), Steals: 7,8 (Platz 7), Blocks: 1,8 (Platz 10), Ballverluste: 15,3 (Platz 6), Fouls: 21,2 (Platz 11).
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