Meinungsunterschiede

Sparen um jeden Preis in Niederfüllbach?

Den Schaden in der Emil-Kirchner-Halle würde der Bürgermeister gerne selbst beheben. Alle anderen Ratsmitglieder wollen ein Gutachten.
In der Emil-Kirchner-Turnhalle hat sich der Boden gesenkt. Ein Sachverständiger soll nun den Schaden und die Kosten prüfen. Einzig Bürgermeister Martin Rauscher wollte nicht so viel Aufwand betreiben. Foto: Gabi Arnold
 
von GABI ARNOLD
Wer die Kommunalpolitik in Niederfüllbach aufmerksam verfolgt, der weiß, dass Bürgermeister Martin Rauscher (FW) oftmals eine andere Auffassung vertritt als sein Gemeinderat und eigene Lösungen auf den Tisch bringt. Auch am Dienstagabend stand das Gemeindeoberhaupt mit seiner Meinung wieder mal allein auf weiter Flur.

Es ging um einen Tagesordnungspunkt, der die Emil-Kirchner-Turnhalle behandelte. In dem Gebäude, sagte Rauscher, senke sich der Boden. Er fügte hinzu: "Nicht unerheblich am Rand. Die Ursache ist mit hoher Wahrscheinlichkeit Nässe." Dass Nässe eindringt, war zumindest unstrittig, aber Bürgermeister Rauscher wollte dieses Problem quasi selber lösen: Indem man von außen aufgraben lasse, so Rauscher. "Da brauche ich keinen Fachmann dafür, das habe ich selber schon an Häusern probiert." Mit dieser Do-it-yourself-Variante fand er quer durch alle Fraktionen keine Zustimmung. Frank Gallinsky (CSU) war der Meinung, dass das Wasser nicht ausschließlich von außen eindringe und Bastian Büttner (CSU) wünschte unbedingt ein Gutachten.


Beschluss: Fachmann kommt

Dieser Äußerung schloss sich auch Bernd Lewandowski (ÜWN) an. "Es kommt auch darauf an, welche Unterkonstruktion der Hallenboden hat." Bernd Roßberg (SPD) bemerkte dazu: "Wenn sich was absenkt, ist der Boden im Arsch und muss sowieso komplett raus." Argumente wurden hin und her ausgetauscht und alle Mitglieder des Gremiums - bis auf Bürgermeister Rauscher - waren der Meinung, dass dieses Thema in die Hände von Fachleuten gehöre. Thomas Schöllchen (ÜWN) riet auch, von irgendwelchen Spekulationen über die Ursache abzulassen, und meinte: "Lassen wir uns von einem Fachmann sagen, was zu tun ist." Bastian Büttner brachte die Stadt Coburg ins Spiel. Diese betreibe schließlich mehrere Hallen und wisse sicher die richtige Adresse. Gegen die Stimme des Bürgermeisters beschloss der Gemeinderat, einen Bausachverständigen zu beauftragen.


Flugs geteert

Der Betreiber des Flugplatzes Steinrücken hatte bei der Flugplatzquerung einen festen Bodenbelag gewünscht. Der Bürgermeister hatte das Stück nun teeren lassen - im Rahmen einer dringlichen Anordnung. Er begründete dies mit den Worten: "Die Firma, die die Teerarbeiten an der Brücke der Bahn macht, hat ein günstiges Angebot zur Teerung des Flugplatzes gemacht." So komme die Gemeinde mit knapp 3000 Euro an Kosten davon.
Frank Gallinksy wunderte sich dennoch über die Vorgehensweise. "Wieso machst Du eine dringliche Anordnung, war Gefahr in Verzug?" Hier schritt Arno Luthardt von der Verwaltung ein. "Nachdem die Firma da war, war es die günstige Lösung, alternativ hätten wir eine Sondersitzung einberufen. Dann wäre es teurerer gekommen." Bastian Büttner bemerkte, dass der Bürgermeister über einen Betrag in dieser Höhe frei entscheiden könne. Rauscher sagte dazu: "Ein dringliche Anordung war sinnvoll und ich bin sicher, dass es sehr günstig über die Runden gegangen ist."

Eine Diskussion gab es dann auch noch über notwendige Straßensanierungen. Laut Rauscher werden die Reparaturen nach einer Begutachtung auf 63.000 Euro, im Haushalt sind 100.000 Euro eingestellt. Dennoch wollten einige Räte genauer über die Schäden und Maßnahmen informiert werden. "Wir wollen kein Geld zum Fenster rausschmeißen", sagte Roßberg.
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