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Vor der Premiere

Zwischen Himmel und Erde im Coburger Theater

"Bilder deiner großen Liebe" heißt der Fortsetzungsroman zu Wolfgang Herrndorfers "Tschick". Er kommt jetzt auf die Reithallenbühne.
Auf dem Weg zu sich selbst, das war das große Thema Wolfgang Herrndorfs.  Foto: Andrea Kremper
 
Wolfgang HerrndorfsRoman "Tschick" ist in der Bühnenfassung auch in Coburg ein Dauerbrenner geworden. Frederik Leberles Inszenierung bringt ab 15. November nun schon im dritten Jahr die Geschichte der zwei jungen Ausreißer Maik und Tschick in der Reithalle. Von Fatih Akin verfilmt, findet Herrndorfs die Stimmung der heutigen Jugend so treffendes Roadmovie seit September auch im Kino viel Beachtung.
Jetzt kommt in Coburg dazu der 2014 posthum erschienene Fortsetzungs-Roman "Bilder deiner großen Liebe". Premiere der Theaterfassung ist am Samstag, 15. Oktober, um 20 Uhr in der Reithalle in der Regie von Michael Lippold.


Wildes, verlorenes Mädchen

Obwohl Herrndorf in seinem Testament zunächst entschieden hatte, dass alles Unfertige in seinem Werk vernichtet werden sollte, wurde ihm bald darauf klar, dass er aufgrund seiner Tumorerkrankung den weit fortgeschrittenen Roman nicht würde beenden können und erlaubte die Veröffentlichung.
In "Tschick" begegnet Isa dem Leser und Zuschauer nur kurz, und doch findet man sofort - ähnlich wie Maik - großen Gefallen an diesem wilden Mädchen, dieser Heldin der Verlorenheit, die mit ihrer unschuldigen Grausamkeit gegen sich und die Welt verwirrt und berührt.
Barfuß unter den Sternen, geht sie ihren Weg. Ihr romantisches Innigkeitsverhältnis zum Himmel und dem Universum mag sie in unseren Augen zu einem Fall für die Psychiatrie machen, doch genau diese Eigenschaft scheint sie auch wieder daraus befreit zu haben.
Vollkommen allein, mit ihrem Tagebuch in der Hosentasche, begegnet sie seltsamen Menschen, freundlichen wie rätselhaften, schlechten wie traurigen, einem Binnenschiffer, der vielleicht ein Bankräuber ist, einem merkwürdigen Schriftsteller, einem toten Förster, einem Fernfahrer auf Abwegen und natürlich zwei Vierzehnjährigen auf einer Müllhalde...
"Bilder deiner großen Liebe" ist mehr als eine bloße Fortsetzung, mehr als eine Schullektüre, es ist ein Theaterabend über die Wanderschaft zu sich selbst.In Szene gesetzt wird Isas Geschichte von Gastregisseur Michael Lippold, für den die Figur der Isa durchaus autobiografische Züge Herrndorfs trägt: die Auseinandersetzung mit der Endlichkeit des Lebens, mit dem eigenen Tod.
Trotz des ernsten Themas und nachdenklicher Momente kündigt Lippold einen leichten, von einem großen Grundhumor getragenen Abend an. Lippold schätzt Herrndorfs Umgang mit der Sprache, seinen Humor, sein feines Gespür für Situationen. Durch seine Nähe, seine Unmittelbarkeit gelinge es dem Medium Theater wie keinem anderen, ein sinnlich sinnhaftes Erlebnis über die wundervoll unheimliche Isa und ihre Suche nach der Freiheit zu schaffen.

Landestheater Coburg Bilder deiner großen Lieben. Schauspiel nach dem unvollendeten Roman von Wolfgang Herrndorf. Inszenierung Michael Lippold, Bühnenbild und Kostüme Udo Herbster. Es spielen Eva Marianne Berger und Oliver Baesler. Premiere: 15. Oktober, 20 Uhr, in der Reithalle

Karten an der Theaterkasse Dienstag bis Freitag, 10 bis 17 Uhr, Samstag, 10 bis 12 Uhr, sowie im Awo-Haus, Coburger Tageblatt, Schuhhaus Appis Bad Rodach, Buchhandlung Stache Neustadt bei Coburg,

Wolfgang Herrndorf
(1965 bis 2013) war ein deutscher Schriftsteller und Maler. Er studierte an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg und arbeitete als Illustrator und Autor für namhafte Magazine. 2002 erschien sein Debütroman "In Plüschgewittern". Sein großer schriftstellerischer Erfolg begann im Jahre 2010 mit der Veröffentlichung von "Tschick", einem Bildungsroman, dessen Protagonisten etwa 14 Jahre alt sind. Das Buch stand über ein Jahr lang auf der deutschen Bestsellerliste. Herrndorf, der in Berlin lebte, schrieb regelmäßig im Internetforum "Wir höflichen Paparazzi", dem als "Hinterland und Resonanzraum für sein Schreiben" ein großer Einfluss auf Herrndorf zugeschrieben wird,  Nachdem bei ihm im Februar 2010 ein bösartiger Hirntumor festgestellt worden war, begann Herrndorf ein viel beachtetes digitales Tagebuch, in dem er über sein Leben mit der tödlichen Krankheit berichtete. Es erschien posthum bei Rowohlt in Buchform, wie es sich der Autor gewünscht hatte. Herrndorf tötete sich am 26. August 2013 in Berlin selbst. wp
lt

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