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"Gas geben" war goldrichtig

Nachdem die Firma Kupek einen größeren Auftrag verloren hatte, setzte sie auf Wachstum: neue Kunden, mehr Mitarbeiter, größerer Standort. Am 13. Juni ist Einweihung.
 
In jedem Ende steckt auch ein Anfang: Den eindrucksvollen Beweis für diese These liefert die Firma Kupek. Vor zwei Jahren kündigte ein Kunde einen großen Auftrag, ein bedeutender Umsatzanteil ging so verloren. „So standen wir vor der Entscheidung: entweder schrumpfen oder jetzt richtig Gas geben“, erinnert sich der Geschäftsführer, Rolf Kupek. Kupek setzte auf die zweite Alternative und lag damit goldrichtig. Die Mitarbeiterzahl hat sich seitdem auf 30 verdoppelt, der alte Standort wurde zu eng. Anfang des Jahres bezog die Firma ihren neuen, größeren Sitz im Stadtteil Cortendorf und investierte rund eine halbe Million Euro in Umbau und Erneuerung, die offizielle Eröffnung ist für 13. Juni geplant. „Nach rund einem halben Jahr intensiver Akquisition war es uns gelungen, neue Kunden von unserer Geschäftsidee zu begeistern“, berichtet Kupek. Die besteht darin, als Dienstleister anderen Firmen die Beschaffung und Logistik von so genannten C-Teilen abzunehmen. Als C-Materialien bezeichnet man Teile, die für das beschaffende Unternehmen von untergeordneter Bedeutung sind, dennoch für die Herstellung eines Produktes direkt oder indirekt benötigt werden, beispielsweise Ersatzteile, Katalogware oder auch Büromaterial und IT-Zubehör. Mittlerweile beschränken sich die Coburger nicht mehr auf den weltweiten Einkauf von klassischen C-Teilen, sondern beschaffen auch Material, das bei der Fertigung direkt in Produkte eingeht. Zum Beispiel liefern sie just-in-time Norm- und Spritzgussteile an die Fertigungsstraßen ihrer Kunden. „Wir haben uns vom reinen C-Teile-Beschaffer zum Anbieter komplexer integrierter Beschaffungslösungen entwickelt“, erklärt Kupek. Dazu zählen auch Bestellung, Einkauf, Rechnungswesen bis hin zu Qualitätsprüfung und -sicherung der beschafften Teile. Auf der Kundenliste stehen neben einigen Konzernen insbesondere mittelständische Unternehmen unter anderem aus den Bereichen Automobil, Bau, Chemie, Maschinenbau und Kunststoffverarbeitung. Wurden in der Vergangenheit überwiegend Kunden in der Region Nordbayern und Südthüringen beliefert, so erweitert sich der Kundenkreis mehr und mehr auf das Bundesgebiet, ganz Europa, Amerika, Asien und Südafrika. Viele Mittelständler hätten sich im Verlauf der boomenden Konjunktur vergrößert und neu ausgerichtet, sagt Kupek. Statt alles selbst zu machen, arbeiten sie verstärkt mit externen Dienstleistern. Die werden manchmal so eng eingebunden, dass sie Niederlassungen in deren unmittelbarer Nähe ihrer Auftraggeber gründen müssen. Auch für Kupek stehen in nächster Zeit solche zusätzlichen Standort-Entscheidungen an. Weil es die Nachfrage gab, hat der Unternehmer ein weiteres Geschäftsfeld eröffnet: Personaldienstleistungen. Er stellt Mitarbeiter speziell für die Bereiche Beschaffung, Logistik und Materialwirtschaft zur Verfügung. So ist Kupek in der Lage, an den jeweiligen Standorten der Kunden deren komplette Logistik zu übernehmen, vom Wareneingang über Lagerbewirtschaftung bis zum Versand. Kupek beschäftigt Bürokaufleute, Einkäufer, IT-Spezialisten, Lagerlogistiker und Projektmanager. Bisher, so sagt er, gab es keine Probleme, geeignete Fachkräfte zu finden. Das liege zum einen am guten Kontakt zu lokalen Partnern, wie Arbeitsagentur, Telezentrum Connect und der Beschäftigungsinitiative „50plus“. „Außerdem bilden wir einen Teil unseres Personals selbst aus.“ Derzeit sind vier Auszubildende beschäftigt, im Herbst kommt ein weiterer hinzu. Die positive Umsatzentwicklung der vergangenen Jahre hat durch zusätzliche Großprojekte noch an Dynamik gewonnen. Die Zeichen stehen für das Unternehmen weiter auf Wachstum. Das Ziel ist es, im Wettbewerb „ganz vorn“ dabei zu sein. Mittlerweile ist es laut Kupek möglich, viele Teile, die über Jahre in Osteuropa oder Asien beschafft wurden, wieder in Deutschland einzukaufen. Und das zu konkurrenzfähigen Konditionen. Das funktioniere nicht bei billiger Massenware, aber bei kleineren Stückzahlen, bei denen es auf Qualität, Liefertreue und Schnelligkeit ankommt. Wer im Einkauf erfolgreich sein will, muss weltweit agieren: Der internationale Anteil am Geschäft wachse von Woche zu Woche, sagt Rolf Kupek. „Von unserem fest in der Region verwurzelten Standort aus, denken und handeln wir global. Die Entwicklung von kundenspezifischen Lösungen und die ständige Optimierung der Abläufe treiben uns an.“

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