Bauherren investieren heute weniger

Neben dem starken Rückgang beim privaten Wohnungsbau registriert die Firma Kröckel Wohnbau einen Trend hin zum weniger kostenintensiven Bauen. In den nächsten Jahren soll der Wirkungsbereich des Unternehmens wachsen.
 
Die Bauwirtschaft darbte lange Jahre, seit 1995 hat sich die Zahl der damals 1,5 Millionen Bauarbeiter nahezu halbiert. Erst seit rund zwei Jahren hellt sich die Stimmung wieder auf. Einige Unternehmen gingen gestärkt aus der Krisenzeit hervor, die Firma Kröckel Wohnbau ist eines davon. Trotz der verbesserten Lage registrieren die Sonnefelder einen Trend hin zum weniger kostenintensiven Bauen. Schuld daran seien der Wegfall der Eigenheimzulage, steigende Lebenshaltungskosten und die Erhöhung der Mehrwertsteuer, sagt Klaus Kröckel, der das Unternehmen in vierter Generation leitet. Eine eher ungewöhnliche Kontinuität in einer Branche, die immer wieder schwarze Schafe anlockt: windige Unternehmer, die eine Firma eröffnen, innerhalb kurzer Zeit gegen die Wand fahren und ihre Kunden mit Bauruinen zurücklassen. Über 120 Jahre Bauerfahrung hat die Firma Kröckel, seit zehn Jahren ist sie im Bereich schlüsselfertiges Bauen aktiv. „Schlüsselfertiges Bauen hat einen hohen Dienstleistungsgrad“, erläutert der Chef. Die Kunden haben jede Menge Fragen rund um Kosten, Gesetze und Verordnungen, Koordination der Bauabläufe sowie Suche und Kontrolle der Handwerker. „Die meisten möchten dabei am liebsten nur einen Ansprechpartner“, weiß Kröckel. Deshalb arbeite er mit einem Netzwerk aus heimischen Firmen zusammen. „Früher war der typische Bauunternehmer ein Einzelkämpfer, aber das ist nicht mehr zeitgemäß.“ Die Kunden der Sonnefelder finden sich hauptsächlich in Stadt und Landkreis Coburg. Das Einzugsgebiet soll wachsen auf einen Radius von rund 25 Kilometern rund um den Firmensitz, also bis nach Bamberg, Sonneberg, Kronach und Kulmbach. Mit einem weiteren Anbieter ist der Wettbewerb überschaubar. Kröckel beschäftigt zehn gewerbliche Mitarbeiter, wie Maurer, Baufachwerker und Maschinenführer. Dazu kommen noch fünf Mitarbeiter in der Verwaltung und ein Auszubildender. Mit Bastian Kröckel als Leiter der Planungsabteilung ist bereits die fünfte Generation im Unternehmen. Um 60 Prozent ging der Eigenheim-Neubau in den vergangenen Jahren zurück, bei Kröckel dagegen wächst das Auftragsvolumen in diesem Bereich. Im Jahresdurchschnitt werden zehn Objekte abgearbeitet. Rund ein Drittel des Geschäfts macht das Bauen im Bestand aus, also Modernisierung, Aufstockung, Dachausbau, An- und Umbau. Zunehmende Bedeutung hat das Thema Ökologie beim Bauen. „Wir mauern und verputzen mit Material, das am Lebensende eines Hauses einfach zu entsorgen ist“, erklärt Kröckel. Zudem haben seine Mitarbeiter insbesondere im vergangenen Jahr zahlreiche Bauten mit Wärmepumpen und Solaranlagen ausgestattet. Hoffnung macht ihm zudem die aktuelle Eigenheimquote in Deutschland von 42 Prozent: „Da gibt es noch viel Potenzial.“
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