"Die Aufrechterhaltung des Spielbetriebs im angemessenen Räumlichkeiten halten wir auch während der Übergangszeit für unverzichtbar." Jan Saeger, Leiter der Unternehmenskommunikation bei Brose Fahrzeugteile, findet deutliche Worte. Anlass ist ein Vorstoß der Fraktionen von CSU/JC, PWC, SBC und FDP-Stadtrat Hans-Heinrich Eidt, die Kosten für eine Interimsspielstätte weiterhin zu deckeln. Im Dezember 2016 hatte der Stadtrat beschlossen, dass die Interimsspielstätte maximal sechs Millionen Euro kosten darf.
Doch offenbar wird mehr Geld gebraucht. Wie viel, darf die Stadt wegen des laufenden Verfahrens nicht sagen. Von "acht bis zehn Millionen" ist in dem Eilantrag die Rede, in dem verlangt wird, den Betrag auf keinen Fall zu erhöhen. Wenn ein Zelt als Ausweichspielstätte nicht akzeptiert werde, dann solle das Theater an wechselnden Orten spielen, heißt es darin.
"Das Coburger Landestheater ist über die Stadtgrenzen hinaus ein Leuchtturm in der kulturellen Landschaft Nordbayerns und bildet immerhin einen Gegenpol zum umfangreichen kulturellen Angebot beispielsweise in der Kulturerbestadt Bamberg", heißt es in der Brose-Stellungnahme.
Außerdem erziele Coburg überdurchschnittliche Steuereinnahmen. Das Landestheater werde zudem aufgrund des Staatsvertrags finanziell wesentlich vom Freistaat unterstützt. Der Freistaat Bayern habe überdies zugesagt, die Interimsspielstätte zu 75 Prozent zu finanzieren, "unabhängig von der Höhe der tatsächlichen Kosten".
Der Text schließt mit dem dringenden Appell: "Ich bitte Sie deshalb im Namen des Unternehmens Brose, das im Stadtrat von Oberbürgermeister Tessmer vorgelegte Konzept zu unterstützen und für eine angemessene Interimsspielstätte des Landestheaters einzutreten."

Hier die Stellungnahme im Wortlaut:
"Sehr geehrte Mitglieder des Coburger Stadtrats,
die durch den Eilantrag der CSU/JC, FDP, SBC und Pro Coburg entstandene Diskussion um die Übergangsspielstätte des Landestheaters verfolgen wir mit großem Interesse - und mit Sorge um den Kultur- und Wirtschaftsstandort Coburg. Ich wende mich deshalb im Namen des Unternehmens Brose an Sie.
Die Aufrechterhaltung des Spielbetriebs in angemessenen Räumlichkeiten halten wir auch während einer Übergangszeit für unverzichtbar.
In unseren Bemühungen, qualifizierte und anspruchsvolle Mitarbeiter für Brose zu gewinnen, stehen wir in einem intensiven Wettbewerb. Die Lebensqualität an unseren Standorten spielt dabei neben den direkten beruflichen Aspekten eine wichtige Rolle. Das Coburger Landestheater ist über die Stadtgrenzen hinaus ein Leuchtturm in der kulturellen Landschaft Nordbayerns und bildet immerhin einen Gegenpol zum umfangreichen kulturellen Angebot beispielsweise in der Weltkulturerbestadt Bamberg mit den Bamberger Symphonikern und dem ETA Hoffmann Theater.
Coburg erzielt im Vergleich zu anderen Städten in Bayern überdurchschnittliche Steuereinnahmen. Das Landestheater wird auf Grundlage eines Staatsvertrages finanziell wesentlich unterstützt. Und auch während der notwendigen Sanierung trägt
der Freistaat mit einer 75-Prozent-Förderungszusage zur
Finanzierung einer Interimsspielstätte maßgeblich bei, unabhängig von der Höhe der tatsächlichen Kosten. Es ist aus unserer Sicht deshalb nicht nachvollziehbar, aus Coburg heraus das Engagement der Stadt für die Fortsetzung eines so wichtigen kulturellen Angebots in Frage zu stellen.
Eine geeignete und auch für die gesamte Übergangszeit ausgelegte Übergangsspielstätte halten wir für unbedingt geboten. Das Landestheater von Provisorium zu Provisorium zu verschieben oder es, wie teils auch diskutiert, für die Übergangszeit komplett zu schließen, würde aus unserer Sicht das Ende dieser für die Stadt, ihre Menschen und Unternehmen so wichtigen Institution bedeuten. Damit würde sich Coburg im Wettbewerb mit anderen Städten einer seiner wenigen Stärken berauben.
Ich bitte Sie deshalb im Namen des Unternehmens Brose, das im Stadtrat von Oberbürgermeister Tessmer vorgelegte Konzept zu unterstützen und für eine angemessene Interimsspielstätte des Landestheaters einzutreten."