Meeder
Organisation

Coburger Landfrauen feiern in Meeder ihr 70-jähriges Bestehen

"Das ist Heimat" ist das 70. Landfrauenjahr überschrieben - unter dem besonderen Stern von Gemeinschaft und Regionalität, Bodenständigkeit und Kreativität.
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Flower Power und Bonanza: Heidi Bauersachs und Diana Schramm führen die Gäste mit Witz und Charme durch sieben Jahrzehnte Landfrauengeschichte. Foto: Gabi Bertram
Flower Power und Bonanza: Heidi Bauersachs und Diana Schramm führen die Gäste mit Witz und Charme durch sieben Jahrzehnte Landfrauengeschichte. Foto: Gabi Bertram
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Wer ist prädestinierter für Heimat ohne bunte Trachtenverklärtheit, wer packt an für die Gemeinschaft? Es sind die Landfrauen. Mit solchen Worten begrüßte Kreisbäuerin Heidi Bauersachs beim traditionellen Landfrauentag am Aschermittwoch in Meeder die Landfrauen und ihre Gäste aus Bundes-, Landes- und Kommunalpolitik, darunter Hans Michelbach (MdB) und den stellvertretenden Landrat Rainer Mattern (CSU). Auf der Suche nach Werten in einer globalisierten Welt, so Bauersachs, sei das Wort Heimat wieder in aller Munde. Engagiert, modern, aktiv und aus Liebe zur Heimat seien es die Landfrauen, die seit 70 Jahren den ländlichen Raum mit gestalteten und den Dörfern ein Gesicht gäben. Sie hielten Hoftore offen, kümmerten sich um Familie, Betrieb, Weiterbildung, pflegten Brauchtum und lebten Gemeinschaft.

Mit Wort und Inhalt von "Heimat" beschäftigte sich auch der Festredner, Bezirksheimatpfleger Günter Dippold. Heimat habe für ihn zuerst mit sozialer Fürsorge zu tun, mit Vertrautheit, mit Gemeinschaft. Heimat, so Dippold, sei keine romantische Angelegenheit, sondern angesichts der Globalisierung "Basislager" für die Menschen, um in der Bühnenluft des Alltags zu bestehen. Wer Heimat empfinde, habe seinen Halt und seine Identität und sei ohne Furcht vor Überfremdung. "Franken ist vielmehr eine bunte bewegte Mischung, und selbst das Frankenlied stammt nicht von einem Franken, sondern von einem Badener", erklärte Dippold. In diesem Sinne sei Heimat Aufgeschlossenheit, Offenheit und Neugier von einem festen Halt aus.

Das Gegenteil von Heimat sei Eigensucht. All die Laienspielgruppen, Trachtenvereine, Volksmusikanten und Brauchtumspfleger, so Dippold, seien ehrlich mit Heimat verwurzelt, wenn es der Region diene und die aktive Gemeinschaft fördere. "Anpacken und sich in die Pflicht nehmen lassen, so leben die Landfrauen Heimat", erwies der Bezirksheimatpfleger seinem Publikum hohe Reverenz.


Anwältinnen der Heimat

Bayerische Bauernfamilien und die Landfrauen gestalteten und prägten Landschaft und Heimat, mit neuen Ideen, Kreativität, Bodenständigkeit und Tradition, grüßte Landes- und Bezirksbäuerin Anneliese Göller die Landfrauen. Deren Verwurzelung in der Region sei ein Juwel. Auch Hans Michelbach erkannte das Wirken der Landfrauen für und in den ländlichen Regionen an. Eine neue Regionalförderung sei auf den Weg gebracht worden, um den ländlichen Raum lebenswert zu erhalten und zukunftsfähig zu gestalten, sagte der Bundespolitiker. Landwirtschaft, so Vizelandrat Mattern, sei keine Bilderbuchromantik, davon könnten die Landwirte nicht leben und "wir nicht satt werden". Heimat sei nicht zu verordnen, sondern zu vermitteln, und dafür seien die Landfrauen die besten Anwältinnen.

Besonders aktive und langjährige Ortsbäuerinnen wurden geehrt. Und eine Spende gab es auch noch. Die insgesamt 250 Euro, die die VR-Bank im Blühstreifenfotowettbewerb ausgelobt hat und die gleich dreifach von Geschäftsführer Hans Rebelein für seine Fotokünste abgeräumt wurden, gab dieser gleich weiter an den Betriebshilfeausschuss. Heimat sei nämlich auch Solidarität, so Rebelein.
Flower Power, Bonanza, Beatles, Nylons und die ersten großen Mähdrescher in der Scheune: Die Damen des Kreisvorstands nahmen mit Witz und Humor die Gäste mit auf eine Zeitreise in sieben Jahrzehnte Landfrauengeschichte.

Ehrungen verdienter Ortsbäuerinnen:
15 Jahre: Christine Ehrsam (Itzgrund), Rosel Grass (Rohrbach), Ute Hahn (Gauerstadt), Elke Jugenheimer (Heldritt), Regina Michniowski (Moggenbrunn), Gabriele Renner (Kleinwalbur), Ines Scheler (Wiesenfeld), Diana Schramm (Meilschnitz), Sabine Walter (Plesten), Carmen Sämann (Witzmannsberg);
30 Jahre: Helene Backert (Horb), Karin Hoffmann (Rossach), Erna Scheler (Oettingshausen);
35 Jahre: Edith Schubert (Mährenhausen), Elisabeth Stammberger (Dörfles-Esbach);
40 Jahre: Rosalinde Hoffmann (Bad Rodach).
Für 25 Jahre aktive Arbeit im BBV wurde Christine Heider mit der Silbernen Ähre geehrt.
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