Coburg
Politischer Aschermittwoch

Der Kandidat macht die Musik

Der Landrat will in den Landtag: Michael Busch (SPD) erläutert, wie er seine kommunalpolitischen Erfahrungen in die Landespolitik einbringen will.
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Langjährige Bühnenpartner, nun im Wahlkampf: Landrat und Landtagskandidat Michael Busch (rechts) mit Achim Fischer. Foto: Simone Bastian
Langjährige Bühnenpartner, nun im Wahlkampf: Landrat und Landtagskandidat Michael Busch (rechts) mit Achim Fischer. Foto: Simone Bastian
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Noch sechs Monate bis zur Landtagswahl, und Michael Busch nutzte seine Bühne: Traditionell schafft es die Coburger SPD, den großen Saal des "Münchner Hofbräu" am Aschermittwoch zu füllen, und Busch tut, was er gut kann: Politische Häppchen verabreichen, gewürzt mit Ironie und garniert mit Musik.
Mit seinem Partner Achim Fischer servierte Busch Klassiker des Mühldeich-Duos, das früher auch im Coburger Fasching auftrat. "Hey Coburg" durfte genauso wenig fehlen wie "Pippi Langstrumpf", "Einer ist immer der Loser" oder - zum Schluss - "Wenn's dir gut geht, keine Angst, das geht vorbei".
Der SPD freilich geht es derzeit gar nicht gut, zumindest auf Bundesebene, und Busch ging mit dem Führungspersonal und seinem Verhalten nach der Bundestagwahl heftig ins Gericht: Eine "schier unendliche Reihe von taktischen, strategischen und personellen Fehlern" habe sich die Parteispitze geleistet. Dabei habe sie in den Koalitionsverhandlungen "einen guten Teil des Wahlprogramms durchsetzen können". Hängengeblieben sei aber der Eindruck, es sei Martin Schulz (Ex-Vorsitzender) und Andrea Nahles (Kandidatin für den Vorsitz) nur um ihre Posten gegangen. Eine Vorsitzende mit "Bätschi-Pippi-Langstrumpf-Auf-die-Fresse-Image" will Busch ausdrücklich nicht. Zumindest in der SPD im Raum Coburg ist er nicht allein dieser Ansicht.
Die Bundespolitiker kritisieren und dann selbst in die große Politik wollen? Eben nicht, sagt Busch: "Der Landtag ist nicht die große Politik. Es ist der uns nächste Gesetzgeber." Da wolle er seine Erfahrungen aus 34 Jahren Kommunalpolitik im Gemeinderat, Kreistag als Landrat einbringen. Themen gebe es genug, sagte Busch: Eine Regelung zur Straßenausbaubeitragssatzung, "die die Bürger entlastet und die Selbstverwaltung der Kommunen erhält", eine Neuorganisation der Krankenhausfinanzierung, so dass auch die Regionen berücksichtigt werden; eine bessere Finanzausstattung der Kommunen und weniger Bürokratie bei Förderprogrammen.


"Der Markus schiebt dich ab"

Busch verwies auf die Erfahrungen aus dem Moro-Projekt von Stadt und Landkreis, die genug Probleme aufgezeigt hätten, bei denen Kommunen und Landkreise auf die Landespolitik angewiesen seien: Ärztemangel, Lebensmittelversorgung, Starkstromtrassen, Stärkung des Ehrenamts.
Er wolle mit allen zusammenarbeiten, kündigte Busch an, regelmäßige Treffen veranstalten, "da, wo die Leute sind, nicht showmäßig". Ein paar Seitenhiebe gegen die CDU/CSU-Führung gab es auch, in der Rede und musikalisch. Angela Merkel wurde zum "Stern, der langsam untergeht"; auf den künftigen Heimatminister und Noch-Ministerpräsident Horst Seehofer dichteten Busch & Fischer "der Markus schiebt dich nach Preußen ab".
Die Diskussionen um die große Koalition und ums Führungspersonal haben der SPD eine Eintrittswelle beschert. Im Coburger Stadtverband erhielten Denise Harlos und Sören Wagner ihre Parteibücher aus der Hand von Carmen Schmucker-Brabec, der stellvertretenden Stadtverbandsvorsitzenden. Sie hatte in ihrer Begrüßung auf die sozialdemokratische Idee verwiesen. Busch und Fischer taten das mit ihres musikalischen Zugabe auch: Es erklang Mikis Theodorakis "Traum von Freiheit" auf Griechisch.
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