Grub am Forst
Bürgerentscheid

Und wieder ist in Grub ein Markttag

Bauzaun, Alarmparkplatz, Kontrollen durch das Ordnungsamt - mit solchen Maßnahmen soll in Grub der abwehrende Brandschutz künftig gewährleistet sein.
Artikel einbetten Artikel drucken
Hier der Kuchen, dort die Feuerwehr: Beim Wochenmarkt am Ostersamstag wurde Teile der Hallen hinter dem Rathaus auch für den Wochenmarkt genutzt - allerdings strikt getrennt von sämtlichen Bereichen, die für die Feuerwehr wichtig sind. Foto: Berthold Köhler
Hier der Kuchen, dort die Feuerwehr: Beim Wochenmarkt am Ostersamstag wurde Teile der Hallen hinter dem Rathaus auch für den Wochenmarkt genutzt - allerdings strikt getrennt von sämtlichen Bereichen, die für die Feuerwehr wichtig sind. Foto: Berthold Köhler
Der Termin steht. "Am Freitag, 28. April, findet ab 13 Uhr der nächste Wochenmarkt hinter dem Rathaus statt" - das hat Bürgermeister Jürgen Wittmann (GfG) gestern dem Tageblatt auf Anfrage mitgeteilt. Aber natürlich, das betonte der Bürgermeister sofort, werde man dabei die Vorschläge und Anregungen aus dem Gutachten eines Coburger Ingenieurbüros für Brandschutz beachten. Oder besser: wieder beachten. Denn Jürgen Wittmann sagt: "Das haben wir alles schon am Ostersamstag umgesetzt." Da fand der bislang letzte Wochenmarkt statt.
Ausgelöst von den Diskussionen über eine etwaige Beeinträchtigung des abwehrenden Brandschutzes durch den Marktbetrieb, haben inzwischen zahlreiche organisatorische Veränderungen stattgefunden. So trennt ein Bauzaun für die Feuerwehr wichtige Bereiche vom Marktbetrieb ab, zudem stehen den Einsatzkräften 16 - freilich noch provisorische - "Alarmparkplätze" über eine Zufahrt von der Austraße zur Verfügung. Zu denen steht im Gutachten, dass diese von Gemeinde noch befestigt werden müssen. Was der Gemeinde ebenfalls dringlich empfohlen wurde: Das Ordnungsamt müsse regelmäßig ein Auge darauf haben, dass das Halteverbot in der Coburger Straße eingehalten wird sowie der "jederzeit ungehinderte Zugang zur Feuerwehr-Garage" möglich ist. Sollte die Gemeinde (beziehungsweise die ehrenamtliche Marktleitung) die im Gutachten enthaltene Liste der Anregungen (in Summe über ein Dutzend) stelle auch der Publikumsverkehr auf dem Marktgelände "keine wesentliche Einschränkung" der Einsatzbereitschaft der Feuerwehr dar.


Geht die "Rolle rückwärts"?

Nichtsdestotrotz: Die mehrheitliche Entscheidung des Gemeinderates steht - 8:7 gegen den Markt, also gibt es Ende Juni den Bürgerentscheid. Es sei denn: Die Rahmenbedingungen beim Markt ändern sich derart einschneidend, dass alle Seiten damit leben können. Da würde es dann auch keine Probleme mit der Rechtsaufsicht geben, erklärt auf Tageblatt-Nachfrage Dieter Pillmann, der Pressesprecher am Landratsamt: "Was jetzt noch möglich ist: Einen Beschluss zu fassen, der dem Anliegen des Bürgerbegehrens Rechnung trägt." Dann müsste auch kein Bürgerentscheid stattfinden. Allerdings müsste so eine Entscheidung spätestens in der nächsten Gemeinderatssitzung (Termin: wohl am 15. Mai) getroffen werden, um der Gemeinde die rund 4500 Kosten für den Bürgerentscheid zu ersparen.
Ob es so weit kommt? Bürgermeister Jürgen Wittmann überlegt auf Tageblatt-Nachfrage ein bisschen und sagt dann: "Mit einem mehrheitlichen Beschluss wäre alles möglich. Ich kann es mir aber nicht vorstellen, dass es so weit kommt." Wittmann - bekennender Befürworter eines Marktes hinter dem Rathaus - blickt dem Bürgerentscheid freilich gelassen entgegen. "Binnen drei Tagen hat ein Drittel der Wahlberechtigten beim Bürgerbegehren unterschrieben", erklärt der Bürgermeister seine Zuversicht.


Das ist eine Sache der Gemeinde

Dass der Streit um den Wochenmarkt und die Rechtmäßigkeit des Bürgerbegehrens sowie das Gutachten des Sachverständigenbüros aus Coburg in Grub am Forst hohe Wellen schlagen, ist natürlich auch beim Coburger Kreisbrandrat angekommen. Aber Manfred Lorenz winkt ab, als er vom Tageblatt um seine persönliche Einschätzung gebeten wird. "Das ist eine rein gemeindliche Angelegenheit", sagt Lorenz , der dann noch ausdrücklich darauf verweist, "dass der Brandschutz eine Pflichtaufgabe der Gemeinden ist."
Verwandte Artikel
Verwandte Fotoserien
Noch keine Kommentare
Sie sind nicht angemeldet.
Sie müssen angemeldet sein, um Kommentieren zu können!
registrieren