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Naturschutz

Zäune und Türme an der Grenze

Als "Grünes Band" bekommt die ehemalige innerdeutsche Grenze Viehkoppeln und Aussichtstürme. Für die Finanzierung ist reichlich Geld vorhanden.
Zwei Frauen schauen vom "Eisfelder Blick" auf den ehemaligen Grenzstreifen, der künftig als "Grünes Band" dem Naturschutz und der Artenvielfalt dienen soll. Zurzeit beginnen die Arbeiten an diesem Großprojekt in der Region.Foto: CT-Archiv /Rainer Lutz
 
von RAINER LUTZ
Es werden wieder Zäune gebaut, wo einst die innerdeutsche Grenze das Land mit tödlicher Sicherheit trennte. Diesmal sollen aber nicht Menschen am Weglaufen gehindert werden, sondern Tiere. Zum Naturschutzgroßprojekt "Das Grüne Band" gehören Flächen im ehemaligen Grenzstreifen, die künftig von Weidetieren gepflegt werden sollen. Wo sich in den kommenden Wochen und Monaten etwas tun wird, im Projektgebiet, erklärte Stefan Beyer bei der Sitzung des Zweckverbandes.

Beyer ist Biologe und leitet das Projekt in seiner Umsetzungsphase. Er stellte mit der Bischofsau bei Roßfeld eines der Gebiete vor, in denen ein besonders langer Zaun gebraucht wird. Die Weiden im Grenzstreifen sind verständlicher Weise sehr langgestreckt. 10,5 Kilometer Zaun werden dort in diesem Jahr gebaut, rund 59 Hektar sind zu beweiden. "Wir müssen die Umsetzung noch mit den Jägern dort abstimmen", erklärte Beyer. Kosten für den neuen Zaun: rund 52 650 Euro. Dazu kommt ein Unterstand (7500 Euro) für die Rinder, die dort grasen sollen, und eine feste Tränke (5000 Euro).


Ein Vorzeigegebiet

Die Bischofsau wird ein erstes Vorzeigegebiet im Grünen Band sein. Es werden dort auch Kleingewässer angelegt und geplant ist ebenso ein Beobachtungsturm, von dem aus das Gebiet überblickt werden kann.

Weil sich für die Harraser Leite kein Wanderschäfer mehr findet, ist auch dort an einen Zaun gedacht, der für etwa 8000 Euro gebaut werden soll. Dabei werden die Pfosten fest gesetzt. Der Zaun kann dann aber flexibel umgesetzt werden. Ziegen könnten so helfen, ein Verbuschen des Gebietes zu verhindern.

Am Gauerstädter Berg sollen diese Aufgabe wahrscheinlich Gallowayrinder und Konikpferde übernehmen. Unterstand und feste Tränke für diese Tiere werden etwa 7500 Euro kosten. Noch immer müssen Verkaufsgespräche mit Grundeigentümern geführt werden, die ihre Fläche für das Projekt zur Verfügung stellen möchten. Deren Beratung soll ein externer Dienstleister übernehmen. Auch dafür sind Haushaltsmittel vorgesehen.

Bei verschiedenen Arbeiten, die eigentlich schon im vergangenen Jahr fertig werden sollten, gab es Verzögerungen. Vor allem bei der Pflege und Neuanlage von Feuchtmulden machte teilweise das Wetter den Planungen einen Strich durch die Rechnung. Das war sowohl im Bereich der Bischofsau der Fall als auch bei Mitwitz.
Wo gearbeitet werden konnte, liegen die Fortschritte im Plan. So wurden Entbuschungen bei Herbartswind fertig abgeschlossen. Baumfällarbeiten am Gauerstädter Berg sind so gut wie abgeschlossen. Dort ging es vor allem um Auflichtungen der Baumbestände und es sollte stehendes Totholz geschaffen werden. Dazu wurde ein Baumkletterer eingesetzt, der die Stämme dann einige Meter über Grund absägte.
Beinahe fertig ist die Entbuschung im Liebauer Sack. Noch nicht festgelegt wurde, wo in den Muggenbacher Tongruben Ziegen in entsprechenden Koppeln zur Entbuschung gehalten werden können.


Finanzierung steht

Der Haushalt des Zweckverbandes sichert die Handlungsfähigkeit. Er schließt mit Einnahmen und Ausgaben im Verwaltungshaushalt mit gerundet 1,3 Millionen und im Vermögenshaushalt mit knapp 545 000 Euro ab.


Gegen Stromtrassen

Der Zweckverband, dem auch die Landkreise Hildburghausen, Sonneberg, Coburg und Kronach angehören, hat sich am Konsultationsverfahren für die Netzausbaupläne beteiligt. Aus Sicht des Naturschutzgroßprojektes werden alle weiteren Trassenpläne für die Region abgelehnt. "Ich bin der Meinung, dass wir unseren Beitrag in Sachen Stromtrassen in der Region geleistet haben", stellte Coburgs Landrat Michael Busch (SPD) fest, der auch Vorsitzender des Zweckverbandes "Grünes Band" ist. Das Verfahren, an dem sich auch viele Landkreiskommunen ablehnend beteiligt haben, steht in der Kritik, weil die Möglichkeit der Teilnahme kaum bekannt gemacht wurde.
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