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Freche Mainzer - coole Franken

Nach dem 3:1-Sieg bei der TGM Mainz-Gonsenheim ist die VSG Coburg/Grub weiter auf Kurs. Die Mannschaft von Trainer Milan Maric blewibt auch ungeschlagen Tabellenführer.
Nicht nur der VSG-Angriff, sondern auch die enorm gute Blockarbeit der Coburger machte sich bezahlt. Mit 3:1 siegte der heimische Zweitligist verdient und sicher beim Aufsteiger in Mainz und führt nach fünf Spieltagen weiter mit einer weißen Weste die Tabelle an. Foto: Frank Heumann
 

Coburg — Im Vorfeld dieses Auswärtsspiels hatten die Mainz-Gonsenheimer versucht, die Partie kleiner zu reden, als sie es wirklich war. Denn die Rheinpfälzer warteten wesentlich stärker auf, als es die mildernden Worte vermitteln wollten. Ein gutes Team definiert sich nämlich nicht über die durchschnittliche Spielergröße, sondern durch das Engagement, das man zusammen gegenüber starken Gegnern an den Tag legt. Mainz war stark, musste sich aber nicht überraschten Coburgern beugen.
Trotz allem mussten die Gäste alle Kräfte mobilisieren, um sich in einem spannenden und für die Zuschauer interessanten Spiel durchzusetzen. Hervorragend eingestellte Mainzer wehrten unhaltbare Bälle ab und brachten sich gegen konstant gut spielende Coburger immer wieder auf Augenhöhe.

Nervöser Auftakt (23:25)


Furios begann die VSG mit den ersten vier Aufschlägen. Denn hier hieß es auch gleich 4:0 für den Tabellenführer. Ein Aufsteiger, der in der Relegation seine vier Gegner knickte, muss aber gefährlich sein. Die Mainzer ließen auch trotz heftiger Angriffe der Coburg-Grüber die Köpfe nie hängen und holten so bereits im ersten Satz umgehend wieder auf. Das junge Team des Trainers Franz Schaus kämpfte und holte sich Punkt für Punkt, überholte die "Grünfranken", und beim Stand von 18:14 für die Rheinpfälzer setzte Milan Maric auf einen Joker und brachte für Johannes Engel den auf der Bank wartenden Jonas Ickerott. Dieses strategische Mittel zog umgehend, und nach großem Kampf war ein fast verlorener Satz mit 23:25 wieder in Zähler für die VSG gedreht worden. Jonas war ausschlaggebend für das Drehen dieses Satzes.

Eindeutige Sache (16:25)


Im zweiten Satz brauchte der Coburger Trainer kaum Einfluss auf den Spielverlauf zu nehmen. Jetzt standen sich zwei gute Zweitligisten gegenüber, bei denen die Franken einfach weniger Fehler generierten und immer etwas besser angriffen. Allerdings ließen die Mainzer auch keine Gelegenheit aus, den VSG-Block aufzureißen und gute Angriffe abzuschließen. Trainer Schaus probierte mit insgesamt vier Wechseln vieles aus, um sich mit dem derzeitigen Tabellenführer zu messen und sich auf die anderen Mitbewerber einzustellen.

Gastgeber im Aufwind (25:17)


Der Mix-up des Mainzer Trainers fruchtete, und die TGM stabilisierte sich mehr und mehr. Vor allem die überragende Abwehr ließ die Angreifer der VSG schier verzweifeln. Wütende Angriffe von Marcel Herrmann wurden oft durch den Block neutralisiert. Steile Schnellangriffe über Lukas Gudas sah man in einer Tausendstelsekunde am Boden, doch die Mainzer kratzten auch diese Dinger vom Hallenboden. Ein staunendes Publikum ließ den Satzsieg in der eigenen Halle mit Standing Ovations krönen. Trainer Milan Maric entschied sich in diesem Durchgang dazu, Patrick Speta einzusetzen. Bemerkenswert war der Wiedereinstieg von Steffen Reinsch, der beim Stand von 14:19 eingetauscht wurde und mit einem präzise ausgeführten Netzaufschlag (Ball bleibt am Netz hängen, fällt beim Gegner) die Auferstehung der VSG für den vierten Satz initiierte (an diesem Spieltag wurden insgesamt vier solcher Bälle zelebriert, zwei von Gilles Brass und einer von Sven Kellermann).
Im vierten Satz hatte sich die VSG nach Ansprache des Trainers gefangen. Man legte diesmal wieder die aus Satz 1 bekannten vier Bälle zum 0:4 vor, ließ aber dann nicht mehr locker.

Schluss mit lustig (19:25)


Der Abstand wurde professionell auf 12:22 ausgebaut. Block, Angriff und Feldarbeit waren nun exakt auf die jungen Mainz-Gonsenheimer eingestellt. Mit ein wenig Unruhe musste man noch mit zusehen, wie sich die Grün-Blauen aufbäumten, doch das Schicksal war schließlich besiegelt. Mit dem 19:25 fuhren die Grünfranken ihren fünften Sieg ein und sehen sich, wie eine Woche zuvor nur noch die Leipziger, die auch ihre weiße Weste behalten haben, auf Augenhöhe. Ein offizieller Favorit, die GSVE Delitzsch, musste bei der TG Rüsselsheim aber Federn lassen.
Die Durmersheimer werden - nach dem Sieg über die TSV Zschopau - noch stärker. Man muss sich am 3. November um 19.30 Uhr auf einen heißen Tanz einstellen. Die VSG steht im oberen Teil der Tabelle, was aber auf den Gesamtverlauf der Saison noch nichts heißen mag.

Stimmen zum Spiel


Milan Maric (VSG-Trainer): "Dieses Spielt hat gezeigt, dass alle Mannschaften nun mit voller Motivation gegen uns spielen werden. Wir haben heute eine Topabwehrmannschaft in der zweiten Liga kennen gelernt. Deswegen wurden viele Punkte erst nach längeren Ballwechseln gewonnen. Mit dieser Situation müssen wir jetzt leben und wissen, dass wir bei allen weiteren Spielen Vollgas geben müssen."

Hans-Peter Nürnberger (VSG-Spieler): "Zwei weitere wichtige Punkte, die wir frühzeitig für unsere Wunschmarke von 20 Punkten einfahren konnten. Gegen einen starken Aufsteiger haben wir durch eine zeitweise gute Leistung zwei weitere wichtige Punkte sichern dürfen. Besonders gut hat mir ,der Aische' gefallen, den wir nach dem Spiel kennen lernen durften. Aische hat das Zeug zum besten Supporter der VSG."

Benjamin Kucera (VSG-Spieler): "Der dritte Satz hätte nicht verloren werden dürfen. Es hört sich vielleicht ungewöhnlich an, aber die Hallentüre war in Satz eins, zwei und vier geschlossen. In Satz drei stand diese weit offen. Ist doch klar, dass das nicht ins Schema passt. Letztendlich denke ich, haben wir gegen einen starken Aufsteiger eine solide Leistung gebracht und verdient gewonnen."

Team VSG: Gilles Braas, Benjamin Kucera, Sven Kellermann, Marcel Herrmann, Johannes Engel, Max Kessel, Steffen Reinsch, Jonas Ickerott, Hans-Peter Nürnberger, Lukas Gudas, Patrick Speta. - Trainer: Milan Maric. - Co-Trainer: Volker Pohl.

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