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Stadtentwicklung

Fluglärm stoppt geplantes Coburger Wohngebiet

Der Bau- und Umweltsenat legt den Bau neuer Wohnungen in Rögen auf Eis. Der Lärm durch den Verkehrslandeplatz sind zu groß.
Der Bau- und Umweltsenat hat jetzt wegen zu erwartender Lärmprobleme die Pläne eines Investors gestoppt, der in Rögen neue Wohnungen bauen wollte. Vor zwei Jahren schon machten die Einwohner der Stadtteile im Coburger Osten ihrem Unmut über Fluglärm von der Brandensteinsebene Luft. Seinerzeit war noch der Bau eines neuen Verkehrslandeplatz nahe Meeder im Gespräch. Foto: Christoph Winter
 
Von einem Verkehrslandeplatz, im Volksmund auch Flugplatz genannt, geht Lärm aus. Besonders startende Motor-Flugzeuge, gleich welcher Art und Größe, sind laut. Das hat der Bau- und Umweltsenat des Coburger Stadtrates gutachterlich bestätigt bekommen und neue Wohnhäuser im Stadtteil Rögen am Mittwoch auf Eis gelegt. Etwa 65 Menschen hätten in der Straße "Am Eichholz" eine neue Heimat finden sollen, was die Einwohnerzahl des Stadtteils um mehr als ein Viertel erhöht hätte. Die Nähe zum Verkehrslandeplatz Brandensteinsebene und der damit verbundenen Lärmbeeinträchtigungen stehen dem Vorhaben entgegen. Einstimmig stellte der Bau- und Umweltsenat den Vorhabens- und Erschließungsplan ein. Die Straße "Am Eichholz" verläuft in Rögen parallel zur Löbelsteiner Straße und dem Motschental.

Das Luftamt Nordbayern hatte in zu den geplanten Wohnungen im September des vergangenen Jahres erklärt, "gegen die Ausweisung eines allgemeinen Wohngebietes bestehen im Hinblick auf die bereits jetzt abzusehende Konfliktsituation zwischen Ruhebedürfnis von Bürgern und Schallimmissionen durch den Flugbetrieb erhebliche Bedenken". Bereits 2006 hatte das Luftamt ähnlich argumentiert. Damals war es um ein Areal gegenüber dem Feuerwehrgerätehaus und Spielplatz in Löbelstein gegangen. Dieses Gelände sei bei der Lärmbeeinträchtigung wesentlich unkritischer gewesen als das Gelände in Rögen am Ortsausgang Richtung Löbelstein.

Zwar forderte das Luftamt, sollte die Planung trotzdem weiter verfolgt werden, sei "in jedem Fall ein Hinweis aufzunehmen, dass mit Störungen oder Belästigungen durch Fluglärm zu rechnen ist". Rechtsansprüche gegen den Betreiber der Brandensteinsebene, "die mit Beeinträchtigungen durch Flugbetrieb begründet werden, bestünden somit nicht". Aber ein solcher Hinweis gewährleistet nach Einschätzung der Stabstelle Umwelt der Stadtverwaltung nicht, dass "es aufgrund erheblicher Belastungen durch den Flugbetrieb nicht zu möglichen Rechtsansprüchen kommt". Die Stabstelle Umwelt weiter: "Gegen den Verkehrslandeplatz bestehen aus Sicht des Immissionsschutzes Bedenken. Es ist absehbar, dass (...) die Immissionsrichtwerte für ein Wohngebiet regelmäßig überschritten werden."


Gutachten als Bestätigung

Ein Schallschutzgutachten eines Fachbüros für den Investor hat die Bedenken bestätigt. In einem Wohngebiet ist die Lärmbeeinträchtigung auf 55 Dezibel festgelegt, während des Flugbetriebs zwischen 6 und 22 Uhr sind die Werte mit 66,1 Dezibel "erheblich" darüber. Untersucht wurde der Überflug von Rögen durch ein Kleinflugzeug von maximal zwei Tonnen Gesamtgewicht. Zwischen 6 und 22 Uhr geht das Gutachten aufgrund der Zahlen aus dem Jahr 2012 von 37 Flugbewegungen täglich aus. Etwa 20 Sekunden dauere der Überflug. Nur mit einem sogenanntem passiven Lärmschutz, etwa Schallschutzfenstern, könnten die bestehen Richtwerte eingehalten werden.

Nach den Worten von Zweiter Bürgermeisterin Birgit Weber (CSU) seien die Anforderungen an den Schallschutz in der Vergangenheit gestiegen. Derartige Auflagen gelten für Bauherren in Rögen schon länger, ergänzte SPD-Stadtrat Andreas Gehring, der selbst in Rögen wohnt und die Beeinträchtigungen durch den Fluglärm wohl einzuschätzen weiß. CSU-Stadtrat Jürgen Oehm hatte zuvor insistiert, ob denn die Festlegungen nicht für alle Einwohner des Coburger Osten gelten würden. In der Septembersitzung des Bau- und Umweltsenats hatte das Bauunternehmen aus dem Coburger Land sein Vorhaben für die Straße "Am Eichholz" vorgestellt. Seinerzeit war man wohl noch von einem Verkehrslandeplatz nahe Meeder ausgegangen.
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