Coburg
Geschenke

Royals danken den Falschen

Judith Volta, die Bürgermeisterin von Coburg, Oregon, USA, wundert sich: Prinz William lässt für das Hochzeitsgeschenk danken - dabei hat sie gar keins geschickt. Dafür wartet das deutsche Coburg immer noch auf Post: Hier war im April eine Kiste mit Coburger Spezialitäten an das Paar abgegangen.
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Kate und William freuten sich über ihre Hochzeitsgeschenke - aber sie bedankten sich beim falschen Coburg.
Coburg — Es waren so schöne Geschenke: Ein Teddybär, Coburger Schmätzchen, Lithografien und für alle Fälle ein Hotelgutschein. Die Stadt Coburg und etliche (ehemalige) Hoflieferanten gratulierten dem königlichen Hochzeitspaar, Prinz William und Kate Middleton. Doch ein Dank dafür ist bis heute nicht in der Vestestadt eingetroffen.
Michael Böhm, der als Koordinator des Stadtmarketings die Aktion in die Wege geleitet hatte, war deshalb schon fast am Boden zerstört. Alle anderen Coburger Gratulanten hatten schon Dankschreiben erhalten, nur die Stadt Coburg nicht.
Dafür aberJudith Volta, die 61-jährige Bürgermeisterin in Coburg, Oregon, USA. Die zeigt sich sehr verwundert über die pompöse Post aus Großbritannien: "Privat und vertraulich" steht (auf englisch) darüber, und dann: "Sehr geehrter Bürgermeister von Coburg, der Herzog und die Herzogin von Cambridge haben mich gebeten, Ihnen ganz herzlich für den köstlichen Geschenkkorb zu danken, den Sie so großzügig zur Hochzeit übersandt haben."
Judith Volta hatte aber nichts übersandt. Aus dem deutschen Coburg war kein Korb gekommen, sondern eine weiße Schleiflackkiste. Aber vielleicht war die gemeint: Das englische Wort "Hamper" bedeutet Geschenk- oder Schließkorb.
In Coburg, Oregon, machte die Geschichte schnell die Runde. Der Kolumnist Bob Welch vom Register-Guard, der Zeitung aus der benachbarten Stadt Eugene in Oregon, mutmaßt, dass der Buckingham-Palast für die Beantwortung der Hochzeitspost Hilfskräfte einstellte, die nach einem offiziellen Vertreter von Coburg suchten und auf Judith Volta und Coburg, Oregon, stießen. Welch vermutet, dass entweder "Coburg, Bayern" oder der gleichnamige Vorort von Melbourne, Australien gemeint sein müssten. In welcher Beziehung Coburg aber zum britischen Königshaus steht, wusste auch Welch nicht.
Auf seine Kolumne meldete sich Jo Ann Bates und verwies auf die verwandtschaftlichen Beziehungen des Hauses Sachsen-Coburg und Gotha nach England. Nun hofft Welch, dass er im August unter der Rubrik "Fragen und Antworten" dieses Rätsel auflösen kann. Judith Volta will die königliche Familie darüber informieren, dass sie die falsche Adressatin war.

Mehr dazu im Coburger Tageblatt vom Samstag, 23. Juli.
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