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Vor der Premiere

Zum Sinnlosen ins Coburger Theater-Wirtshaus

Im Wirtshaus-Theater des Landestheaters ist der Gerhard Polt los.Matthias Straub hat einen szenischen Abend arrangiert.
Ja aber... Stephan Mertl, Sarah Zaharanski und Thomas Straus sinnieren ab morgen im Münchner Hofbräu.  Foto: Henning Rosenbusch
 
Renitenter Bayer, Querkopf, bissiger Pointenschläger: Gerhard Polt. Unlängst hat der Münchner Kabarettist, Schauspieler und Autor ein Interview in Schweinfurt gegeben, in dem er sich auch zu den Franken äußerte: "Ich würde nie versuchen, die Franken in ihrer Gesamtheit als Gesamtbild zu sehen. Das einzige, was ich hier feststellen würde, ist, dass die Franken tolle Würscht' haben, das ist bekannt und das stimmt auch. Und ein guads Bier, und ein guads Brot."
Das hat der Oberbayer sehr richtig erkannt, das gibt es in ganz Franken und erst Recht in Coburg. In dieser Weltregion ist es keine Schande, im Gegenteil sogar die Höchstform der Kunst, Geistreiches und Nährreiches in Verbindung zu sich zu nehmen.
Was Coburgs Schauspieldirektor Matthias Straub - erklärter Polt-Kenner und Fan - dazu verführte, aus ungezählten Monologen, Dialogen, Sketchen und Filmsequenzen einen Polt-Abend für den Saal des Münchner Hofbräus zu entwerfen. Dort, im Coburger Wirtshaustheater, wird seit Jahren in der Regie des Landestheaters satirisch geschmaust, bei zahllosen ausverkauften Kultuarr-Abenden.


Szenen am Biertisch

Ab morgen nun besetzen die Schauspieler Stephan Mertl, Thomas Straus und Sarah Zaharanski den Wirtshaustisch auf der kleinen Bühne im ersten Stock des Münchner Hofbräus und sinnlosen so vor sich hin bei einem Szenenabend nach einem der bekannten Zitate Polts.
Versprochen ist ein kurzweiliger Abend mit massenhaft Material aus Feder und Mund des Urgesteins des bayerischen politischen Kabaretts. Auch die musikalische Unterstützung der Tiefsinnereien dürfte nach Gerhard Polts Geschmack sein: "Sepp, Depp, Hennadreck" und "Wies'n Hit" von den Biermösl Blosn, mit denen Polt lange auch unterwegs war, fehlen ebenso wenig wie die "Holzhackerbuam".
Und weil eben bei einem Wirtshaustheater neben dem kulturellen auch der kulinarische Genuss nicht zu kurz kommen darf, steht das Team des Münchner Hofbräu im Saal schon zwei Stunden vor der Vorstellung zur Verfügung.

Gerhard Polt Der 1942 in München geborene Kabarettist, Autor und Schauspieler hat Politikwissenschaft, Geschichte und Kunstgeschichte sowie Skandinavistik und Altgermanisch studiert. Einem größeren Publikum wurde er durch seine Sketchreihe "Fast wia im richtigen Leben" bekannt. Es folgten Kinofilme wie "Kehraus", "Man spricht deutsh" und "Germanikus". In seinen Rollen spielt Polt oft den engstirnigen und wenig reflektierenden Bürger, der mit großer Selbstverständlichkeit seine Meinung kundtut. Dabei bedient er sich auch gern bestimmter Klischees: die Intoleranz der Deutschen, die deutsche Fremdenfeindlichkeit ("Der Asiate schmutzt nicht"). Aber auch Intellektuelle, Neureiche, Beamte oder Politiker werden von ihm pointiert dargestellt. Viele seiner Bühnenauftritte absolvierte Polt zusammen mit der Biermösl Blosn. Zahlreiche namhafte Auszeichnungen. wp

Landestheater Coburg Ich sinnlose so vor mich hin - Ein Gerhart-Polt-Abend von Matthias Straub. Inszenierung Matthias Straub, Bühnenbild und Kostüme Susanne Wilczek. Darsteller: Stephan Mertl, Thomas Straus, Sarah Zaharanski.

Premiere Freitag, 14. Oktober, 20 Uhr, im Münchner Hofbräu C.H./lt

zum Thema "Landestheater coburg"

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