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Landwirtschaft

Wie Felix und Axel zu Bundessiegern wurden

Felix Wachsmann aus Gossenberg und Axel Roth aus Beiersdorf haben es gemeinsam geschafft, beim Berufswettbewerb der Landjugend ganz vorne zu sein.
Alles eine Frage der Technik: Felix Wachsmann und Axel Roth mussten beim Bundeswettbewerb der deutschen Landjugend in Güstrow unter anderem erläutern, wie man einen Pflug richtig einstellt. Foto: Katrin Fischer
 
von GABI BERTRAM
Axel Roth aus Coburg-Beiersdorf und Felix Wachsmann aus Gossenberg (Gemeinde Großheirath) zählen zu den besten Nachwuchskräften der Grünen Berufe. Die beiden angehenden Landwirtschaftsmeister haben beim Berufswettbewerb der Deutschen Landjugend, der Güstrow in Mecklenburg-Vorpommern ausgetragen wurde, den ersten Platz in der Sparte Landwirtschaft II errungen.
Ein bisschen steht den jungen Landwirten die Anstrengung noch ins Gesicht geschrieben. Der Wettbewerb an sich war schon eine spannende Herausforderung, dazu kam die lange nächtliche Fahrt zurück ins Coburger Land. Und gefeiert wurde der Sieg zwischendurch natürlich auch.
15 Teams waren angetreten, erzählt Axel. Auf der Prüfungsagenda standen Berufsfachtheorie und praktische Aufgaben. Für die jungen Landwirte in der Fortbildung hieß es unter anderem, eine Arbeitsunterweisung in der Pflug-Einstellung für einen Lehrling und eine Stallbeurteilung nach den Kriterien des Tierkomforts zu geben. Für das Coburger Team waren das keine Hürden, aber Felix räumt ein: "In einer Prüfungssituation ist das doch eine aufregende Sache." Axel Roth hat vor vier Jahren schon einmal nach den Lorbeeren des Bundessiegers gegriffen. Damals war er noch in der Ausbildung und erreichte immerhin den vierten Platz.


2018 ist die Schulzeit vorbei

Axel und Felix sind leidenschaftliche junge Landwirte. Auf den elterlichen Höfen, jeweils Milchviehbetriebe, aufgewachsen, gab es für keinen von beiden jemals einen anderen Berufswunsch. "Eine handfeste Arbeit, Natur, Tiere, die immer wieder neuen Herausforderungen der Jahreszeiten, der Technik und der Bewirtschaftungsmethoden", sind das, was Felix fasziniert.
Auf der Landwirtschaftsschule in Coburg lernten sich Axel und Felix kennen und gehen seitdem beruflich gleiche Wege: Landwirtschaftsgehilfe, Staatlich geprüfter Wirtschafter für Landbau, derzeit in der Meisterausbildung, die im März 2018 endet, und ab September 2017 Besuch der Höheren Landbauschule in Triesdorf mit dem Abschluss als Agrarbetriebswirt im Juni 2018.
Axel Roth hat zwischendurch ein Fremdlehrjahr im Zuchtzentrum Gleichamberg absolviert, eine Erfahrung, die er nicht missen möchte: "Dort waren ganz andere Größenordnungen als auf meinem elterlichen Hof zu bewältigen waren." Das Agrarunternehmen in Thüringen hat fast zehn Mal so viel Hektar in der Bewirtschaftung und fünfmal so viele Milchkühe stehen als dies bei den Roths der Fall ist.
Landwirtschaft ist vielfältig und nicht auf die oftmals platten Attitüden der Öffentlichkeit zu reduzieren. In diesem Sinne verwahren sich die jungen Landwirte vor Vorwürfen unbedarfter Kritiker. Dass es ihren Kühen gut geht, steht für Axel und Felix an erster Stelle. Die Tiere seien schließlich das Kapital des Landwirts. "Nur gesunde und wohlbefindliche Tiere geben auch gute Milch", sagt Felix Wachsmann. Ebenso müsse der Boden im Einklang von Ökonomie und Ökologie bewirtschaftet werden, um Ertrag zu bringen.
Den Eltern jedenfalls muss nicht bange sein um die Weiterführung ihrer Höfe. Auch wenn es wohl noch ein paar Jahre dauert, Axel Roth und Felix Wachsmann stehen als selbstbewusste, hervorragend ausgebildete und engagierte junge Landwirte bereit. "Ich denke da nicht nur an Expansion", blickt Axel Roth in die Zukunft. Er sieht andere Möglichkeiten des Wachstums, der Spezialisierung und der Wertschöpfungssteigerung.
Kollege Felix fügt seine Intention hinzu: "Ich bin für jede Entwicklung offen. Es braucht nicht immer das klassische Berufsbild eines Landwirts sein." Das Anspruchsdenken steige, auch - und für Wachsmann ausdrücklich - in der Landwirtschaft: "Da muss man nicht den alten Stiefel weitermachen."
Die Freude am Beruf hat Harald Roth, der sich im Verband landwirtschaftlicher Meister und Ausbilder und für landwirtschaftliche Fortbildung engagiert, seinem Sohn mit auf den Weg gegeben. Axel hat an allem Spaß, was sein Beruf mit sich bringt, und ist darüber hinaus ein begnadeter "Fahrradschrauber", wie der Vater erzählt.Natürlich ist Landwirtschaft nicht nur Arbeit an 365 Tagen im Jahr. Axel und Felix engagieren sich in der Landjugend, wo auch das Miteinander und die Gemeinschaft im Vordergrund stehen, wie in den Dörfern überhaupt. Beim Zeltfasching der Landjugend in Meeder zum Beispiel oder auch in der Feuerwehr Gossenberg, wo Felix seit seinem 14. Lebensjahr dabei ist.


Feiern, aber nicht so lange

Nach all der Aufregung, von der intensiven Vorbereitung auf den Bundesberufswettbewerb bis hin zum Wettstreit, war am Wochenende dann doch noch eine kleine Feier fällig. Aber wie immer: Die Nacht ist kurz für Landwirte. Nicht nur die Tiere wollen versorgt und gefüttert sein, jetzt steht auch die Ernte vor der Tür.

zum Thema "Landwirtschaft im Landkreis Coburg"

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