Coburg
Auszeichnung

Hohe Ehre für den "Mr. Grünes Band" aus dem Coburger Land

Der aus dem Coburger Land stammende Kai Frobel gilt als Initiator und Namensgeber des Naturschutzprojekts. Jetzt erhielt er den Bundesumweltpreis
Artikel einbetten Artikel drucken
Kai Frobel Foto: CT-Archiv
Kai Frobel Foto: CT-Archiv
Als "Das Grüne Band" kennen Naturinteressierte den ehemaligen Streifen der innerdeutschen Grenze. Dass der Initiator und Namensgeber des heutigen Naturschutzgroßprojekts aus dem Coburger Land kommt, wissen dagegen wenige. Kai Frobel stammt aus Hassenberg und widmete sich schon in den 70er und 80er Jahren wissenschaftlich dem Grenzstreifen und seiner Bedeutung für die Natur.
"Er war damals zeitweilig zweiter Vorsitzender der LBV-Kreisgruppe Coburg und sehr aktiv im AK Ökologie der BN-Kreisgruppe Coburg" erinnert LBV-Kreisvorsitzender Frank Reißenweber. Hatte sich Frobel damals auf die Untersuchung des Grenzstreifens in den Landkreisen Coburg und Kronach gewidmet, wurde diese Arbeit nach der Wende auf ganz Deutschland erweitert.
In seiner Laudatio zur Verleihung des Deutschen Umweltpreises würdigte Werner Wahmhoff, stellvertretender Generalsekretär der Bundesstiftung Umwelt, Frobels langjähriges Engagement. Er habe lange vor der Wende durch seine Vorarbeiten und seine Kontaktaufnahme zu Kollegen in der ehemaligen DDR die Basis für das Grüne Band gelegt. Durch das erste überregionale Pressegespräch "Todesstreifen als Zufluchtsort" und eine große Konferenz mit 400 Teilnehmern aus Ost und West habe er den Grundstein zur Resolution zum Schutz des Grünen Bandes gelegt.
In dem Raum, auf den sich Frobels Arbeit zuerst konzentriert hatte, entlang der Grenze an den Landkreises Coburg und Kronach, entstand inzwischen zusammen mit den Nachbarn in Hildburghausen und Sonneberg ein Naturschutzgroßprojekt, dessen Entwicklung mit rund zehn Millionen Euro aus Bundesmitteln finanziert wird.
"Das Grüne Band ist das erste und größte gesamtdeutsche Naturschutzprojekt. Nur durch die Liebe engagierter Naturfreunde konnte die rund 1400 Kilometer lange ehemalige innerdeutsche Grenze für die Pflanzen- und Tierwelt erhalten werden", sagte Wahmhoff bei der Verleihung des Preises.
Kai Frobel lebt heute in Nürnberg. Neben seiner leitenden Position im Projektbüro Grünes Band hat er einen Lehrauftrag am Lehrstuhl für Biogeografie der Uni in Bayreuth und ist Sprecher des Bundesarbeitskreises Naturschutz des BUND. Er teilt sich den Preis mit dem Vorsitzenden des BUND, Hubert Weiger, und Inge Sielmann, der Witwe des bekannten Naturfilmers Heinz Sielmann und Vorsitzende des Stiftungsrates der Heinz Sielmann Stiftung.


Noch ein Grünes Band

Kai Frobel berät mittlerweile auch den Naturschutz in Südkorea und man plant im dortigen viel breiteren Grenzstreifen an einer Stelle sogar die Wiederansiedlung des Amurtigers - wenn die Verhältnisse zwischen Nord und Süd sich auch dort einmal normalisieren. red
Verwandte Artikel
Verwandte Fotoserien
Noch keine Kommentare
Sie sind nicht angemeldet.
Sie müssen angemeldet sein, um Kommentieren zu können!
registrieren