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Sicherheit

Zu viele Personallücken bei der Coburger Polizei

Die SPD-Landtagsabgeordnete Susann Biedefeld sah sich ausführlich bei der Polizei-Inspektion Coburg um. Und erfuhr von einigen Mängeln und Wünschen.
Ihren Besuch bei der Polizei-Inspektion Coburg nutzte Landtagsabgeordnete Susann Biedefeld auch dafür, mit Polizei-Obermeisterin Kristina Stäsche und Kommissar Markus Stark auf Streife zu gehen Foto: Martin Rebhan
 
von MARTIN REBHAN
Wie ist es um die Polizei in Bayern bestellt? Mit dieser Frage setzte sich die SPD-Fraktion im Landtag auf ganz besondere Art und Weise auseinander. Alle 42 Abgeordneten suchten "ihre" Polizei-Inspektionen (PI) auf, um sich ein umfassendes Bild zu machen. So war auch MdL Susann Biedefeld sieben Stunden bei der PI Coburg.
Von Joachim Mittelstädt (Leiter der PI), Einsatzgruppenleiter Markus Reißenberger und Wolfgang Grotta (Erster Hauptkommissar) ließ sie sich ausführlich über die Arbeit der Beamten informieren und nahm auch an einer Streifenfahrt teil.

"Coburg ist sicher", stellte die Abgeordnete am Ende des Tages fest, auch wenn nicht alles eitel Sonnenschein sei. Insbesondere wurden eklatante Schwachstellen in puncto Beamtenanzahl offenkundig. Wie von den Verantwortlichen zu erfahren war, leisten statistisch gesehen derzeit 97,4 Beamtinnen und Beamte ihren Dienst bei der PI Coburg. Die "Sollstärke" liegt aber bei 129 Polizeidienstleistenden. Die Zahlen wurden für Susann Biedefeld noch erschreckender, als sie vom verfügbaren Personal hörte. Hier kann die PI noch auf 88,4 Beamte zählen.
"Angesichts dieser Diskrepanz zwischen den Mitarbeitern, die auf dem Papier vorhanden sind und den tatsächlichen verfügbaren Kräften, muss ich der Leistung der PI Coburg höchsten Respekt zollen", betonte Biedefeld. Nach Auskunft von Joachim Mittelstädt sah es bis 2016 noch düsterer aus. Demnach wurden der PI in diesem Jahr mehr Beamte zugewiesen, als seit 2009 abgezogen wurden. Erfreulich ist auch die Tatsache, dass seit 1. September 22 Auszubildende bei der PI Coburg beheimatet sind.


Fürsorgepflicht angemahnt

Für Susann Biedefeld ist die Personalsituation nicht länger zumutbar. Viele Überstunden - in Coburg liegt der Durchschnitt bei 62 je Beamten - eine hohe physische und psychische Belastung sind nach Auffassung von Biedefeld die Folgen dieser Politik. "Der Freistaat Bayern als Arbeitgeber muss hier dringend umdenken und sich seiner Fürsorgepflicht bewusst werden", betonte die Abgeordnete.


Hohe Aufklärungsquote

Von der PI-Leitung wurde sie davon informiert, dass im vergangenen Jahr 10.834 Vorfälle registriert wurden. Die Aufklärungsquote bei den Delikten lag demnach bei über 69 Prozent. "Ein sehr enormer Wert, wenn man die hohe Belastung der Vollzugsbeamten sieht", kommentierte Biedefeld diese Zahl. Erschreckend war für sie, dass die Zahl der Körperverletzungen um 18 Prozent gestiegen ist. Wichtig war für sie die Erkenntnis, dass die Coburger Polizei viel Präsenz zeigt, um den Bürgern das Gefühl der Sicherheit zu vermitteln.

Keinen "Staat" könne man mit der Schießbahn in der PI Coburg machen. Die aus dem Jahr 1984 stammende Anlage entspricht in keiner Weise mehr den heutigen Standards, so Biedefeld. Für eine neue Trainingsanlage müssten etwa 5,5 Millionen Euro aufgewendet werden. Eine Möglichkeit, den Standort Coburg zu stärken, sieht man seitens der PI Coburg auch darin, eine Ausbildungsstätte zu etablieren, in der etwa 200 angehende Polizistinnen und Polizisten ihr "Handwerk" erlernen können. "Dies hat richtig Charme", meinte Susann Biedefeld zu dieser Überlegung.

Für sie kam der Tag bei der PI Coburg genau zum richtigen Zeitpunkt. An diesem Donnerstag finden demnach im bayerischen Landtag Haushaltsberatungen genau zum Thema Polizeiwesen statt.
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