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Wieder Lust auf Lederhose

Die Frauen haben das Dirndl schon seit längerem für sich wiederentdeckt - und nun sind beim Vogelschießen auch immer mehr Männer in Tracht zu sehen. Die einen verbinden damit bayerische Lebensart, andere denken eher an fettige Finger
Wenn der Vater mit dem Sohne ... zum Vogelschießen geht, muss es natürlich die Lederhose sein! Daniel und Maximilian Forkel stehen zur Tracht, auch wenn sie manchmal dafür noch schräg angeguckt werden. Fotos: Oliver Schmidt
 

Von wegen Tradition! Daniel Forkel bringt es ganz ungeschminkt auf den Punkt, wa rum es so schön ist, zu einem Volksfest wie dem Coburger Vogelschießen eine Lederhose anzuziehen: "Weil man da seine Hände ranschmieren kann, auch wenn sie fettig sind!" Oder, auch ganz offen und ehrlich: "Da stört's auch nicht, wenn man sich mal irgendwo reinsetzt." In eine kleine Bierpfütze zum Beispiel, die sich vielleicht plötzlich auf einer Bank findet.

Bloß kein "Stoffhösle"!


Mit der falschen Kleidung kann der gemütlichste Abend dann genau an diesem Punkt schlagartig beendet sein. Das weiß auch SPD-Stadtrat Andreas Gehring, für den aber sowieso feststeht: "Ich würd' nie mit so 'nem Stoffhösle zu einem Bierfest gehen!"

Während die Frauen ja schon seit ein paar Jahren das Dirndl wiederentdeckt haben, kommen in Coburg jetzt auch so langsam die Männer wieder auf den Trachten-Geschmack. "So ein bisschen schief angeguckt wird man aber trotzdem immer noch", hat Maximilian Forkel festgestellt. "Schade", findet er, "denn Lederhosen sind bequem. Außerdem stehen sie für bayerische Lebensart."

Auch in Franken erlaubt


Das mag sein. Trotzdem merkt Carsten Höllein an: "Man kann eine Lederhose auch tragen, wenn man aus Franken kommt!" Umgekehrt musste sich der Coburger SPD-Fraktionsvorsitzende Thomas Nowak die Frage gefallen lassen, ob er mit der Lederhose etwa seine Vorliebe für München zeigen wolle. Schließlich wird Nowak ja nach wie vor als möglicher Landtagskandidat seiner Partei gehandelt. "Nein", entgegnet Thomas Nowak ganz entschieden und verweist auf die aktuelle SPD-Landtagsabgeordnete Susann Biedefeld - sprich: Es gebe doch gar keinen Handlungsbedarf.

Mehr dazu lesen Sie am Mittwoch im Tageblatt (Printausgabe)

Kommentare

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  • community  unbekannt Diesen Post kommentierenkommentieren

    Braucht man das?Zwar hat Herr Forkel eine stimmige Argumentation, was die Gegebenheiten im Festzelt angeht; aber trotzdem finde ich die schiefen Blicke berechtigt.

    Wer zum Coburger Vogelschießen mit (altbayerischer) Lederhose aufschlägt, braucht sich nicht wundern, wenn man denkt, er kommt gerade vom Fasching...

    Ich denke, den flaschen und überzogenen Heimat- und Volksklamauk können wir gerne anderen "Volksfesten" überlassen und verkleiden uns weiterhin nur am Fasching.

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  • community  Popolone Diesen Post kommentierenkommentieren

    BlindIch muss wohl blind übers Vogelschießen gegangen sein. Lederhosen und Dirndl: Weitgehend Fehlanzeige. Einzige Ausnahme waren wohl die Blaskapellen und Schützenvereine am Sonntag zum Umzug und zum Frühschoppen danach. Das ist freilich auf der Bergkirchweih in Erlangen oder beim Freischießen in Kronach anders. Wem es Spaß macht, der soll ruhig seine (auch südbayerisch inspirierte) Lederhose oder Dirndl anziehen. Welche/r Durchschnittsverdiener/in kann sich denn eine authentische oberfränkische Tracht leisten? Wir Coburger sind sicher Oberfranken, aber Bayern sind wir ja trotzdem auch, sogar ganz freiwillig (Volksabstimmung 1919). Volker Heissmann und Martin Rassau von der Komödie Fürth haben es schon vor einiger Zeit auf den Punkt gebracht: Wir Franken haben ja quasi eine "doppelte Staatsbürgerschaft" (sic!). Wir sind Franken und Bayern. Da haben wir doch den Nur-Bayern einiges voraus.

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  • community  SAN-Man Diesen Post kommentierenkommentieren

    Wenn es denn eine Tracht wäre...aber die heutigen Pseudo-Dirndl und manche Lederhosen haben mit Tracht soviel zu tun, wie fränkisches Bier mit amerikanischem oder australischen Bier. Will sagen, das dies alles eine Modeerscheinung ist. Müßten die Dirndl-Trägerinnen die echte fränkische Tracht tragen (oder die der jeweiligen Region), dann würde man wohl höchstens noch 5% sehen.
    Wenn die Mädels oder die reiferen Frauen wenigsten Stilbewußtsein zeigen würden. Dann könnte man ja noch hinschauen. Aber sehen Sie sich mal die Farbzusammenstellungen oder grundsätzlich die Kombinationen der Kleidungsstücke an. Da fehlt wirklich der Stil. Aber Hauptsache kurz ist das Dirndl. Oder weit ausgeschnitten. Gut, wenn die Füllung dazu vorhanden ist.
    Lange Rede kurzer Sinn: Dirndl ja, wenn es echt ist. Ansonsten nein Danke!

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  • community  Abersdorfer Diesen Post kommentierenkommentieren

    Ja zur LederhosenWas ist das für ein Blöder Bericht, nun ja die Coburger sind ja noch ah wenig rückständig.
    Und ob Franken Lederhosen tragen dürfen, das bleibt wohl jeden selbst überlassen.
    Wenn man die Feste, wie die Kulmbacher Bierwoche anschaut, da hat jeder zweite eine Tracht an.
    Nur in Coburg laufen viele mit solchen „Asso“ Klamotten rum, wo der Arsch in den Kniekehlen hängt, einfach fürchterlich.
    Oder was noch viel schlimmer ist, wenn die Leutchen mit Jogginghosen durch die Stadt laufen, oder sich damit in die Lokale setzen.

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