Coburg
Metallindustrie

Kaeser warnt vor 24-Stunden-Streiks

Der Fachkräftemangel sei das drängendste Problem der Metall- und Elektroindustrie in Oberfranken, sagt Thomas Kaeser. Nun kommt die Tarifrunde dazu.
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Darf die IG Metall zu 24-stündigen Warnstreiks aufrufen? Die Arbeitgeber meinen: nein. Foto: Peer Grimm/dpa (Archivfoto aus dem Jahr 2012)
Darf die IG Metall zu 24-stündigen Warnstreiks aufrufen? Die Arbeitgeber meinen: nein. Foto: Peer Grimm/dpa (Archivfoto aus dem Jahr 2012)
Die Konjunktur in der Metall- und Elektro-Industrie in Oberfranken zeigt sich in guter Verfassung. Das ist das Ergebnis der aktuellen Umfrage der bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeberverbände bayme vbm unter ihren Mitgliedsunternehmen in der Region, die am Donnerstag in Coburg vorgestellt wurde. "Fast drei Viertel der Unternehmen stufen die aktuelle Lage als gut ein. Die Geschäftserwartungen für das kommende Halbjahr sind trotz des anhaltend unsicheren globalen Umfelds und drohender Tarifauseinandersetzungen auf einem deutlich niedrigeren Niveau zuversichtlich", erläuterte Thomas Kaeser, Vorstandsvorsitzender der bayme vbm Region Oberfranken-West.

Problem sei aber der Fachkräftemangel. Die Unternehmen würden gern mehr Personal einstellen als sie können, sagte Kaeser. Gesucht würden vor allem Ingenieure und Informatiker, aber auch Metall- und Elektro-Facharbeiter. "Die Zahlen sind besorgniserregend: Während in Oberfranken auf eine offene Stelle 1,7 Arbeitslose kommen, sind es in der oberfränkischen M+E Industrie nur 0,7. Das führt schon heute bei fast 78 Prozent der Betrieben zu Einschränkungen in der Produktion", betont Kaeser.

Dass der Vorstandsvorsitzende des Metallarbeitgeberverbands in Oberfranken in der laufenden Tarifrunde die Dinge anders sieht als die IG Metall, liegt nahe. Die Gewerkschaft fordert unter anderem für die Beschäftigten, die Wochenarbeitszeit von 35 auf 28 Stunden vorübergehend absenken zu können. Die Löhne sollen aber nicht in gleichem Maße sinken. Das sei ungerecht, betont Kaeser, denn es führe umgerechnet unterm Strich zu einem höheren Stundenlohn für diejenigen, die ihre Arbeitszeit absenken. Der Arbeitgeberverband hat in in diesem Zusammenhang schon mit Klage gedroht.
Auch die 24-stündigen Warnstreiks, mit denen die Gewerkschaft im Februar beginnen will, hält Kaeser für "nicht legal": Würde flächendeckend so gestreikt, "dann wäre die Produktion überall für eine Woche lahmgelegt", weil die Produktionsausfälle sich in der Verarbeitungskette fortsetzen würden. "Das wäre dann vergleichbar mit einem echten Streik."
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