Coburg
Geburtstag

Autos und Basketball: Unternehmer Michael Stoschek wird 70

Michael Stoschek formte den Autozulieferer Brose zu einem Weltkonzern mit Milliarden-Umsatz.
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Archivbild: Am 04.06.2017 begrüßt Michael Stoschek den bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer in der Brose Arena Bamberg. Foto: Hans-Martin Issler/dpa
Archivbild: Am 04.06.2017 begrüßt Michael Stoschek den bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer in der Brose Arena Bamberg. Foto: Hans-Martin Issler/dpa
Michael Stoschek ist eine der prominentesten Unternehmerfiguren Frankens - und eine streitbare Persönlichkeit. Er ist Vorsitzender der Gesellschafterversammlung des Autozulieferers Brose mit rund 6,5 Milliarden Euro Jahresumsatz. Und: Als Aufsichtsratschef des Basketball-Serienmeisters Brose Bamberg bietet er dem großen FC Bayern in München Paroli. Am 11. Dezember wird Stoschek 70 Jahre alt - und hat den Generationswechsel bei dem familiengeführten Unternehmen eingeläutet. Im Sommer kündigte Stoschek an: "Die vierte Generation der Gesellschafter übernimmt schrittweise mehr Verantwortung und hat klar kommuniziert: Brose wird ein unabhängiges Familienunternehmen bleiben."

Stoschek selbst stieg in dem von seinem Großvater Max Brose gegründeten Unternehmen in Coburg mit gerade einmal 23 Jahren zum Chef auf. Er machte Brose zu einem weltweit agierenden Autozulieferer mit heute mehr als 25 000 Mitarbeitern in 23 Ländern. In jedem zweiten Neuwagen weltweit steckt nach Unternehmensangaben mindestens ein Produkt von Brose.

2003 verließ er das operative Geschäft, um fortan die Gesellschafterversammlung zu leiten. In den Hintergrund zog es Stoschek deshalb aber längst nicht. Stoschek, zweimaliger bayerischer Meister im Springreiten, prägt als streitbare Persönlichkeit die Region. Als 2004 eine Stadtratsmehrheit ablehnte, eine Straße in Coburg nach Max Brose (1884-1968) zu benennen, reagierte Stoschek verstimmt. Das Unternehmen Brose engagierte sich danach nicht mehr wohltätig in der Stadt. Die Räte hatten ihre Ablehnung mit der unklaren Rolle Broses in der NS-Zeit begründet.

Im Frühjahr 2015 aber wurde die Auseinandersetzung beigelegt: Der Stadtrat entschied sich für eine Straßenumbenennung, obwohl viele Historiker und der Zentralrat der Juden die Ehrung für Brose kritisiert hatten. Denn Max Brose war NSDAP-Mitglied, beschäftigte Zwangsarbeiter und war als Coburger IHK-Präsident Wehrwirtschaftsführer. Stoschek dagegen berief sich auf eine Studie des Wissenschaftlers Gregor Schöllgen. Sein Großvater sei vollständig rehabilitiert, hatte er mehrmals betont.

Stoschek persönlich ist als Mäzen seiner Heimatregion bekannt, in seinem Wohnort Ahorn beispielsweise unterhält er soziale Einrichtungen. Und auch nach einem schlimmen Brand in der Coburger Altstadt spendeten er und seine Schwester einen Millionenbetrag.

Bekannt geworden ist er aber über Franken hinaus über den Basketball: drei Meistertitel in Serie errang das Team zuletzt. Doch damit will sich Stoschek nicht zufrieden geben angesichts der Konkurrenz aus München, wo der Basketball beim FC Bayern gepuscht wird.

Es gibt Überlegungen für den Bau einer größeren Halle und für die Umbenennung in Brose Metros. Denn: "Wir wollen die Nummer eins im deutschen Basketball nicht wie im Fußball widerstandslos nach München abgeben. Brose als Hauptsponsor und Bamberg als Stadt sind dafür jedoch zu klein", sagt Stoschek. Man wolle die Präsenz des Bamberger Basketballs auf die Metropolregion Nürnberg ausdehnen. "Mehr als 3,5 Millionen Menschen in der Region bieten ein vielversprechendes Potenzial."

Für Schlagzeilen sorgte im Winter 2015 ein Auftritt Stoscheks vor Gericht: Weil er mit Klebekennzeichen an einem Porsche unterwegs war, hätte er eigentlich eine Strafe von 1,65 Millionen Euro zahlen sollen. Vor dem Amtsgericht Coburg schließlich ist das Verfahren gegen Zahlung einer Geldauflage eingestellt worden.
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