Coburg
Gemeinschaft

Da hat sich was gedreht in Coburg

Die "Castle Twirlers Coburg" veranstalteten einen "Tanz in einen Sommerabend" auf dem Gelände und im Saal der CoJe. 93 Tänzer nahmen teil.
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Ob in Coburg, an der Nordsee oder in England: Wer die 68 Grundfiguren des Square-Dance beherrscht, kann sich überall Tanzgruppen anschließen und mittanzen. F'oto: Daniela Pondelicek
Ob in Coburg, an der Nordsee oder in England: Wer die 68 Grundfiguren des Square-Dance beherrscht, kann sich überall Tanzgruppen anschließen und mittanzen. F'oto: Daniela Pondelicek
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Square-Dance und Techno-Musik - das passt doch gar nicht zusammen. Oder etwa doch? Was die "Castle Twirlers" in Coburg in der CoJe auf die Beine stellen, ist in Deutschland wohl einmalig: Beim "Tanz in einen Sommerabend" laden sie Square-Dancer aus nah und fern in die Vestestadt ein, um die 68 Grundfiguren des Square-Dance zu verschiedenen Musikgenres zu tanzen. Ob Swing, Gospel oder sogar klassische Musik: Alle Tänzer bekommen eine bunte Musikauswahl geboten, zu der sie dann das Tanzbein schwingen können. Jeweils eine Stunde lang legt ein Caller zu einem der verschiedenen Genres auf.

"Damit wollen wir zeigen, wie vielseitig Square-Dance sein kann", erklärt Tunja Köster. Sie tanzt selbst schon seit 16 Jahren Square-Dance bei den "Castle Twirlers". Schließlich seien beim Square-Dance sonst auch keine Grenzen gesetzt. "Es kommt nicht darauf an, woher jemand kommt oder wie alt jemand ist, jeder ist beim Square-Dance willkommen. Ich habe sogar schon gesehen, dass in einigen Tanzgruppen Menschen im Rollstuhl mitgemacht haben. Wieso sollte Square-Dance dann an eine bestimmte Musikrichtung gebunden sein?", sagt sie.
Sie selbst sei durch ihre Mutter zum Square-Dance gekommen. Zuerst sei sie skeptisch gewesen. "Doch nachdem ich die schönen Petticoats gesehen habe und einmal aktiv mitgetanzt habe, hat es mir richtig gefallen", schwärmt sie. Ihr gefalle es, dass man durch Square-Dance viele neue Leute kennenlernt. "Und wenn man die Figuren einmal gelernt hat, kann man sie überall auf der ganzen Welt tanzen", erklärt sie. So habe sie sich vor ein paar Jahren auf einem Stadtfest an der Nordseeküste einer dortigen Square-Dance-Gruppe anschließen können. "Und erst im Frühjahr habe ich in Bratislava getanzt", erzählt sie.


Besondere Atmosphäre

Der "Tanz in einen Sommerabend" ist besonders schön im Freien. "Draußen zu tanzen, wenn es dunkel ist und man die beleuchtete Veste aus der Ferne sehen kann, macht die besondere Atmosphäre unserer Veranstaltung aus", erzählt Tunja Köster.

"Square-Dance ist im Prinzip Tanzen für Nicht-Tänzer", sagt Matthias Knabner. Beim "Tanz in einen Sommerabend" zeigt er als Caller, wie gut Irish Folk und Square-Dance zusammenpassen. "Es geht schließlich nicht darum, waghalsige Stunts aufs Parkett zu legen", erklärt er.


Keine feste Choreografie

Stattdessen liege die Schwierigkeit darin, dass es keine festgelegte Choreografie gebe. "Die Caller lassen die Tanzanweisungen in den Text der dargebotenen Lieder einfließen - das heißt, egal, wie oft ein Lied gespielt wird, die Choreografie dazu ist jedes Mal anders. Bei keinem anderen Volkstanz ergibt sich die Choreografie durch Zuruf", sagt er. Das mache den Spaß und die Spannung beim Square-Dance aus. "So können die Caller aber auch den Schwierigkeitsgrad jederzeit an die Tänzer anpassen", erklärt er. Ziel sei es, dass auch unerfahrene Tänzer Erfolgserlebnisse haben und die erfahrenen Tänzer gleichzeitig auch gefordert werden.

Auch Yvonne Ballentin ist durch ihre Mutter zu den Castle-Twirlers gekommen. "Als ich klein war, hat sie mich immer zum Tanzen mitgenommen und ich habe zugeschaut - dann wollte ich irgendwann selbst mitmachen", erzählt sie. Das sei nun schon 18 Jahre her. Am schönsten finde sie die Kleider, die sie beim Tanzen trägt. "Aber es ist auch schön, Tänzer aus anderen Clubs zu treffen und gemeinsam eine schöne Zeit zu verbringen", sagt sie. Für sie sei Square-Dance perfekt, weil sich dabei befreit fühle. "Wenn ich tanze, dann vergesse ich meinen Alltag und blende alles aus, was um mich herum passiert", erzählt sie.


Aus Stuttgart angereist

Eine weite Anreise zum "Tanz in einen Sommerabend" hatte Stefan Schuller. Er tanzt seit 2003 bei den "Stuttgarter Rebläusen". Beim "Tanz in einen Sommerabend" habe er mit vielen Leuten in Kontakt treten können und es seien Freundschaften entstanden.

Auch ihm gefalle es, dass man auf der ganzen Welt tanzen könne: "Letztes Jahr war ich auf der ,European Square-Dance Convention‘ in England und konnte dort mit Tänzern aus vielen verschiedenen Ländern in Kontakt treten."
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