Coburg
Handball

Kiel gibt sich in Coburg keine Blöße

Der HSC machte es dem Deutschen Rekordmeister vor 1596 Fans oft auch zu leicht. Am Ende siegte der Favorit mit 30:25 (16:11).
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Neuzugang Tobias Varvne deutete an, wie wertvoll er für den HSC 2000 Coburg in der am Samstag, 26. August in Lübeck beginnenden Zweitliga-Saison werden kann. Der Schwede hat zweifelsohne Führungsqualitäten. Fotos: Timo Geldner
Neuzugang Tobias Varvne deutete an, wie wertvoll er für den HSC 2000 Coburg in der am Samstag, 26. August in Lübeck beginnenden Zweitliga-Saison werden kann. Der Schwede hat zweifelsohne Führungsqualitäten. Fotos: Timo Geldner
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Zum 6. Mal gastiert der deutsche Rekordmeister THW Kiel gestern Abend in Coburg. Neben einem Pokal- und zwei Erstligaspielen war es der dritte Vergleich in der Vorbereitung. Und der endete wieder mit einer Niederlage: 25:30 (11:16).
Dabei war der HSC 2000 vor knapp 1600 Zuschauern doch ein Stück weit davon entfernt, Kiel so im letzten Aufeinandertreffen Ende Mai in Bedrängnis zu bringen. Zur Erinnerung: 108 Sekunden vor Schluss hatte der HSC am 28. Mai noch 26:25 in Kiel geführt - verlor 28:26 und war abgestiegen.
Im Vorjahr gab es nach einem 35:25 im Jahr 2015 einen knappen 27:24-Erfolg der Kieler, die vor Jahresfrist aber sogar noch mit 17:20 in Rückstand gelegen hatten. Damals weilten jedoch viele Spieler bei den Olympischen Spielen in Rio. Das war gestern anders, sowohl vom Spielverlauf als auch vom Ergebnis, denn Kiel machte ernst!
Coburg musste auf Romas Kirveliavicius und Florian Billek verzichten, der sich im Nackenbereich gezerrt hatte. Coburg schaffte es diesmal aber nicht, auch nur ein einziges Mal in Führung zu gehen. Dafür waren vor allem das Passspiel phasenweise zu ungenau. Bei Kiel waren Domagoj Duvnjak, Rene Toft Hansen, Patrick Wiencek und Raul Santos nicht dabei, ansonsten lief das Team auf, das mehr Titel holen soll als im vergangenen Jahr und seine Ambitionen und Spielfreunde in der Arena mehr als andeutete.
Sie ließen sich nicht lange bitten, besonders die linke Seite mit Rune Dahmke und Nikola Bilyk machte mächtig Dampf, nutzten die Lücken in der Coburger Abwehr. Für Coburgs Trainer Jan Gorr an der Seitenlinie bestand viel Redebedarf, denn auch im Angriff war vieles zu ungenau.
Nach zehn Minuten stellte er dann seine Abwehr um, ließ Till Riehn in vorderster Front einer 5:1-Deckung agieren. Doch auch darauf hatte der Rekordmeister die richtigen Antworten parat. So wie Steffen Weinhold zum 5:10, als er mit einem Dreher Oliver Krechel im HSC-Tor keine Chance ließ.


Trainer Jan Gorr war unzufrieden

In einer Auszeit war Gorr die Unzufriedenheit über den Auftritt seiner Mannschaft anzusehen. Denn viele Ballverluste prägten die erste Viertelstunde und machten es Kiel leicht den HSC auf Abstand zu halten. Beeindruckend dabei die Explosivität von Niclas Ekberg, der mit schnellen Antritten von der rechten Außenposition die Abwehr des HSC immer wieder vor Probleme stellte.
Pfiffe gab es für Christian Dissinger der Lukas Wucherpfennig beim ersten Konter des HSC recht hart angegangen hatte. Der Ex-Kieler brachte den Ball trotzdem noch weiter an den Kreis zum mitgelaufenen Dominic Kelm, Dissinger sah Gelb.
Jetzt schien der HSC richtig im Spiel, doch Kiel profitierte weiter von der hohen Fehlerquote der Gastgeber. Bei denen fiel mit einem von der linken Außenposition einlaufenden Kelm eine neue Angriffsvariante auf, die auch die Kieler Abwehr immer wieder durcheinanderwirbelte. Doch der HSC belohnte sich für die Mühen nicht mit mehr Toren.
Das war nach Wiederanpfiff anders, Coburg kam auf drei Treffer heran, aber dieses Strohfeuer war schnell erloschen, weil Kiel über mehrere Stationen und einem abschließenden tollen Anspiel von Vujin auf Firnhaber am Kreis aufwartete.
Aber auch die Coburger zeigten, dass sie schöne Spielzüge im Köcher haben. So fiel das 16:21 aus schönen Stafette heraus und einem Zuspiel von Varvne auf den am Kreis auftauchenden Stefan Lex, der völlig unbedrängt einwerfen konnte. Insgesamt setzte sich das fort, was schon vor der Pause den Spielverlauf bestimmt hatte. War Coburg etwas näher gerückt, passierte fast immer ein unnötiger Ballverlust.
Aber sie ließen nicht locker und waren nach dem 17:24 mit vier Toren in Folge dann doch wieder auf Tuchfühlung. Sehenswert in dieser kleinen Serie ein Hüftwurf von Stefan Lex, der von der Unterkante der Latte ins Tor sprang. Da hielt es Kiels Trainer Alfred Gislason auch nicht mehr ruhig auf seinem Stuhl - Auszeit. Nach der hatte Coburg dann nicht mehr viel zu bestellen.
Trotzdem scheint die Mannschaft von Jan Gorr für die erste echte Bewährungsprobe im DHB-Pokal nächste Woche gegen den VfL Gummersbach und für den knackigen Saisonauftakt in Lübeck eine Woche später gerüstet. Mit der Hallenöffnung um 18 Uhr gab es eine gemeinsame Autogrammstunde, schon eine Stunde zuvor konnten sich die Fans an einer Wurfgeschwindigkeits-Messanlage probieren.
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