Ich willige einX

Diese Website verwendet das Besucheraktions-Pixel von Facebook für statistische Zwecke. Mit einem Cookie kann so nachvollzogen werden, wie unser Marketing auf Facebook wirkt und wie wir es verbessern können. Wir freuen uns, wenn Sie uns Ihr Einverständnis hierzu erteilen. Eine genaue Beschreibung zum „Besucheraktions-Pixel“, zu Cookies im Allgemeinen und Ihrem Widerspruchsrecht, das Sie jederzeit ausüben können, steht Ihnen in unserer Datenschutzerklärung unter hier zur Verfügung.

Wirtschaftsserie (2)

Zombies und andere fränkische Nischenprodukte

Mal sind sie Märchenschaffer, mal Monstermacher. Die Firma Christian Hofmann aus Bad Rodach baut lebensechte animierte Figuren für den Weltmarkt.
Reinhard Hofmann zeigt, wie der Kopf auf die Kreatur gesetzt wird - wenn sie fertig ist, wird sie aus einem Kassenhäuschen im Wiener Prater gucken und Leuten zurufen, wo's zur Geisterbahn geht.  Fotos: Barbara Herbst
 
von NATALIE SCHALK
Die Besucher im Kopenhagener Freizeitpark Tivoli müssen vorerst auf die Dusche aus dem Elefantenrüssel verzichten. Auch Maschinentiere brauchen mal eine Pause; die afrikanische Elefantendame ist zur Kur bei ihrem Schöpfer in Bad Rodach (Landkreis Coburg). "Sie stand 25 Jahre im Freien", erklärt Reinhard Hofmann, Geschäftsführer der Christian Hofmann GmbH. Schausteller und Freizeitparks gehören zu den wichtigsten Kunden der Figurenfabrik, auch auf dem Oktoberfest sind Hofmanns Kreaturen gerade in vielen Fahrgeschäften vertreten.


Das Geheimnis des Elefantenrüssels

Das Unternehmen baut seit Jahrzehnten Tiere, Monster und Märchengestalten, die täuschend echt aussehen. Und sich auch so bewegen. Während Zombies und Mumien in der Geisterbahn kantig staksen dürfen, muss ein Elefantenrüssel geschmeidig nach oben gleiten. "Er wird mit einer Kette hochgezogen, damit die Bewegung der Gelenke schön elastisch ist", sagt Reinhard Hofmann. Der 66-jährige Ingenieur führt die Geschäfte in vierter Generation gemeinsam mit seinem drei Jahre jüngeren Bruder Martin, einem Betriebswirt.


Spielzeug für des Zaren Kinder

Reinhard Hofmann stellt heute die Firma vor. "Unser Urgroßvater Christian Hofmann hat das Unternehmen gegründet." Spielwaren aus Rodach wurden bis an den russischen Zarenhof geliefert - und schon bald wurde die Firma zum Herzöglich-Sächsischen Hoflieferanten geadelt. Bereits Anfang des 20. Jahrhunderts wurden bewegliche Spielzeuge produziert: Der Renner waren Hündchen, die Kinder per Bowdenzug umherhüpfen ließen.
Es folgten Figuren mit Uhrwerken, Elektromotoren, Pneumatik, Hydraulik. "Heute haben wir servogesteuerte Motoren, arbeiten mit LEDs und Tonstudio." Individuelle Figuren, die mit synchronen Lippenbewegungen sprechen, die Feuer oder Wasser speien und bis zu 20 Meter groß sind - ein Nischenprodukt. Zwar ist jede Figur ein Einzelstück, aber durch die lange Firmengeschichte haben sich an die 2500 Figuren- und Tiermodelle angesammelt. Aus diesem Fundus an Körpern, Pfoten und Klauen können neue Figuren zusammengesetzt werden. "Das ist unser großes Kapital."


Elefanten für Afrika

Deutschlandweit gibt es nur einen Mitbewerber, die Kunden sitzen in aller Welt. "Wobei im Moment 95 Prozent nach Europa gehen. Aber wir haben auch schon Elefanten nach Afrika und Koalas nach Australien geschickt."


Das Unternehmen auf einen Blick

Gründungsjahr: 1878

Mitarbeiter: 25

Jahresumsatz: 2 Mio. Euro

Ausbildungsberufe: derzeit keine

Die lilafarbene Cash Cow : Jeder Konzern, der in den vergangenen Jahrzehnten hinter der Marke Milka stand, setzte auf das lilafarbene Tier. Seit das Maskottchen in den 1970er Jahren entwickelt wurde, ist die Firma Hofmann dafür zuständig. Etwa 250 bewegliche und unbewegliche Milka-Kühe sind im Umlauf. Sie werden in Supermärkten aufgebaut - wodurch der Schokoladenumsatz deutlich steigt. Auch für die Firma Hofmann ist die Kuh rentabel, denn sie wird von den Kindern so geliebt, dass sie nach zwei Jahren "schwarzgestreichelt" ist. Dann geht's zum Aufhübschen zurück zum Hersteller. nat

Sehen Sie hier einen Videoclip über die Firma Hofmann:



Am nächsten Freitag beschäftigen wir uns in der Wirtschaftsserie mit der Firma Waldi in Haßfurt.

zum Thema "Franken global"

Newsletter kostenlos abonnieren


noch Zeichen



Bitte melden Sie sich an, um kommentieren zu können:

Sie sind noch nicht registriert? Bitte hier registrieren.