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Laufprojekt

Wie eine Familie aus Ahorn für ihr krankes Kind kämpft

Das Leben mit ihrem schwerbehinderten Sohn Laurin wird für Familie Frank aufgrund seiner Größe schwieriger. Vater Oliver sucht Mitstreiter für eine Aktion.
Nach einer Delfintherapie soll Laurin jetzt auf ganz andere Weise geholfen werden. Foto: CT-Archiv
 
von CHRISTIANE LEHMANN
Oliver Frank schaut unruhig aus dem Fenster. Gleich wird Laurin gebracht und muss am Auto abgeholt werden. Der Neunjährige besucht die Schule am Hofgarten. Sein Entwicklungsstand ist der eines Zweijährigen. "Seine kleine Schwester Lilly hat ihn bereits überholt", sagt der Vater und sprintet zur Tür. Strahlend kommt er mit seinem Sohn zurück. Laurin lacht übers ganze Gesicht. Jetzt braucht er erst mal etwas zum Trinken und ein bisschen Ruhe.

Laurin fordert die ganze Aufmerksamkeit der Familie. Mit zunehmenden Alter, Größe und Gewicht werde es immer schwieriger, ihn zu bändigen. Laurin kam mit einem bislang unbekannten Gendefekt zur Welt. "Keiner kann uns sagen, was er eigentlich hat und wohin der Weg führt", sagt Mutter Katrin. Die junge Frau, die selbst an Multipler Sklerose (seit 2009) und Morbus Cron (seit 2015) erkrankt ist, hätte gerne Klarheit. "Wir haben in ein paar Monaten einen Termin zur Feindiagnostik. Vielleicht wissen wir dann mehr."


Eins-zu-eins-Betreuung

Ganz unabhängig davon schmiedet die Familie Pläne für die Zukunft. "Wir können hier nicht bleiben", sind sie sich einig. Eine behindertengerechte Wohnung für die fünfköpfige Familie sei für sie unbezahlbar. Außerdem suchen die Franks eine Wohngruppe, in der Laurin später leben kann, an die er aber langsam gewöhnt werden muss. "Das ist schwer zu finden. Laurin braucht eine Eins-zu-eins-Betreuung und muss sich wohl fühlen. Das ist schwer zu leisten", sagt Vater Oliver.

Deshalb sind die Franks derzeit in einer Art Vorbereitungsphase. "Wir wollen alles tun, damit Laurin weiter Fortschritte macht." Seit der zweiten Delfintherapie spricht er zumindest im Schlaf einzelne Worte. Auch sei er viel offener geworden. Seinen Mund schließt er öfters, sein Rücken ist gerade und er ist schmäler geworden, weil er auf bestimmte Medikamente verzichten kann. "Wir sind so dankbar, dass auch seine Therapeuten in der Schule am Hofgarten mitziehen und uns in jeglicher Weise unterstützen", betont der Vater immer wieder. Es ist Laurins zunehmende Kraft, die er manchmal nicht zu bändigen weiß und die den Eltern Sorgen bereitet.
Das Zeitfenster, in dem Laurin sich weiterentwickeln und lernen kann, wird immer enger. Deshalb möchte die Familie auch noch ein letztes Mal eine Delfintherapie machen. Laurins Zustand habe sich danach derart verbessert, dass der Vater die Chance nutzen möchte. Zur Therapie gehört aber auch, dass die ganze Familie dabei ist und Laurin unterstützt.

Doch schon der Flug ist eine große Herausforderung. "Es ist fast unmöglich, Laurin zehneinhalb Stunden ruhig zu halten", erzählt Oliver Frank. Auch für seine Frau Katrin sind die zwei Wochen eine große Strapaze. Ihre Schmerzen werden immer stärker. Die Muskelkraft lässt nach und sie leidet an einer ständigen Müdigkeit.


Mitläufer gesucht

"Unser Leben ist ein Kampf, den wir angenommen haben", sagt Oliver Frank und kommt auf seine neue Idee zu sprechen. "Laufen für Laurin" heißt eine Initiative, die er in Facebook gestartet hat und für die er noch Mitstreiter sucht. Oder besser: noch Mitläufer, die sich dem harten Weg anschließen.
Geplant ist, dass Oliver, der bisher kein passionierter Läufer war, an mehreren Gelände- und Hindernisläufen teilnimmt und zusammen mit Gleichgesinnten Kilometer sammelt. Für diese Kilometer zahlen dann Sponsoren einen Betrag ihrer Wahl. "Das Geld geht direkt auf das Treuhandkonto der Gemeinde Ahorn und wird nur für Hilfs- und Pflegemittel für Laurin verwendet", versichert der Vater, der durchaus um die Kritiker und Neider weiß. "Aber das ist uns egal, das stecken wir weg, weil wir nur an Laurins Zukunft denken!", gibt Katrin Frank zu bedenken.
Die Aktion "Laufen für Laurin" startet am 10. Juni mit dem Hindernislauf in Mellrichstadt. Weitere Läufe sind danach noch geplant. Der letzte soll dann Europas härtester Hindernislauf am Samstag, 2. Dezember, in Rudolstadt sein. "Die Läufe sind wie unser Leben: hart. Aber wir halten durch, wir beißen uns durch, wir kämpfen uns durch!" Oliver Frank schnürt seine Laufschuhe und nimmt Laurin auf die Schulter. Das Training kann beginnen. Laurin lacht.

zum Thema "Familie"

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