Coburg
Politischer Aschermittwoch

Die Putzfrauen und der Meister aus Ahorn

Wie sich die Dinge wandeln, zeigen Angie und Gabi, die Putzfrauen von Rathaus und Landratsam, beim politischen Aschermittwoch der Grünen.
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Angie (Angela Platsch) und Gabi (Gabi Jahn), die beiden Putzfrauen aud dem Rathaus und dem Landratsamt, machen sich Gedanken über das Globe, die Nachfolge des Landrats und über Wortbrüche. Foto: Helke Renner
Angie (Angela Platsch) und Gabi (Gabi Jahn), die beiden Putzfrauen aud dem Rathaus und dem Landratsamt, machen sich Gedanken über das Globe, die Nachfolge des Landrats und über Wortbrüche. Foto: Helke Renner
Da haben sie sich jahrelang echauffiert, weil ein neuer Verkehrslandeplatz gebaut werden soll. Und jetzt? Aus, vorbei. Stattdessen haben nun die Firmen-Chefs, die ihn wollten, Geld übrig für ein Globe, das als vorübergehende Spielstätte für das zu renovierende Landestheater und später als Kulturtempel fungieren könnte. "Seit zwei Jahren olbern die in der Stadt darum. Dann kommt der Meister aus Ahorn daher und dazu noch ein Linker mit einem Plan und schon geht's", stellt Angie fest. Ohne neuen Flugplatz sei jetzt ja auch genug Geld da. Also haben sich andere Unternehmer dem Meister angeschlossen und wollen ebenfalls was zum Globe beisteuern - leihweise. "Macht da der Schumacher mit?", will Gabi wissen. "Der könnte die Kartons für den Theater-Umzug beisteuern", findet Angie. Zwei grünen Förstern, die Bäume für das Globe verschenken wollen, statt sie zu "verschüren", attestieren die Putzfrauen nachhaltiges Denken. "Und wenn der Flugplatz nicht kommt, freut sich auch der Prinz. Sein Schloss bleibt stehen. Dafür könnte er ebenfalls Bäume spenden."

Alles könnte so schön sein, wäre da nicht Gabis Sorge, was wird, wenn ihr Landrat sein Amt niederlegt und in den Landtag wechselt. Dabei hat Angie erst kürzlich auf dessen Facebook-Seite gelesen, wie leidenschaftlich der Landrat seine Arbeit liebt. "Er zieht halt gern um", entgegnet Gabi. "Gibt es da auch wieder eine neue Frau?", will Angie wissen, nimmt die ungebührliche Frage aber sofort zurück. Dennoch, so ganz ungeschoren lässt sie den Landkreis-Chef nicht davonkommen. Am vergangenen Freitag hat er immerhin gegen seine Partei, die SPD, gewettert und den Vorsitzenden Martin Schulz wegen Wortbruchs gerügt. Ganz dünnes Eis, findet Angie und erinnert daran, wie der Landrat einst seine Meinung über den neuen Verkehrslandeplatz geändert hat.

Sei es drum, es gibt so viel mehr zu besprechen. Zum Beispiel die "Strabse", von denen sich Angie und Gabi längst verabschiedet hatten, weil "Leibla" doch total out sind. Frauensolidarisch stellen sich die beiden dann noch auf die Seite der beiden Bürgermeisterinnen, die in Neustadt und Coburg ihrer Ansicht nach übel gemobbt wurden. Das geht gar nicht.

Die schöne neue Sauna in Coburg, die "nach drei Tagen schon wieder geschlossen wurde, um Strom zu sparen" und das neue Krankenhaus auf dem BGS-Gelände beschäftigt die beiden ebenfalls. "Was wird denn dann aus dem alten Krankenhaus?", überlegt Gabi. Die Antwort ist klar: "Das wird grau-rot."

Wo die Putzfrauen sich mit aktuellen Fragen beschäftigen, schaut Karl-Heinz Lipp in die Geschichte und schlüpft in die Rolle von Karl Marx, um festzustellen, dass der auch schon grüne Ideen hatte. Sein Wunsch für Coburg ist eindeutig: "Nennt die blöde Hindenburgstraße in Karl-Marx- oder wenigstens Jenny-Marx-Straße um."
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