Coburg
1. Handball-Bundesliga

So kann der HSC die "Füchse" in den Bau schicken

Sechs Schritte für zwei Punkte: Wie die Vestestädter am Mittwochabend ab 20.15 Uhr den ersten Heimsieg in der stärksten Liga der Welt feiern können.
Artikel einbetten Artikel drucken
Ausgerechnet der Ex-Coburger Felix Lobedank (links) hindert Nico Büdel am Torwurf. Mittwochabend soll dem ersten Heimsieg des HSC 2000 Coburg in der 1. Bundesliga aber nichts und niemand im Weg stehen. Die Spieler haben sich viel vorgenommen und wollen gegen Berlin für eine Überraschung sorgen. Foto: Uwe Gick
Ausgerechnet der Ex-Coburger Felix Lobedank (links) hindert Nico Büdel am Torwurf. Mittwochabend soll dem ersten Heimsieg des HSC 2000 Coburg in der 1. Bundesliga aber nichts und niemand im Weg stehen. Die Spieler haben sich viel vorgenommen und wollen gegen Berlin für eine Überraschung sorgen. Foto: Uwe Gick
1. Fehlstart verboten! Die HSC-Spieler müssen am Mittwoch Abend von der 1. Minute an hellwach gegen die Berliner Füchse sein und dürfen nicht - wie gegen Stuttgart passiert - den Gäste-Torsteher warm schießen. Allerdings ist Silvio Heinevetter zweifelsohne wie "Jogi" Bitter auch ein Meister seines Faches. Deshalb gleich das Visier richtig einstellen und keine Fahrkarten schießen.

2. Der Rückraum muss erwachen! Will Coburg die Füchse in den Bau schicken, müssen Nico Büdel und Roman Kirveliavicius beide treffen. Bisher wechselten sich die Rechtshänder ab - brauchen alle zwei einen Sahnetag und müssen mit ihren Schlagwürfen und Eins-gegen-Eins-Situationen den Unterschied ausmachen. Das ist mit euphorischen und bedingungslos anfeuernden Fans im Rücken sicher möglich.
Ändern muss sich dann allerdings schnellstens die Körpersprache von Adnan Harmandic. Der begnadete Mittelmann des HSC braucht so etwas wie den "dritten Frühling", um seine Kritiker Lügen zu strafen. Er kann sicher mehr, als er bisher in der 1. Liga gezeigt hat. Der Mittwoch ist der ideale Tag, dass der eigenwillige Bosnier den Knoten platzen lässt.

3. Ob Jan Gorr, wie in Wetzlar wieder mit drei Rechtshändern spielt - wobei dieses Experiment keinesfalls gescheitert ist - oder ob überraschend Rechtsaußen Florian Billek auf der Halbposition auftaucht, ist nicht spielentscheidend. Wichtig ist, dass in Verbindung mit dem angeschlagenen, jedoch auf die Zähne beißenden Stefan Lex endlich auch von dieser Seite Gefahr ausgeht. Dann ist der HSC nicht mehr so leicht auszurechnen.

4. Bleiben K & K! Das Duo Kulhanek und Krechel, das zuletzt gemeinsam nur vier Bälle parierte, muss am Mittwoch von Beginn an funktionieren. Während an Krechel die Serie bisher völlig vorbei ging, überzeugte der Tscheche mit störrischer Ruhe. Doch die alleine reicht gegen die Füchse nicht. Die HSC-Fans lechzen geradezu nach Krechel-Paraden und einem ausflippenden Oli, der vom Scheitel bis zur Sohle mit Adrenalin voll gepumpt ist. Dieses Herzblut muss auf die Platte, um auch den letzten Fan aus der Reserve zu locken.

5. Und zu guter Letzt: Macht Schluss mit dem Gejammere und kein Understatement mehr. Kein Team kann aus den Vollen schöpfen. Und so unerfahren, wie immer wieder betont wird, ist der HSC-Kader doch gar nicht: Kulhanek (3 Jahre), Billek (3), Weber (3), Harmandic (3), Lex (2), Büdel (2), Kiwi (1), Wetzel (1) und Lilienfelds (1) - alle spielten schon in Liga 1. Obwohl sie bei ihren Ex-Vereinen dabei keine dominante Rolle einnahmen, sammelten alle wertvolle Erkenntnisse - die müssen sie jetzt endlich für den HSC in die Waagschale werfen.

6. Wer in Ehrfurcht erstarrt und mit zweifelnden Minen auf die Platte schleicht, hat schon verloren. Das zuletzt fehlende Glück bei Pfosten- und Lattentreffern oder der einen oder anderen Schiedsrichter-Entscheidung will erzwungen werden.
Hätten Dirk Schuster und die Funktionäre des SV Darmstadt 98 letztes Jahr ständig auf die Tränendrüse gedrückt, wären die "Lilien" sang- und klanglos mit ihren Nobodys abgestiegen. Also ab jetzt keine Alibis mehr: Geht's raus und spielt's Handball...
Verwandte Artikel
Verwandte Fotoserien
Noch keine Kommentare
Sie sind nicht angemeldet.
Sie müssen angemeldet sein, um Kommentieren zu können!
registrieren