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Wüstenahorn: Staat gibt Geld fürs Bürgerhaus

Seit 2009 läuft in dem Coburger Stadtteil das Erneuerungsprogramm "Soziale Stadt". Doch das wichtigste Projekt darin hat lang auf sich warten lassen. Nun muss der zentrale Treffpunkt neu geplant werden.
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Das ehemalige Postgebäude in Wüstenahorn soll einem Bürgerhaus weichen. Dafür soll nun ein Architektenwettbewerb stattfinden. Fotos: Simone Bastian
Das ehemalige Postgebäude in Wüstenahorn soll einem Bürgerhaus weichen. Dafür soll nun ein Architektenwettbewerb stattfinden. Fotos: Simone Bastian
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Saal und Seeterrassen waren geplant, und ein Blockheizkraftwerk. All das sollte im "Bürgerhaus Wüstenahorn" unterkommen, das direkt am Wolfgangsee entstehen soll, dort, wo seit Jahren das frühere Postgebäude mehr oder weniger vor sich hingammelt.

So zumindest lauteten die Pläne, die im Dezember 2009 vorgestellt wurden. Doch dann geschah lange Zeit nichts - der Bund hatte die Fördermittel für das Programm "Soziale Stadt" erheblich gekürzt. Genau aus diesem Programm sollte aber das Bürgerhaus am See gefördert werden. Nun gibt es wieder Geld - und die Stadt Coburg hat endlich einen Fördermittelbescheid erhalten. Übergeben wurde der am gestrigen Donnerstag von Petra Platzgummer-Martin, der Vizepräsidentin der Regierung von Oberfranken. Demnach stehen 1,08 Millionen Euro für den Bau des Bürgerhauses bereit.

Platzgummer-Martin hatte noch einen zweiten Förderbescheid dabei. Denn die Planungen fürs Bürgerhaus sind überholt. Die einst darin vorgesehene Schaltzentrale für ein Blockheizkraftwerk entfällt, ebenso die Ausbildungsküche. Vor sechs Jahren noch wurden in Wüstenahorn Qualifizierungsangebote für junge Leute ohne Lehrstelle gebraucht.


Wüstenahorner sollen mitreden

Nun nicht mehr. Weil sich die Anforderungen ans Bürgerhaus geändert haben dürften, soll nun neu geplant werden. Dafür fließen ebenfalls Fördermittel - rund 50 000 Euro. "Das Bürgerhaus ist das wichtigste Impuls projekt für Wüstenahorn, das soll architektonisch-funktional optimal sein", sagte Petra Platzgummer-Martin. Die neuen Pläne sollen im Rahmen eines Realisierungswettbewerbs entstehen, zu dem fünf Architekturbüros eingeladen werden.

Auch die Wüstenahorner sollen ein Wörtchen mitreden, wenn es um die künftige Nutzung und die Gestaltung des Hauses geht. Platzgummer-Martin verwies in diesem Zusammenhang auf das Quartiersmanagement, das in Wüstenahorn seit Jahren läuft: "Da haben sich natürlich auch die Vorstellungen weiterentwickelt, was gebraucht wird."

Einbezogen werden sollen bei der Planung auch die Verbände und Institutionen, die sich in Wüstenahorn engagieren. Das Quartiersmanagement läuft unter der Trägerschaft der Diakonie; die Caritas betreibt den Treffpunkt "Kaleidoskop" für Kinder und Jugendliche sowie das Projekt "Stadtteilmütter".


Baubeginn frühestens 2016

Deshalb wird es mit dem Neubau am Wolfgangsee auch so schnell nichts werden. 2015/16 soll der Realisierungswettbewerb durchgezogen werden, 2016/17 dann der Bau, sagen Petra Platzgummer-Martin und Ullrich Pfuhlmann von der Wohnbau Stadt Coburg GmbH. Die Wohnbau ist der Sanierungsträger in Wüstenahorn; sie modernisiert dort nicht nur den Wohnungsbestand, sondern sie ist auch zuständig für die Gestaltung der übrigen Bereiche, Bürgerhaus inbegriffen.

Pfuhlmann zufolge werden die am Wettbewerb teilnehmenden Architekturbüros im Dezember für zwei Tage nach Coburg eingeladen, um vor Ort Ideen zu entwickeln und erste Skizzen zu erstellen. Danach sollen die Ideen ausgefeilt werden, bis im Frühjahr ein Siegerentwurf gewählt werden kann.

Dabei würden den Architekten durchaus auch Vorgaben gemacht, sagt Pfuhlmann. Dazu gehören die Größe des Gebäudes (500 bis 600 Quadratmeter Nutzfläche) und der Kostenrahmen. "Momentan geht man von Gesamtkosten von 2,2 Millionen Euro aus", erläutert Pfuhlmann.

Oberbürgermeister Norbert Tessmer (SPD) zeigte sich gestern froh, dass nun Fördermittel für das Bürgerhaus zur Verfügung stehen. Damit könnten in Wüstenahorn neue Impulse gesetzt werden, sagte er.

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