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Aktion

Helfer aus Neustadt unterstützten Bedürftige in Rumänien

Die Mitarbeiter von Gerrom e.V. berichten von ihrem jüngsten Hilfstransport nach Nord-Rumänien.
Verteilung von Spenden(Kleidung und Lebensmittel) auf dem Land
 
Nach der Beladung des Lkw in Neustadt mit vielen Hilfsgütern (Bekleidung, auch Kinder- und Babysachen, Wäsche, Schuhe, Fahrräder, Kinderwägen), Lebensmitteln und medizinischen Gütern (Krankenstühlen etc.) starteten auch wir mit einem geliehenen Sprinter.
Die Fahrt über Nürnberg, Regensburg, Passau, Wien, Budapest, den Grenzübergang Oradea in Rumänien, bis Siret, dauerte etwa 24 Stunden, und nur bei den Tank-Stopps wechselten unsere drei Fahrer- bzw. Fahrerinnen. Landschaftlich besonders reizvoll war die Fahrt durch die Karpaten, die durch den Laubwald mild und lieblich wirken. Da es in Rumänien keine Autobahnen gibt, benötigten wir nach dem rumänischen Grenzübergang Oradea bis Siret noch einmal genau so lange, wie wir bis dahin bereits hinter uns gelassen hatten. Insgesamt eine Strecke von 1600 Kilometern.
Die Dominikanerinnen bereiteten uns einen herzlichen Empfang und waren von der Menge der Hilfsgüter komplett überwältigt. Sie selbst sind bereits in der Kinder- und Jugendhilfe tätig. So leiten sie einen Kindergarten mit 16 bis 18 Kindern, die auch im Kloster versorgt werden. Viele ihrer Eltern sind im europäischen Ausland unterwegs, um Geld zu verdienen. Die Kinder bleiben dann zumeist bei Verwandten oder Nachbarn - keine einfache Situation für alle Beteiligten - wenige der Kinder können diesen Kindergarten besuchen.
Bestürzend aber ist vor allem die Situation von behinderten Menschen in Rumänien, denn diese werden meist im Haus versteckt oder in Heime abgeschoben. Wir hatten die Gelegenheit, eine psychiatrische Klinik in Siret zu besuchen sowie ein Altenheim. In der psychiatrischen Klinik waren die Patienten, abgesehen von der therapeutischen Betreuung, zwar wohl versorgt, doch in einer zweiten weiteren psychiatrischen Klinik, so hieß es, würden Patienten sogar fixiert, und eine Besuchsmöglichkeit sei ausgeschlossen. Zwar handele es sich dabei um besonders schwere Fälle, die prekäre Situation behinderter Menschen in Rumänien lässt sich aber nicht leugnen.
Umso erfreulicher ist es daher, dass unsere Nonnen auch eine Frühförderung für behinderte Kinder bzw. solche mit Einschränkung, im Kloster etablieren möchten, mit dauerhafter Bleibe. Das Einzige, was aktuell fehlt, sind finanzielle Mittel, um den notwendigen Rohbau endlich fertigstellen zu können, denn an Fachwissen und Erfahrung zur adäquaten Förderung behinderter Kinder mangelt es ihnen gewiss nicht. Spendengelder für das Einsetzen von Türen und Fenstern, den Innenausbau und den Bau sanitärer Anlagen würden so dringend gebraucht.
Die medizinischen Hilfsgüter unserer Lieferung wurden von einem Arzt abgeholt, der zusammen mit seinem Team den Aufbau einer mobilen Krankenstation erreichen will. So könnten zukünftig auch die Menschen in den entlegenen Dörfern besucht und behandelt werden. Sein Begleiter, der Jugendlichen im Gefängnis durch Sportangebote und Weiterbildung eine Perspektive bietet, nahm dankbar unsere gespendeten Bälle entgegen.
Gemeinsam mit einem Sozialarbeiter der Stadt Siret, unserer Dolmetscherin Theresa und der Klosterleitung besuchten wir zudem sehr bedürftige Familien, denen wir die ersten Hilfspakete, bestehend aus Lebensmitteln, Kleidung, Schuhen, Wäsche, teilweise auch etwas Geld, übergeben konnten. Zu diesen Familien gehörte eine ältere Frau mit behinderter Tochter, fünf mäßig bis schwer behinderte Jugendliche, die aufgrund des Todes ihrer Mutter mehr oder weniger auf sich alleine gestellt waren, eine sehr kinderreiche und daher finanziell schlechter gestellte Familie, eine Familie, die wegen ihres abgebrannten Hauses in Not geraten war, und sich nun zu fünft einen einzigen Raum teilen musste, eine Familie mit psychisch krankem, arbeitsunfähigem Vater, sowie ein Ehepaar mit drei Kindern, wiederum teilweise mit einer Behinderung. Letztere sind aufgrund der Krankheit des Vaters in große finanzielle Not geraten und nun unmittelbar von der Zwangsräumung des Hauses bedroht.
Nur wenige dieser Familien hatten darüber hinaus fließendes Wasser, verfügten stattdessen nur über einen kleinen Brunnen, und im seltensten Fall gab es auch eine Toilette. Äußerlich machte hier auch das Ende der Teerstraße und der Beginn eines staubigen Weges auf die Bedürftigkeit der Menschen aufmerksam.


Große Dankbarkeit

Mit dem Besuch dieser Familien bot sich uns damit nicht nur die Gelegenheit, diese in den Fokus unserer Begleiter zu stellen, um zukünftig weitere Schritte der Hilfe einleiten zu können - im Besonderen wurde hier auch noch einmal die große Dankbarkeit und Freude, mit der die Leute unser Mitgebrachtes entgegennahmen, deutlich, worüber wir uns sehr freuten. Oft küssten die Menschen uns dazu die Hände. Alle informierten wir selbstverständlich über weitere Hilfsgüter im Kloster. "Wir danken herzlich allen Spendern und Vereinsmitgliedern, ohne die unsere Rumänienfahrt nicht möglich gewesen wäre, und hoffen auch auf Ihre zukünftige Unterstützung, mit dem Versprechen, dass Ihre Hilfe nötig ist, ankommt, und dankbar angenommen wird", sagt Gerrom-Vorsitzende Silke Wagner.
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