Grub am Forst
Sportkegeln

Das Ziel bei der U23-WM perfekt umgesetzt

Sebastian Rüger hat Talent, Können und Ehrgeiz. Nach Gold und zweimal Bronze bei der Junioren-WM wurde der Sportler aus Grub deutscher Junioren-Meister.
Artikel einbetten Artikel drucken
Konzentriert bis in die Haarspritzen - Sebastian Rüger bei seinen Erfolgen in Kroatien während der Junioren-Weltmeisterschaft. Foto: privat
Konzentriert bis in die Haarspritzen - Sebastian Rüger bei seinen Erfolgen in Kroatien während der Junioren-Weltmeisterschaft. Foto: privat
+6 Bilder
Besser konnte es für den Auszubildenden Mediengestalter Bild und Ton kaum laufen. Als "Zugabe" holte er noch den deutschen Einzeltitel bei den Junioren - ein perfektes Jahr, zumal man seine berufliche Ausbildung, die Ende Juli bei itv-Coburg wohl bestens zu Ende geht, miteinbezieht.
Die Kegelwelt steht dem im September 23-Jährigen offen. Dennoch bleibt er auf den Boden der Tatsachen, setzt gezielt seine Worte, wenn man ihn nach Erfolg, Plänen und Aussichten fragt.


Eine spannende Zukunft

"Es ist gar nicht so einfach, alles unter einen Hut zu bekommen, Leistungssport, Beruf und Privatleben", kennt Rüger die Schwierigkeiten, die in den nächsten Jahren auf ihn zukommen werden.
Dennoch gilt seine Leidenschaft dem Kegelsport, dem er seit dem 5. Lebensjahr in Grub am Forst nachgeht. Ab zehn spielte er um Punkte bei Alle Neun und beim Freien Schwung, auch weil sein Vater Harald ein guter Kegler war und ihn von frühester Zeit als Heimtrainer bis heute unterstützt.
Auch wenn Sebastian Rüger andere Sportarten, wie Basketball oder Volleyball auf Grund seiner Größe ausprobierte, blieb er dem Kegeln treu.


Victoria Bamberg seine Basis

Bereut hat er natürlich nicht den frühen Schritt zu Victoria Bamberg, einer der ersten Adressen im deutschen Kegelsport. Auch nicht, als er für zwei Jahre zum damaligen Erst- und Zweitligisten Fürth wechselte, um dann wieder bei der Victoria anzuheuern.
"Auch wenn ich bis jetzt nur in der 2. Bamberger Mannschaft auf Holzjagd ging, war für mich klar, dass ich bei der Junioren-WM in Kroatien 2016 viel erreichen will", gab der Junior schon länger sein aktuelles Ziel preis.
Die neuen Bamberger Bahnen waren optimal für die lange Vorbereitungszeit auf Kroatien, wie er selbst im Nachhinein beschreibt. Der U23-Nationaltrainer Wolfgang Lutz aus Schrezheim erkannte zudem schnell die Fähigkeiten von Sebastian Rüger und wollte ihn als Schlussakteur für die deutsche Mannschaft in Kroatien. Das lohnte sich für das deutsche Team, aber auch für Rüger selbst.
Mit der Bestleistung aller Akteure von 659 Holz brachte Rüger das deutsche Sextett heran und letztlich auf Bronzekurs.
"Acht Holz fehlten uns auf Gold, aber wir freuten uns über die Bronzemedaille ", zog Rüger die erste kleine Bilanz. Die sollte noch besser werden, denn mit seinem Bamberger Kollegen Dominik Kunze, der im deutschen Team als einziger in einer 1. Bundesliga-Mannschaft vorher regelmäßig aktiv war, durfte Sebastian Rüger die Goldmedaille im Tandem in Empfang nehmen.


Unterstützung durch Madelaine

Was jetzt noch kommen sollte, war Zugabe, denn die WM war schon so toll gelaufen. Unterstützt von seiner Freundin Madelaine, die mit ihm sein persönliches WM-Tagebuch führte und als Trainer sein Vater an seiner Seite, gab es noch die Bronzemedaille in der Kombination, die er mit einer neun im vorletzten Wurf sicherstellte, und Platz fünf in der Einzelwertung.
Dieses tolle Resultat war natürlich auch Verpflichtung für ihn bei der kurz danach folgenden deutschen Junioren-Meisterschaft. Als Zehnter im 16 Mann starken Qualifikationsfeld rollte Rüger die Konkurrenz auf. In zwei Tagen musste er sechs Mal kegeln und 720 Wettkampfwürfe anbringen, ehe auch der deutsche Junioren-Titel unter Dach und Fach war.
Der absolute Höhepunkt in seiner bisherigen Karriere, die im nächsten Sommer als Junior endet. Was aber folgt jetzt?
Klar, dass der Kegelsport ihn nicht loslässt und Rüger weiter an der Kugel bleibt. Eine Anfrage aus Breitengüßbach vom Erstligisten gab es, aber für ihn ist klar, dass Bamberg weiter der Standort im nationalen Alltag bleiben wird.
"Natürlich will ich versuchen, in der 1. Mannschaft bei der Victoria Fuß zu fassen. Die Erfolge sprechen für mich, wenngleich sie immer wieder neu bestätigt werden müssen" gibt sich Rüger selbstbewusst, aber auch kritisch gegen sich selbst.
Und international? "Ja, 2017 gibt es die nächsten Herren-Weltmeisterschaften in Dettenheim. Aber da wird es sicher nicht einfach, im deutschen Team dabei zu sein und etwas zu erreichen", will Sebastian Rüger nicht über sein persönliches Ziel hinausschießen.


Beruflich in Coburg bleiben

Das wird auch künftig nicht einfach sein, zu artikulieren und in die Tat umzusetzen. Als Mediengestalter wäre nach der Ausbildung sicher ein momentaner Verbleib in Coburg nicht schlecht. Doch Rüger weiß, dass in diesem Bereich Köln oder Berlin die ersten Adressen sind. Nicht gerade Kegelhochburgen.
Klar ist für das heimische Kegeltalent aber in jedem Fall: Das Spiel Mann gegen Mann über 120 Kugeln ist mein Spiel und das Spiel der Zukunft im Kegelsport, allein schon deswegen, um international mitmischen zu können. Die bisherigen Erfolge machen sicher Mut und Lust auf mehr, auch wenn jetzt im Juli erst einmal ein Urlaub mit seiner Freundin angesagt ist. Kroatien wird aber trotz der jüngsten Erfolge dort nicht das Ziel sein, wie Sebastian Rüger verrät.
Verwandte Artikel
Verwandte Fotoserien
Noch keine Kommentare
Sie sind nicht angemeldet.
Sie müssen angemeldet sein, um Kommentieren zu können!
registrieren