Region // Coburg
Wer soll für die Coburger SPD in den Bundestag?
Jetzt hat auch Coburgs Zweiter Bürgermeister Norbert Tessmer seinen Hut in den Ring geworfen. Die Zahl der potenziellen Kandidaten steigt somit auf vier. Wir wollen von unseren Lesern wissen, wer zurzeit die besten Chancen hätte.

Bislang hatten ihr Interesse an einer Direktkandidatur im Wahlkreis Coburg/Kronach bereits angemeldet der ehemalige Bundestagsabgeordnete Carl-Christian Dressel aus Coburg, der Rödentaler Marc Stichert sowie der Gewerkschafter Mathias Eckardt. Und nun also auch Norbert Tessmer.
Thomas Rausch, Vorsitzender des Ortsvereins Creidlitz und bis vor knapp zwei Jahren auch Stadtverbandsvorsitzender der Coburger SPD, erklärte dazu: "Nicht nur im SPD-Ortsverein Creidlitz wird Norbert Tessmers Bereitschaft zur Kandidatur positiv gesehen, sondern auch bei vielen Ortsvereinen in Coburg Stadt und Land!"
Auch die Kronacher seien Tessmer gegenüber aufgeschlossen, glaubt Rausch. Zumindest will Rausch ein gewisses Bedürfnis nach einer Alternative zu Carl-Christian Dressel ausgemacht haben. Der, seines Zeichens Unterbezirksvorsitzender der SPD, gehörte dem Bundestag bis 2009 an. Doch wegen des schlechten Abschneidens der SPD kam Dressel auf Listenplatz 19 nicht mehr in den Bundestag. Das Direktmandat im Wahlkreis Coburg-Kronach holte der CSU-Bewerber Hans Michelbach.
Das Direktmandat für die SPD zu gewinnen ist das erklärte Ziel. Doch natürlich solle Norbert Tessmer auch einen guten Listenplatz erhalten, sagt Thomas Rausch: Ziel sei der erste Männerplatz in Oberfranken und dann ein guter Platz auf der Landesliste - besser als Platz 19. Das freilich setzt voraus, dass auch die anderen Delegierten den Coburger Bewerber auf Landesebene unterstützen. Was die Bekanntheit in Parteigremien angeht, dürfte Dressel Tessmer einiges voraus haben. Immerhin ist er auch stellvertretender Bezirksvorsitzender.
Aber Tessmer hat sich über die Jahre hinweg als Sozialpolitiker profiliert. Aktiv im bayerischen Städtetag, Mitglied im Deutschen Verein, häufiger Referent bei Fachtagungen - das dürfte ihm innerhalb der SPD einige Bekanntheit verschafft haben. Aber als Sozial-und Kulturreferent der Stadt Coburg ist er auch gut ausgelastet. Er fühle sich nicht amtsmüde, betont er: "Aber es reizt mich natürlich auch, mal etwas anderes zu machen."
Vor allem, sagt Tessmer, sei er von vielen Parteifreunden gebeten worden, zu kandidieren. "Ich hab' mich immer dorthin gestellt, wo die Partei es wollte."
Was die Partei will, ist aber derzeit schwer auszumachen. Die SPD-Kreisvorstände in Stadt und Landkreis werden wahrscheinlich keine Empfehlung abgeben, sagt Thomas Rausch. Denn es gibt vier Bewerber, die sich nominieren lassen wollen: Carl-Christian Dressel, Mathias Eckhardt und Norbert Tessmer kommen aus dem Stadtverband, der Rödentaler Marc Stichert aus dem Landkreis. Die Kronacher haben noch niemanden benannt.
Die Jusos begrüßen, das niemand von vornherein feststeht: "Norbert Tessmer freut mich natürlich sehr", sagt Unterbezirksvorsitzende Franziska Bartl. Aber eine Empfehlung würden die Jusos voraussichtlich nicht aussprechen.







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