Ich willige einX

Diese Website verwendet das Besucheraktions-Pixel von Facebook für statistische Zwecke. Mit einem Cookie kann so nachvollzogen werden, wie unser Marketing auf Facebook wirkt und wie wir es verbessern können. Wir freuen uns, wenn Sie uns Ihr Einverständnis hierzu erteilen. Eine genaue Beschreibung zum „Besucheraktions-Pixel“, zu Cookies im Allgemeinen und Ihrem Widerspruchsrecht, das Sie jederzeit ausüben können, steht Ihnen in unserer Datenschutzerklärung unter hier zur Verfügung.

Untersuchung

Pilotenfehler wohl Ursache für tödlichen Flugzeugabsturz bei Coburg

Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung hat ihren Abschlussbericht zum Absturz einer Piper am 2. November 2013 in Coburg vorgelegt.
Flugzeugabsturz im November 2013 in CoburgFoto: Archiv
 
Grund: Die Maschine war zu tief, und der Pilot hatte keine ausreichende Sicht, obwohl er mehrfach gewarnt worden war. Der Ablauf liest sich wie ein Krimi: Minutiös hat die Bundesstelle nachgezeichnet, was in den Minuten vor dem Absturz des Flugzeugs geschah: Um 9.40 Uhr war die Maschine an diesem kalten Novembermorgen in Hamburg gestartet. Um 10.01 Uhr erhielt der Pilot die Freigabe für den GPS-Anflug auf Coburg von München Radar.

Flugzeuge, die GPS für den Anflug auf Coburg nutzen, müssen bestimmte Korridore einhalten, die im Verfahren festgelegt sind. "Um 10:08:41 UTC informierte der Flugleiter den Luftfahrzeugführer: ,Zur Information: Wir sind von den Wetterbedingungen her am Minimum, mit grundsätzlichem Nebel, Sichten um einhundertfünfzig Meter und Wolken mit einer vertical visibility von einhundert Fuß, allerdings dann auch im schnellen Rhythmuswechsel mit Sichtweiten um achthundert bis eintausend Meter, könnte also ein missed approach werden.‘
Der Luftfahrzeugführer beantwortete diese Information mit ,okay, danke‘."

Der Coburger Flugleiter hatte den Piloten also vorsorglich darauf hingewiesen, dass die Sichtbedingungen auf der Brandensteinsebene schlecht seien und der Landeanflug deshalb möglicherweise abgebrochen werden müsse. Es gab Lücken in der Nebeldecke, aber zeitweise war die Sicht auch zu gering. Radar München wies darauf hin, dass das Flugzeug zu tief sei; der Flugleiter in Coburg gab diese Information weiter mit dem Hinweis, das Flugzeug sei außerdem "zu weit rechts". Diese Warnung wiederholte der Flugleiter um 10.18 Uhr, verbunden mit dem Hinweis, dass die Sichtweite auf der Landebahn gerade mal 250 Meter betrage.
"Das letzte Radarziel des Luftfahrzeuges wurde von der Flugsicherungsorganisation um 10:20:01 UTC mit einer Flughöhe von 2 300 ft (MSL) aufgezeichnet", heißt es im Bericht. "Der Flugweg führte nördlich am Verkehrslandeplatz Coburg vorbei. Die Radaraufzeichnung endete um 10:22:31 UTC (Punkt 142) in einer Flughöhe von ca. 173 ft GND." Über Funk kam keine Antwort mehr aus dem Flugzeug. "Nördlich des Punktes 142 wurde ein Teil der rechten Tragfläche und nach weiteren ca. 450 m das Luftfahrzeug zwischen Bäumen eingeklemmt gefunden. Die drei Insassen erlitten tödliche Verletzungen."

Am Ende des 21-seitigen Berichts kommen die drei Gutachter zu dem Schluss, dass es keinen Hinweis auf ein technisches Versagen der Maschine gab. Der Flug wurde nicht mit dem Autopilot durchgeführt, darauf deuten die Höhenschwankungen hin, die das Radar verzeichnete. Vor allem der Anflug auf Coburg erfolgte viel zu tief und die Gutachter vermuten, dass "der Pilot auch zu diesem Zeitpunkt keine Erdsicht hatte".

Zwei der Insassen hatten den Pilotenschein. Als Pilot gemeldet war ein 58-Jähriger mit Berufspilotenschein. Ob er sich den Flug mit dem rechts sitzenden 45-Jährigen teilte, konnte die Bundesstelle nicht rekonstruieren.


Sie kommt aber zu dem Schluss, dass der Absturz vermeidbar gewesen wäre.

"Eine Überprüfung des Gleitwegs anhand der in der Anflugkarte veröffentlichten Höhen hätte eine Kontrolle und Korrektur des Sinkfluges ermöglicht. Diese Kontrolle fand offensichtlich nicht statt. Die Kontrolle hätte bei den ungenügenden Sichtbedingungen rechtzeitig zu einem Fehlanflugverfahren geführt. Warum der Pilot, trotz erheblicher Abweichungen von der Anfluggrundlinie und dem Unterschreiten der Hindernisfreiheitshöhe, den Anflug fortsetzte konnte nicht geklärt werden", heißt es in dem Bericht. "Der Flugunfall ist darauf zurückzuführen, dass der Pilot sich in Instrumentenwetterbedingungen leicht rechts der Anfluggrundlinie befand und den Sinkflug nach dem Passieren der Hindernisfreiheitshöhe (OCA/OCH) ohne ausreichende Sicht fortgesetzt hat."

zum Thema "Flugzeugabsturz Coburg"

Newsletter kostenlos abonnieren





Bitte melden Sie sich an, um kommentieren zu können:
Benutzer     Passwort    

Sie sind noch nicht registriert? Bitte hier registrieren.