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Kreis Coburg: An Leukämie erkrankt - Wie ein Verein hinter seinem Fan steht

Ein Fan des TSV Neuensorg hat Leukämie. Das TSV-Team setzt ein Zeichen und ist in dieser schweren Zeit an seiner Seite.
Freunde und Vereinsmitglieder besuchen Nico Guthseel im Klinikum Erlangen. Foto: privat
 
von DANIELA PONDELICEK
Egal, ob ein Fußballverein in der Bundesliga, Regionalliga oder Kreisklasse spielt: Am Spielfeldrand stehen Fans, auf deren Unterstützung der Verein sowohl bei Siegen als auch bei Niederlagen zählen kann. Dass aber auch eine Fußballmannschaft ihren Fans in schwierigen Zeiten beistehen kann, beweist gerade das Team des TSV Neuensorg.

Die gesamte Fußballabteilung des Vereins hält zusammen, um ihrem treuen Fan Nico Guthseel in einer sehr schweren Zeit zur Seite zu stehen. Nico Guthseel leidet schon zum zweiten Mal innerhalb von zwei Jahren an Leukämie - und jede Art von Unterstützung, die er aus dem Verein bekommt, gibt ihm neue Kraft für seinen erneuten Kampf gegen die Krankheit.

Tim Guthseel, Zweiter Vorsitzender des TSV und Nicos Bruder, hat alles ins Rollen gebracht: Von ihm stammt die Idee zur ersten Aktion. Die ganze Mannschaft hat sich dafür nach einer Partie aufgestellt. Die Mitglieder halten zwei Banner mit den Aufschriften "Kämpfen Nico" und "#Durchhalten" hoch. Das Bild wurde auf der Facebookseite des Vereins geteilt - und hundertfach geliked. "Wir wollten Nico zeigen, dass echt alle hinter ihm stehen und wollen, dass er uns bald wieder anfeuern kann", erzählt Tim Guthseel. Denn die Mannschaft vermisse bei jedem einzelnen Spiel Nicos passionierten Einsatz für den TSV. "Er stand immer jubelnd am Spielfeldrand - und wenn wir gewonnen haben, kam er nach dem Spiel in die Kabine und hat lautstark getrommelt", erklärt Tim Guthseel. Dadurch hätten sich die Siege noch besser angefühlt. "Und für mich war seine Unterstützung immer etwas ganz Besonderes - so habe ich gespürt, dass er stolz auf mich ist", erzählt er.


Weitere Vereine sind aufmerksam geworden

Bei der anfänglichen Banneraktion des TSV sei es danach nicht geblieben. Da Nico nicht nur leidenschaftlicher Fan des TSV ist, sondern auch der Spielvereinigung Greuther Fürth kräftig die Daumen drückt, hat sich ein Mannschaftskollege etwas ganz Besonderes für ihn einfallen lassen: "Er hat ein Trikot organisiert, auf dem die Fürther Spieler unterschrieben haben." Und auch Tim Guthseel habe nach dem Gruppenbild weiter gehandelt. "Als Nico nach der Chemotherapie die Haare ausgefallen sind, habe ich mir meine Haare aus Solidarität abrasiert", erzählt er. Doch mittlerweile stehe nicht mehr nur der TSV hinter Nico. "Wir bekommen Genesungswünsche von vielen Vereinen aus der Region", sagt er. Manche haben sich sogar von der Banneraktion des TSV inspirieren lassen und sich nach einem Spiel auch zu einem Gruppenfoto mit Banner aufgestellt.

So hat es auch der FC Adler Weidhausen gemacht - und das, obwohl es in der Vergangenheit viele hart umkämpfte Derbys zwischen den beiden Vereinen gegeben hat. "Einige unserer Spieler kennen Nico privat und deshalb ging uns das schon sehr ans Herz, als wir von seiner Erkrankung gehört haben", erzählt Lukas Faber, Torwart des FC Adler. Er war dabei, als die Idee entstand, Nico ebenfalls öffentlich mit einem Banner zu unterstützen. "Wir haben uns intern schon eine Weile darüber unterhalten, wie wir helfen könnten - und als wir dann sahen, wie der TSV sich zum Gruppenfoto aufgestellt hat, da dachten wir, wir machen auch ein Bild in Anlehnung an diese Aktion", erzählt er. Für ihn und den FC Adler sei es selbstverständlich, auch einem gegnerischen Fan bei diesem harten Kampf beizustehen: "In dieser Sache stehen wir schließlich alle auf derselben Seite."


Es geht nicht ohne Knochenmarkspende

Eines ist jedenfalls sicher: Nico ist von der Welle an Hilfsbereitschaft hellauf begeistert - egal, von welchem Verein die Hilfe kommt oder auf welche Art und Weise er unterstützt wird. "Er freut sich nach jeder Aktion wie verrückt und das gibt ihm neue Kraft", sagt Tim Guthseel. Und die sei besonders wichtig, damit Nico die nächste Etappe in seinem Kampf gegen Leukämie meistern kann: "Er braucht eine Knochenmarkspende, um den Blutkrebs zu besiegen", erklärt Tim Guthseel.


Der Bruder kommt als Spender infrage

Eine Zeit lang dachte der TSV deshalb darüber nach, eine eigene Typisierungsaktion für Nico in Neuensorg auf die Beine zu stellen - doch glücklicherweise mussten diese Überlegungen nicht in die Tat umgesetzt werden, weil Tim Guthseel selbst als Spender für seinen Bruder infrage kommt. "Ich bin nicht nervös, wenn ich an die Knochenmarkspende denke, denn obwohl der Eingriff für meinen Bruder große Folgen hat, so ist er für mich eigentlich keine große Sache", erklärt er. Schlussendlich appelliere er an alle, die noch in keiner Knochenmarkspenderdatei registriert sind, sich doch noch typisieren zu lassen: "Nico hatte Glück, dass ich als Spender infrage komme und er nicht allzu lange auf die erlösende Nachricht warten musste - aber so geht es nur einem Bruchteil aller Leukämieerkrankten."
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