Frohnlach
Porträt

Hilmar Trunzer, der Frohnlacher Schlüsselmeister

Für Hilmar Trunzer kommt beim VfL immer mal wieder ein Posten hinzu - bald übersteigt ihre Zahl die der Schlüssel an seinem Stadion-Schlüsselbund.
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Hilmar Trunzer ist beim VfL Frohnlach ein echter "Schlüsselspieler". Er hat nicht nur die Schlüsselgewalt über das Stadiongelände, er übernimmt auch zahlreiche andere Aufgaben im Verein. Foto: Martin Kreklau
Hilmar Trunzer ist beim VfL Frohnlach ein echter "Schlüsselspieler". Er hat nicht nur die Schlüsselgewalt über das Stadiongelände, er übernimmt auch zahlreiche andere Aufgaben im Verein. Foto: Martin Kreklau
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Hilmar Trunzers Schlüsselbund wiegt locker ein halbes Kilo. Kein Wunder, denn der 61-Jährige kann sämtliche Türen, Gatter, Tore, Schleusen und was es sonst so auf dem Gelände des VfL Frohnlach zu verschließen gibt, öffnen. Wenn Trunzer seine Funktionen im Verein aufzählt, muss er vorher tief Luft holen: Er ist nicht nur Jugendleiter im Verein, sondern springt auch als Platzwart ein und ist Stadionsprecher der ersten und zweiten Mannschaft. Außerdem sähen ihn viele gerne als künftigen Vorsitzenden - einen Posten, den Trunzer jedoch kategorisch ablehnt. "Das mache ich nicht", sagt er streng. Die Ablehnung hat einen einfachen Grund: Seit Jahren schon möchte er sein Engagement etwas zurückschrauben, geklappt hat das bisher jedoch nicht. Im Gegenteil, immer mal wieder ist eine Aufgabe dazugekommen. Das bedeutet einen immensen Zeitaufwand - und dadurch gibt es ab und an "Knatsch mit meiner Frau", wie Trunzer es ausdrückt.


Ein Leben für den VfL Frohnlach

Trotzdem will er so lange wie möglich für den VfL Frohnlach arbeiten, nur sein persönliches Postenkabinett möchte er dabei etwas ausdünnen. Doch wenn es so viel Aufwand bedeutet, wieso macht er die Arbeit dann überhaupt? "In den ersten Jahren habe ich es für meine Kinder gemacht, dann für meine Enkel", sagt Trunzer. Auch sie sollten, wie er selbst, eine fußballerische Heimat in Frohnlach finden. "Fußball ist einfach mein Leben", sagt Trunzer. Seine Karriere begann er beim TSV Scherneck, ehe er nach Frohnlach kam. Höhepunkt war dann ein Einsatz im Landesliga-Kader des VfL, zu dem er allerdings durch einen Streich kam: "Mein Schwager sagte abends in der Kneipe zu mir, dass ich am nächsten Tag zum Torwarttraining kommen soll", erzählt Trunzer, der eigentlich Feldspieler war. Das habe er nicht weiter hinterfragt und sei dort aufgetaucht.


Plötzlich Torwart

Was er nicht wusste: Die beiden Torhüter hatten sich verletzt, und so waren beim Training nur er und der Coach. Also wurde er ohne weitere Verhandlungen für das nächste Spiel in den Kasten gestellt. Wenn Trunzer nicht im Willi-Schillig-Stadion ist, dann drückt er dem FC Bayern München die Daumen: "Das war schon immer mein Lieblingsverein." Doch bei aller Liebe - auch hier würde er nicht den Vorsitzenden mimen wollen.
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