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Natur

"Spielwiese" der Natur im Oberwohlsbacher Wald

Bayerns Forstminister Helmut Brunner erweitert das Naturwaldreservat Schwengbrunn bei Oberwohlsbach um 18 Hektar.
Bayerns Forstminister Helmut Brunner enthüllt eine Infotafel am Rand des erweiterten Naturwaldreservats Schwengbrunn. Fotos: Rainer Lutz
 
von RAINER LUTZ
Es ist nicht einfach ein Stoffband, das quer über den Fußpfad am Herzogsbrunnen gespannt wurde. Grüne Ranken und Blüten bilden passend zum Anlass das symbolische Band, das Bayerns Forstminister Helmut Brunner am Montag durchtrennte, um die Erweiterung des Naturwaldreservats Schwengbrunn zu besiegeln.
Nicht ohne Stolz wies Brunner darauf hin, dass das Waldgebiet Schwengbrunn bei Oberwohlsbach nur eines von insgesamt 159 im Freistaat ausgewiesenen Naturwaldreservaten ist. Gebieten, in denen der Mensch nicht mehr in den Lauf der Natur eingreift. Quer über den Freistaat verteilt wurden dadurch mehr als 7200 Hektar Wald aus der Bewirtschaftung genommen. Flächen, auf denen unter anderem Wissenschaftler verfolgen wollen, wie sich die Vegetation und Tierwelt entwickeln, wenn der Mensch sie sich selbst überlässt.


Nützen und schützen

"Wir versprechen uns dadurch nicht nur Erkenntnisse für die Ökologie sondern auch für die Ökonomie", betonte Brunner. Schützen und nützen müssten im Wald stets nebeneinander einhergehen. Der Minister setzt dabei nicht auf eine Trennung mit "Wildnis links des Weges und intensiver Plantagenwirtschaft rechts des Weges", wie er es veranschaulichend ausdrückt. Der bayerische Weg sei es vielmehr, auf eine "fachlich anspruchsvollere, integrative, naturnahe und nachhaltige Forstwirtschaft auf ganzer Fläche zu setzen", sagte Brunner.
Nachhaltigkeit sei von je her ein Grundsatz in der Forstwirtschaft. So zu handeln, habe Bayern große Holzreserven beschert. Nach den Worten des Ministers steht in Deutschland jeder dritte Festmeter Holz in einem bayerischen Wald. Insgesamt etwa eine Milliarde Kubikmeter. "Und jede Sekunde wächst ein Kubikmeter nach", schwärmte Helmut Brunner.
Indem sie die Hände von solchen Gebieten lassen, die auf alle wichtigen Waldgesellschaften vom Weinbauland bis zu den Alpenwäldern verteilt wurden, wollen Forstleute Erkenntnisse gewinnen, wie sie die Wälder für die Zukunft rüsten können, falls sich der Klimawandel so einstellt, wie es vielfach befürchtet wird. Sie untersuchen dazu, welche Tier- und Pflanzenarten in den Reservaten vorkommen, unter welchen Bedingungen sich eine möglichst hohe Artenvielfalt einstellt und wie der Mensch einige dieser Prozesse für eine naturnahe Bewirtschaftung nachahmen kann.
Denn die Gewinnung des nachwachsenden Rohstoffes Holz, der zurzeit nachgefragt ist wie lange nicht mehr, gehört weiter zu den wichtigen Zielen der Forstwirtschaft, wie der Minister außer Zweifel stellt. Er erinnerte aber auch daran, dass Forstwirtschaft kein schnelles Geschäft ist: "Die Wälder, die wir heute schaffen, müssen auch in 100 und mehr Jahren noch mit dem Klima zurecht kommen."


Gemeinsames Ziel

Zukunftsfähige Wälder aufzubauen und dabei dem Naturschutz dennoch gerecht zu werden, sieht auch Albert Schrenker als Leiter des Forstbetriebs Coburg der Bayerischen Staatsforsten als wesentliche Aufgabe. Sie zu meistern, gelinge im Coburger Land besonders gut, was Schrenker auf die sehr gute Zusammenarbeit zwischen Forstleuten und dem Naturschutz in Behörden und Verbänden zurückführt.
Dass Nutzung durchaus Vielfalt nicht nur erhalten sondern sogar schaffen kann, sieht Reinhard Neft vom Vorstand der Bayerischen Staatsforsten als eine erste Erkenntnis aus 40 Jahren mit Naturwaldreservaten. Sich selbst überlassen schließt der Bestand sein Kronendach. Das am Boden daher fehlende Licht führt zum Ausfall konkurrenzschwächerer Baumarten.
Rödentals Zweiter Bürgermeister Thomas Lesch (SPD) freute sich über die Erweiterung des Reservats und betonte die Bindung der Bevölkerung zum Wald in der Region.


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