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Stadtjugendring verpasst 3449 Denkzettel

Die Verbände des Stadtjugendrings haben mobil gemacht und Protestpostkarten gegen Sparpläne verteilt. Viele Karten, noch nicht alle, sind zurückgekommen. Ihre Zahl ist beeindruckend, wie auf dem Marktplatz gestern zu sehen war.
Aus tausenden Postkarten hatten die Teilnehmer der Aktion auf dem Marktplatz lange Girlanden geklebt. Foto: Helke Renner
 

Coburg — Die Aktion war spektakulär und das sollte sie auch sein. Schon um 17.15 Uhr lagen lange Postkartenschlangen auf dem Marktplatzpflaster. Um drohende Kürzungen in der Jugendarbeit abzuwenden, hatten Vorstand und Geschäftsführer des Stadtjugendrings im Juni eine Postkartenaktion gestartet. Gestern um 17.45 Uhr wurden die Karten an den Zweiten Bürgermeister Norbert Tessmer (SPD), Jugendamtsleiter Reinhold Ehl und drei Stadträte überreicht.
Am liebsten wäre es den Organisatoren gewesen, die ganze Stadt hätte sich beteiligt. Das haben sie nicht geschafft, aber immerhin 3449 Coburger sagen Nein zu den Sparplänen, die den Stadtjugendring schon in diesem Jahr getroffen haben. Im nächsten Jahr soll er noch einmal rund 54  770 Euro weniger ausgeben. Betroffen ist vor allem die Verbandsarbeit in der CoJe. Dort ist das Personal schon jetzt ausgedünnt. "Ein Hausmeister hat wegen der unsicheren Situation gekündigt . Es ist niemand mehr da, wenn wir am Abend unsere Gruppenstunden haben", erzählt Karina Drechsler vom Pfafinderbund Weltenbummler, Stamm Silberdiestel/Feuerreiter.
Die türkischen Mütter Duran Saziye und Tunakam Gülcan sind auch zum Marktplatz gekommen. "Unsere Kinder gehen sehr gern in die CoJe. Deshalb wollen wir, dass sie erhalten bleibt", sagen sie.
Nachdem alle 3449 Karten ausgelegt und zusammengeklebt waren, standen Norbert Tessmer, Reinhold Ehl sowie die Stadträte Thomas Nowak (SPD), Christian Müller (CSB) und Wolf-Rüdiger Benzel (Grüne) bereit, sie entgegenzunehmen. Und brachen unter der Last fast zusammen. "Wir werden uns die Sache anschauen und mit diesen Eindrücken in die Haushaltsberatungen gehen", versprach der Zweite Bürgermeister. Aber, auch das räumte er ein, entscheiden werde die Mehrheit der Stadträte. Dabei müssten sie die finanzielle Situation der Stadt im Auge haben.

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